Lebensdaten
1868 bis 1946
Geburtsort
Gelnhausen
Sterbeort
Gelnhausen
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116029110 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kalbfleisch, Karl

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Zitierweise

Kalbfleisch, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116029110.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1822–99), Knopfmacher in G., S d. Bäckermeisters Henrich Ernst u. d. Catharina Elisabetha Runckel;
    M Emilie (1835–1913), T d. Joh. Carl Janda (1805–69), Druckereibes. in G., u. d. Kath. Margaretha Bindernagel;
    1) Leipzig 1900 Julia ( 1918), Dr. phil., T d. J. J. Benas u. d. Rosa Braumann, 2) Gießen 1922 Hedwig (1877–1953), T d. Steuerrats Wilhelm Hübner u. d. Margarete Potass; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Hanau studierte K. in Leipzig (1887–89) und Berlin (1889–93) klassische Philologie und Germanistik, 1893-95 zusätzlich Medizin. Unter seinen Lehrern beeindruckten ihn besonders Johann Vahlen und Hermann Diels, der in Themenstellung und Methodik für K.s Lebensarbeit richtungweisend wurde (1892 Dissertation Berlin: In Galeni de placitis Hippocratis et Platonis libros observationes criticae). 1896 habilitierte er sich in Freiburg/Br. für klassische Philologie mit der Schrift „Über Galens Einleitung in die Logik“, wurde dort 1898 Assistent, ging 1900 als außerordentlicher Professor nach Rostock, 1903 nach Marburg ( 1904 persönl. Ordinarius) und schließlich 1913 als Nachfolger von Otto Immisch nach Gießen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1934 als Ordinarius an der Seite von Rudolf/Rudolph Herzog (1871–1953) lehrte (1919/20 Rektor) und bis zur Ausbombung seines Heimes im Dezember 1944 lebte. Von seinen Erfolgen als Lehrer zeugt die große Zahl von Dissertationen, die in Marburg und Gießen von ihm betreut worden sind. – Als Gelehrter hat sich K. auf den Gebieten der antiken Medizin und der Papyrologie besondere Verdienste erworben, vor allem durch Texteditionen, für die der zurückhaltende, ja vorsichtige Mann mit feinstem Sprachgefühl und glücklicher Divinationsgabe beste Voraussetzungen hatte. Nach verschiedenen Arbeiten zu Galen hat er als Leistung von bleibenden Wert 1907 den umfangreichen Kommentar des Simplikios zu den Kategorien des Aristoteles in der Sammlung der Aristoteles-Kommentare der Berliner Akademie vorgelegt. Inzwischen hatte er auch seinen Weg als Papyrologe begonnen. Schon in Rostock bewies er seine Vertrautheit mit dieser damals noch jungen Sparte der Altertumswissenschaft, und 1905 gab er mit H. Schöne eine Auswahl griechischer Papyri medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts heraus. 1906 begründete er eine private Papyrus-Sammlung, die er nach seinem Großvater mütterlicherseits „Papyri Iandanae“ nannte; ihrem Ausbau widmete er sich mit Liebe und Erfolg (1165 Papyri) und hinterließ sie als Schenkung der Universität Gießen. In der stattlichen Editionsreihe sind bis 1938 insgesamt 155 Texte veröffentlicht worden, denen bis 1945 noch weitere in Zeitschriften folgten. Er befaßte sich auch mit den Papyri bibliothecae universitatis Gissensis (in Nachfolge von A. Körte und O. Immisch) und betreute seit 1931 die von E. Kornemann erworbenen Papyri Gissenses. Unter seiner Ägide stand die Gießener Papyrologie auf dem Höhepunkt.|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Rostock 1919).

  • Werke

    Weitere W Die neuplaton. Schr. Πρὸς Γαῦρον 1895;
    Galeni institutio logica, 1896;
    Galeni de victu attenuante liber, 1898;
    Papyri Argentoratenses Graecae, 1901;
    Papyri Graecae musei Britannici et musei Berolinensis, 1902;
    Galeni de causis continentibus libellus, 1904;
    Griech. Papyri med. u. naturwiss. Inhalts (mit H. Schöne), 1905;
    Simplicii in Aristotelis Categorias commentarium, 1907;
    Griech. Fam.-Papiere aus Ägypten, 1926. -
    Hrsg.: Papyri Iandanae cum discipulis, 8 Hh., 1912-38;
    Mitt. a. d. Papyrusslg. d. Gießener Univ.bibl. I-VI, 1924-39.

  • Literatur

    H. G. Gundel, in: Nachrr. d. Gießener Hochschulges. 20, 1951;
    ders., in: Chronique d'Egypte 26, 1951;
    ders., in: Festschr. d. Univ. Gießen z. 350j. Bestehen, 1957 (P);
    ders., Papyri Iandanae, in: Kurzber. aus d. Gießener Papyrus-Slg. 29, 1971 (P).

  • Autor/in

    Hans Georg Gundel
  • Empfohlene Zitierweise

    Gundel, Hans Georg, "Kalbfleisch, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 47 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116029110.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA