Lebensdaten
1841 bis 1913
Geburtsort
Mednicken (Ostpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Politiker ; Parlamentarier
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116039086 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kanitz, Hans Graf von

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Zitierweise

Kanitz, Hans Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116039086.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1807–77), Gen.landschaftsdir. v. Ostpreußen, S d. Alexander (1798 preuß. Graf, 1778–1850), Geh. Juslizrat, Oberlandesgerichtsrat u. Gen.landschaftsrat, u. d. Emilie v. Tiedemann;
    M Charlotte (1820–68), T d. Wilhelm v. Sydow auf Stolzenfelde, u. d. Adelaide v. d. Osten;
    B Alexander (1848–1940), preuß. Gen.-Lt.;
    1) Pansewitz 1875 Marie Freiin v. Krassow (1854–77), T d. Karl Gf. v. Krassow (1812–92), preuß. GR u. Reg.präs. v. Vorpommern (s. ADB 51), u. d. Klementine v. Below, 2) Karlsburg 1879 Marie (1855–1929), T d. Friedrich Gf. v. Bismarck-Bohlen ( 1894), preuß. Gen. (s. NDB II);
    1 T aus 1), 3 S, 1 T aus 2), u. a. Gerhard (1885–1949), Reichsernährungsmin. 1923-25 (s. Rhdb., P); Elisabeth ( Wilhelm v. Dommes, 1867–1959, Gen.-Lt., Gen.bevollm. d. vorm. reg. preuß. Königshauses).

  • Leben

    K. begann seine Laufbahn als preußischer Verwaltungsjurist (Studium in Berlin und Heidelberg). 1868 wurde er Landrat des Kreises Sprottau (Schlesien) und nahm kurzfristig ein Mandat als Abgeordneter im Norddeutschen Reichstag wahr. 1877 zog er sich aus dem Staatsdienst zurück, um seine ostpreußischen Güter zu bewirtschaften. Die Wahl ins preußische Abgeordnetenhaus eröffnete 1885 seine parlamentarische Karriere. 1889 wurde er zugleich Abgeordneter des Reichstags. In beiden Parlamenten vertrat er die deutschkonservative Partei und profilierte sich als entschiedener Vertreter der Agrarierinteressen (Mitglied der Börsenenquête, des Wirtschaftlichen Ausschusses und der Zolltarifkommission), was ihn zeitweilig auch in Opposition zu Wilhelm II. brachte. Bei der heftigen Agitation der Landwirte gegen die Caprivischen Handelsverträge trat er als einer der Wortführer hervor. 1894 brachte er einen Antrag vor den Reichstag (lex Kanitz), der die Monopolisierung der Getreideimporte forderte, unter Fixierung eines für die Marktverhältnisse überhöhten Preisniveaus. Das Odium, dem „Brotwucher“ Vorschub zu leisten, belastete den Antrag K.s, und auch der Versuch, eine Majorität durch ein Junktim in der Flottenpolitik zu schaffen („kein Kanitz – keine Kähne“) schlug fehl. Trotz solcher Mißerfolge galt K. bis zu seinem Tode als einer der führenden konservativen Parlamentarier, was sich unter anderem in seinen eindeutigen Wahlsiegen widerspiegelt.

  • Literatur

    Voss. Ztg. Nr. 327 v. 1.7.1913;
    Münchener Allg. Ztg. Nr. 116 v. 5.7.1913, S. 434;
    BJ 18 (Tl., L);
    Rößler-Franz.

  • Autor/in

    Günter Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Günter, "Kanitz, Hans Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 102 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116039086.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA