Lebensdaten
1872 bis 1932
Geburtsort
Jassy
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Dramaturg ; Schriftsteller
Konfession
jüdisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 116017538 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kahane, Arthur

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Zitierweise

Kahane, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116017538.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Salomon (* 1840), Privatier in J.;
    M Amalie Golde (* 1839) aus Krakau.

  • Leben

    Die Leistung des Dramaturgen K. läßt sich heute nur noch schwer beschreiben; sie war im echten Wortsinn „Dienst“ für die Reinhardt-Bühnen in Berlin und trug zu deren Erfolgen maßgeblich bei. Das „Deutsche Theater“ mit seinen weltberühmten Aufführungen war für K. die letzte, wenn auch längste Station seiner Zusammenarbeit mit Max Reinhardt, gekannt hatte er ihn schon von Wien her, wo beide aufgewachsen waren. In Berlin, wo Reinhardt mit „gleichgesinnten Deserteuren des Naturalismus“ nacheinander die „Brille“, „Schall und Rauch“ und das „Kleine Theater“ gründete, wurde er im Spätsommer 1902 Reinhardts erster „richtiger Dramaturg“ und blieb das, während die übrigen Mitarbeiter im dramaturgischen Büro wechselten, auch im „Neuen und Kleinen Theater“ und im „Deutschen Theater“, 30 Jahre lang bis zu seinem Tode. In seinem „Tagebuch des Dramaturgen“ (1928) hat K. die Zusammenarbeit mit Reinhardt von den Anfängen an beschrieben.

    Die künstlerischen Intentionen der Reinhardt-Bühnen sind programmatisch in dem Vorwort formuliert, das K. mit F. Hollaender 1911 für die erste Nummer der gemeinsam herausgegebenen „Blätter des Deutschen Theaters“ verfaßte: „Das Theater gehört dem Theater… Seine phantastische Buntheit, die Unbegrenztheit seiner Möglichkeiten und Variabilitäten, das Ineinander von Klang, Wort, Farbe, Linie, Rhythmus schaffen den Boden, aus dem seine tiefsten Wirkungen wachsen. Das Theater ist weder eine moralische noch eine literarische Anstalt… Auf einem uns vorgeschriebenen Wege suchten wir den Rahmen des heutigen Theaters zu erweitern, seine Wirkungen zu steigern, den Kontakt mit dem Publikum enger zu machen. So war es kein Zufall, wenn wir vom kleinen Theater in die Arena stiegen.“ Neben K.s theatergeschichtlichen Schriften haben andere Veröffentlichungen, darunter mehrere Romane, weniger Gewicht. Lesenswert ist und bleibt das Autobiographisches mit Essayistischem mischende, brillant geschriebene „Judenbuch“ (1931), in dem der „Dissident“ auf die „vielen Judenfragen“ der damaligen Zeit subjektiv provozierende Antworten gibt. Ohne „auf das kleinste Partikelchen“ seines „Anteils an der Gesamtkultur außerhalb des Judentums“ verzichten zu wollen, bekannte er sich trotz der bedrohlichen Anzeichen kommenden Unheils stolz als Jude.

  • Werke

    Weitere W Lieder, 1910;
    Novellen aus d. Bibel, Slg., Ausw. u. Anordnung (1917);
    Clemens u. seine Mädchen, Ein kleiner Roman, 1918;
    Willkommen u. Abschied, Roman, 1919;
    Die Tarnkappe, Roman, 1920;
    Der Schauspieler, Roman, 1924;
    Die Thimigs, Theater als Schicksal e. Fam., 1930.

  • Literatur

    Dt. Bühnenjb. 1903-34;
    A. Zweig, Juden auf d. dt. Bühne, 1928, S. 64 ff.;
    F. Horch, Reinhardts Dramaturg, in: Die Scene 22, 1932;
    Berliner Tagebl. v. 8.10.1932 (Abendausg.).

  • Autor/in

    Renate Heuer
  • Empfohlene Zitierweise

    Heuer, Renate, "Kahane, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 20 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116017538.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA