Lebensdaten
1886 bis 1956
Sterbeort
Oberammergau
Beruf/Funktion
Dirigent
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116031778 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Papst, Eugen

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Zitierweise

Papst, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116031778.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eugen (1855–1923), aus Schöllang, Oberlehrer in Germering b. München, S d. Wendelin (1824–70), aus Sonthofen, Lehrer, u. d. Katharina Niggl (1824–91);
    M Veronika (1857–1924), aus Kaufbeuren (Allgäu), T d. Max Früholz (* 1816), Rentamtsbote, u. d. Maria Anna Lieb (1820–80);
    Bern 1911 Babette Franziska (* 1894), T d. Georg Anton|Maria Lindner (* 1864), aus München, u. d. Anna Franziska Wittmann (1869–1936);
    1 T.

  • Leben

    Die ersten musikalischen Unterweisungen in Klavier, Orgel und Komposition erhielt P. von seinem Vater. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Freising kam er 1907 an die Akademie der Tonkunst in München, wo er Dirigierschüler von Felix Mottl (1856–1911) wurde. Bereits zwei Jahre später erhielt er den Rheinberger-Preis für Komposition, Dirigieren und Orgel. 1910 ging P. für eine Spielzeit an das Theater in Allenstein, danach war er Leiter des Berner Stadttheaters und des dortigen Orchestervereins. 1922 erhielt er einen Ruf nach Hamburg, wo er zusammen mit Karl Muck (1859–1940) als Generalmusikdirektor die Philharmonie bis zu deren Auflösung 1934 leitete. Er dirigierte dort die wöchentlichen Symphoniekonzerte, die Volks-, Schüler- und Erwerbslosenkonzerte, ein Kammerorchester, die Chorkonzerte der Hamburger Singakademie und den Lehrergesangsverein. Als Nachfolger Georg L. Jochums (1909–1971) erhielt P. im Herbst 1934 einen Ruf als Generalmusikdirektor nach Münster, womit die Leitung des gesamten städtischen Musiklebens verbunden war. 1935 wurde er zum Dirigenten des Kölner Männer-Gesang-Vereins gewählt; er nahm das Amt an, blieb aber weiterhin auch in Münster tätig. 1936 trat er die Nachfolge von Hermann Abendroth als Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Leiter der Gürzenich-Konzerte an, und übernahm eine Meisterklasse für Dirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln.

    Nach Kriegsende blieb P. die Rückkehr in sein Amt als Generalmusikdirektor – trotz seiner Entlastung im Zuge der Entnazifizierung und trotz des bestehenden Vertrags – versagt: Die Stadt Köln hatte in der Zwischenzeit einen neuen Vertrag mit Günter Wand abgeschlossen. P. folgte schließlich einem Ruf an die Nordwestdeutsche Musikakademie in Detmold, wo er eine Meisterklasse für Dirigieren leitete. 1947-49 trat er gelegentlich auch wieder als Dirigent des Gesangsvereins auf. 1950 bearbeitete er für die Passionsspiele seiner Heimatstadt die Passionsspielmusik von Rochus Dedler (1779–1822), die bis heute die Grundlage für die Aufführungen bildet. Außerdem schrieb er Orchesterstücke, Chöre und Lieder, die jedoch größtenteils nicht im Druck erschienen.

  • Literatur

    E. Reicherzer, Der Komp. Rochus Dedler (1779–1822), Diss. München 1956;
    125 J. 1842-1967 Kölner Männer-Gesang-Ver., o. J. (1967) (P);
    „Hört, sehet, weint u. liebt“, Passionsspiele im alpenländ. Raum, hg. v. M. Henker u. a., Ausst.kat. Oberammergau 1990;
    E. Illner, Das Gold der Kehlen, 150 J. Kölner Männer-Gesang-Ver., Ausst. d. Hist. Archivs d. Stadt Köln u. Köln Musik, o. J. (1992), S. 111-23;
    Riemann;
    Munzinger;
    Atlantis-Buch der Dirigenten, hg. v. S. Jaeger, 1985;
    Rhdb. (W);
    Klimesch (P);
    Mitt. v. A. Zwink, Oberammergau. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Gde.archiv Oberammergau.

  • Portraits

    Fotos, Hist. Archiv d. Stadt Köln;
    Bronzebüste v.), J. G. Lang, Gipsabdr. im Nachlaß.

  • Autor/in

    Monika Reger
  • Empfohlene Zitierweise

    Reger, Monika, "Papst, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 57 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116031778.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA