Lebensdaten
1804 bis 1867
Geburtsort
Enns (Oberösterreich)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116035188 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kaltenbrunner, Karl Adam
  • Kaltenbrunner, Karl
  • Kaltenbrunner, Karl Adam
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kaltenbrunner, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116035188.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kaspar (1781–1818), Gastwirt, S d. Sensenschmiedemeisters Wolfgang Joh. Adam in Micheldorf/Kremstal u. d. Maria Magdalena Kaiblinger;
    M Anna Maria Brenner (1779–1825), Wirts-T aus Stein b. Steyr;
    Vt Alexander (1798–1853), Dr. phil. h. c, Dir. d. Benediktiner-Konvikts in Admont, 1849 d. Obergymnasiums in Graz;
    - 1) Linz 1834 Pauline (1809–43), T d. ständ. Obereinnehmers Joh. Georg Kner in Linz u. d. Barbara Theresia v. Adlersburg, 2) Wien 1844 Theresia (1819–78), T d. Schriftstellers Matthias Leopold Schleifer (1771–1842. s. ADB 31); Schwager Moritz Leopold Schleifer (1817–77), Schriftsteller (s. ADB 31);
    4 S, 3 T u. a. aus 2) Hedwig (1845–1919, Peter v. Radics, 1836–1912), beide Schriftsteller;
    Ur-E Ernst (s. 1).

  • Leben

    K.s schulischer Bildungsweg führte über das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Admont (1816–20) und endete am Gymnasium von Linz, wo er 1823 seine Beamtenlaufbahn in der Staatsbuchhaltung begann. Früh schon stand er als Kritiker und Herausgeber im Mittelpunkt des literarischen Lebens in Oberösterreich, später auch in Wien. Er begann mit hochdeutscher Lyrik (Vaterländische Dichtungen, 1835; Lyrische u. epische Dichtungen, 1838), in der er vor allem die oberösterr. Landschaft und Geschichte feierte; ohne Erfolg blieben seine historischen Dramen. Sein Abschied von der Heimat war die Wende im Leben und Schaffen: Im Mai 1842 wurde er Direktionsadjunkt der Hof- und Staatsdruckerei in Wien, wo er es zum provisorischen Vorstand brachte. Die räumliche Entfernung ließ ihn die Eigenart seiner Heimat deutlicher erkennen und veranlaßte ihn, seine seit 1829 entstandenen sprachgewandten Mundartgedichte gesammelt herauszugeben und mit einem Idiotikon zu versehen (Oberösterrische Lieder, 1845). Hier und in der vorrealistischen Dorfgeschichte (Aus dem Traungau, 1863; Geschichten aus Oberösterreich, 1880) erreichte K. seine höchsten Leistungen, obwohl er nicht im Bauerntum|verwurzelt war wie der bedeutendere Zeitgenosse F. Stelzhamer. Das Werk K.s gewinnt den eigenen Ton im frommen Patriotismus, der den Dichter politisch einen loyalen Konservatismus vertreten hieß.

  • Werke

    Weitere W u. a. Mundartlyrik: Alm u. Cither, 1848;
    Österr. Feldlerchen, 1857;
    Oberösterr. Gedichte, 1878. Dorfgeschichten;
    Der Stellvertreter, 1898. -
    Hrsg. u. Redakt.: Album aus Österr. ob d. Enns, 1843;
    Oberösterr. Jb. f. Lit. u. Landeskde., 1844;
    M. L. Schleifer, Gedichte, 1847;
    Österr. Volks- u. Wirtsch.kal., 1852 ff. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Enns/Oberösterr., Mus. Lauriacum.

  • Literatur

    ADB XV;
    J. Wihan, K. als mundartl. Dichter, 1904, rezensiert in: Euphorion 15, 1908;
    J. Reingruber, Gal. denkwürdiger Personen …, in: Herbstblüten (Wiener Jb.), 1904;
    Aus dá Hoamát 14, 1905;
    Wurzbach X;
    Nagl-Zeidler-Castle II, III;
    F. Krakowizer u. F. Berger, Biograph. Lex. d. Landes Österreich ob d. Enns, 1931;
    ÖBL (W, L);
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Giebisch-Gugitz.

  • Portraits

    Stiche v. J. Kriehuber, 1844, 1849;
    Phot., ca. 1860 (alle Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Uwe Baur
  • Empfohlene Zitierweise

    Baur, Uwe, "Kaltenbrunner, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 73 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116035188.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kaltenbrunner: Karl Adam K., Dichter und Schriftsteller (geb. zu Ems in Oberösterreich am 30. Decbr. 1804. am 6. Januar 1867). Nach Vollendung der Gymnasialstudien trat K. 1823 in den Staatsdienst, trat im I. 1842 als Oberbeamterin die k. k. Hof- und Staatsdruckerei ein und wurde im J. 1859 zum Vicedirector der Anstalt ernannt. Er versuchte sich seit dem Jahre 1826 auf allen Gebieten der Poesie und erwarb sich einen geachteten Namen. Eine Bedeutung für die Litteratur gewann K. durch seine Dialectdichtungen, von welchen die ersten schon ins Jahr 1831, mithin vor das erste Auftreten seines Liedergenossen, Franz Stelzhammer fallen. Im J. 1845 erschien die erste Sammlung seiner Dialectdichtungen „Oboerensische Lieder“ (Linz), an welche sich zwei Sammlungen „Alm und Zither“ (Wien 1846. Haas) und „Oesterreichische Feldlerchen“ (Nürnberg 1857) reihten. Im J. 1863 veröffentlichte K. auch oberösterreichische Dorf- und Volksgeschichten unter dem Titel: „Aus dem Traungau“ (Wien) und im J. 1862 schrieb er das Volksdrama „Die drei Tannen“, welches im Karltheater in Wien zur Aufführung kam. Seine erste Sammlung hochdeutscher Gedichte erschien im J. 1835 unter dem Titel: „Vaterländische Dichtungen“ (Linz), der im J. 1849 ein Band „Lyrische und epische Dichtungen“ (Wien) folgte. Im J. 1846 gab K. die „Gesammelten Gedichte“ des L. Schleifer (Wien), eines sehr begabten österreichischen Dichters heraus. Er war eine stille und bescheidene, fast menschenscheue Natur, aber voll Innerlichkeit und weichen Gemüths.

    • Literatur

      C. v. Wurzbach, Biogr. Ler. X, 411.

  • Autor/in

    K. W.
  • Empfohlene Zitierweise

    W., K., "Kaltenbrunner, Karl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 45 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116035188.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA