Lebensdaten
1858 bis 1945
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Burgsteinfurt
Beruf/Funktion
katholischer Politiker ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116025891 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bachem, Carl

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Zitierweise

Bachem, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116025891.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Bachem (1821–93), Verleger;
    M Katharina Degen (1831–1921);
    Gvv Lambert Bachem (1789–1854), Buchhändler und Buchdrucker;
    Gmv Maria Helena Wasserfall (1787–1846);
    Gvm Johann Degen (1796–1849);
    Gmm Anna Hittorf (1797–1833);
    1) Köln 31.3.1891 Katharina Roeckerath, 2) Köln 3.10.1908 Tilla, T des Marcus Du Mont und der Rosalie von Ruedorffer;
    1 S aus 1), 3 S, 3 T aus 2).

  • Leben

    Den vom Vater zum Schriftleiter der Kölnischen Volkszeitung bestimmten Dr. jur. beanspruchte bald ganz das Wirken in der rheinischen Zentrumsorganisation, im preußischen Abgeordnetenhaus (1889–1904) und im Reichstag (1889–1906), wo er 1893 zuerst mit einer klaren Absage an den sozialistischen Zukunftsstaat hervortrat. Sein zäher Kampf gegen das Jesuitengesetz und für den sog. Toleranzantrag zeigt, wie sehr die Gleichstellung der Bekenntnisse sein politisches Hauptziel war. Ihm diente auch die klug bemessene Unterstützung der Regierung, z. B. beim Flotten- und beim Banknotengesetz, besonders aber bei der Schaffung des BGB: B. war Mitglied der Reichstagskommission, Berichterstatter für das Familienrecht und Träger der Verhandlungen mit dem Vatikan. Er unterstützte eifrig die Versuche, die Partei in der Römischen Frage zu mäßigen, die Elsässer für das Zentrum zu gewinnen (Gegensatz zu Wetterlé), aufsehenerregende Kaiserreden zu verhüten, das preußische Wahlrecht zu verbessern. Im Richtungsstreit 1906/14 unterstützte er seinen Vetter Julius B., besonders durch die Lebensbeschreibung seines Vaters: „Joseph B. und die Entwicklung der katholischen Presse in Deutschland“ (2 Bänd, 1912/13, 3. Band, 1938), die das Aussichtslose einer ausschließlich katholischen Politik zeigen sollte. Das mit B.s vorsichtiger Taktik unvereinbare Vorgehen Erzbergers führte 1906 zu einem Zerwürfnis zwischen beiden; doch fand B. nach 1918 den Übergang zum neuen Zentrumskurs. Seine Gesamtrichtung spricht deutlich aus seiner kenntnis- und stoffreichen, aber oft ausfälligen „Vorgeschichte, Geschichte und Politik der Deutschen Zentrumspartei“ (9 Bände, 1927–32).

  • Werke

    Reichsgesetz betreffend d. Gewerbegerichtsbarkeit, 1890;
    P. J. Roeckerath, 1906;
    Die kirchenpolit. Kämpfe in Preußen gegen die kath. Kirche, 1910 (mit Julius B.);

    Zentrum, kath. Weltanschauung u. allg. polit. Lage, 1913;

    Zentrum, kath. Weltanschauung u. prakt. Politik, 1914;

    Zwei Reden üb. d. Jesuitengesetz, 1912;
    Politik u. Gesch. d. Zentrumspartei, 1918.

  • Literatur

    K. Hoeber, K. B. z. 70. Geburtstag, in: Akadem. Mbll., Jg. 41, 1928, S. 22;
    G. Brunner, Zentrumsstreit u. K. B., in: Der Fels, Halbmonatsschr. f. Gebildete aller Stände, Jg. 25, 1930/31, S. 203.

  • Autor/in

    Anton Ritthaler
  • Empfohlene Zitierweise

    Ritthaler, Anton, "Bachem, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 494 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116025891.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA