Lebensdaten
1854 bis 1912
Geburtsort
Landsberg/Lech
Sterbeort
Schliersee (Ort)
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116078774 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Perfall, Anton Alexander Albrecht Freiherr von
  • Perfall, Anton Freiherr von
  • Perfall, Anton Alexander Albrecht Freiherr von
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Zitierweise

Perfall, Anton Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116078774.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian (1814–77), Fideikommißherr, Landrat, S d. Emanuel (1786–1854), Major, Guts-bes. (s. Gen. 1), u. d. Franziska Freiin v. Rolshausen (1792–1834);
    M Amalie (1823–97), T d. Karl Gf. v. Holnstein aus Bayern (1790–1877), bayer. Reg.rat, u. d. Carolina Gfn. v. Etzdorf (1797–1859);
    Ov Karl (s. 1);
    B Karl-Theodor (1851–1924), Schriftst., Redakteur d. Kölner Ztg. (s. Wi. 1909);
    N Charlotte (Ordensname: Magdalena) (* 1876), Benediktinerin in Frauenchiemsee, Erich (1882–1961), Maler;
    Gr-N Karl (* 1909), Dr. phil., Kunsthist., Verlagsdir.;
    Freiberg 1877 Magda (1847–1935), Hofschausp. (s. Kosch, Theater-Lex.; ÖBL), T d. Anton Irschick, Tischlermeister in Wien, u. d. Magdalena Justine Schwarz;
    3 T Helene (* 1879, Alfred Schmidt-Ehrenberg, 1936, Fabrikbes.), Eleonore (* 1881, Dr. iur. Udo Schulz, JR u. RA in M.), Magdalena (Ps. Magda Lena) (1883–1940, Joseph Achmann, 1885–1958, Maler, s. Vollmer), seit 1914 Hof- bzw. Staatsschausp. (s. Kosch, Theater-Lex.).

  • Leben

    Nach Gymnasialjahren in Augsburg und München studierte P. ohne Abschluß Naturwissenschaften am dortigen Polytechnikum und Philosophie an der Universität. 1876/77 freundete er sich mit dem damals in Unterschondorf/Ammersee lebenden Wilhelm Leibl (1844–1900) an, dessen berühmtes Bild „Der Jäger“ (1876, 1945 vernichtet) P. darstellte. Durch seinen Onkel Karl lernte er die sechs Jahre ältere in München engagierte Tragödin Magda Irschick aus Wien kennen, die er die folgenden Jahre auf ihren Tourneen durch Europa und die USA begleitete. 1883|ließen sich beide in einem aufwendigen Landhaus am Schliersee nieder. Hier sammelten sie einen Kreis von Jagdfreunden, Künstlern (u. a. Karl Haider), Schauspielern und Musikern um sich.

    Seit den späten 80er Jahren setzte P.s intensive literarische Produktion ein. Es entstanden etwa zwanzig Romane, teilweise mit gemäßigt gesellschaftskritischer Tendenz, sowie einige Dramen, vor allem aber eine Fülle von vielgelesenen Jagderzählungen und -skizzen. Mit Anklängen an den Naturalismus verklärte P. die „Welt der Jagd“ literarisch, Ländlich-Naturhaftes gegen die Dekadenz der Stadt ausspielend. P.s Literatur schließt sich zum Teil der oberbayer. Landschafts- und Reiseliteratur Franz v. Kobells, Ludwig Steubs und Karl Stielers an. Gehobene, kulturell ausgerichtete Zeitschriften (z. B. Velhagen & Klasings Monatshefte) nahmen gerne die literarischen Kurzformen P.s auf. Kulturhistorisch bemerkenswert sind P.s Werke –neben den Schilderungen Annette Kolbs –als Darstellung des gesellschaftlichen und künstlerischen Lebens in München und Umgebung vor dem 1. Weltkrieg, wo in relativ ungezwungener Weise Adel, gehobene Geschäftswelt, Künstler, Wissenschaftler und Theaterleute miteinander verkehrten.|

  • Auszeichnungen

    Bayer. Hofrat (1901).

  • Werke

    u. a. Ein Waidmannsjahr, 1896;
    Aus Berg u. Tal, 1902;
    Aus meinem Jägerleben, 1906;
    Der Jäger, Jagderzz. u. Skizzen, Anthol., hg. u. eingel. v. L. B. v. Cramer-Klett, 1963;
    dass., hg. v. D. Voth, 1999.

  • Literatur

    D. Voth. A. v. P., Ein läger- u. Künstlerleben, 1999 (P);
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Killy. – Zu Maximilian: W. Leibl z. 150. Geb.tag, Ausst.kat. München-Köln 1994, S. 316 f. (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. W. Leibl, „Der Jäger“, 1876 (ehem. Berlin, Nat.gal.), Abb. in: W. Leibl z. 150. Geb.tag, Ausst.kat. München-Köln 1994, S. 73;
    Grabdenkmal v. A. v. Hildebrand am Spitzingsee.

  • Autor/in

    Laurentius Koch OSB
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch OSB, Laurentius, "Perfall, Anton Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 184-185 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116078774.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA