Lebensdaten
1828 bis 1879
Geburtsort
Wallau bei Wiesbaden
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Chirurg ; Augenarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11601556X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pagenstecher, Friedrich Hermann Alexander
  • Pagenstecher, Friedrich Hermann
  • Pagenstecher, Alexander
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Pagenstecher, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11601556X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1793–1864), aus Dillenburg, Oberforstrat (s. L), S d. Andreas Alexander (1757–1841) Staatsrat u. Vizepräs. (s. Nassau. Biogr.);
    M Charlotte Schenk (1808–70);
    Ur-Gvv Johann Hermann (1729–80, s. Gen. 1);
    1853 Johanna, T d. Franz Xaver Heller (1778–1840), Prof. d. Botanik in Würzburg, Hofrat, u. d. Karoline Papius;
    2 S, 2 T; Vt 2. Grades Heinrich (1825–89, s. 1);
    N Max (s. 3).

  • Leben

    P. besuchte u. a. die Realschule in Bad Schwalbach und das Gymnasium in Weilburg. Nach der Reifeprüfung 1846 studierte er Medizin an den Universitäten Gießen, Heidelberg und Würzburg, wo er 1849 zum Dr. med. promoviert wurde. Zu seinen Würzburger Lehrern gehörten der Gynäkologe Franz Kiwisch (1814–51), der Kliniker Anton Biermer (1827–92) und der Chirurg Rudolf Virchow (1821–1902). Nach dem medizinischen Staatsexamen, das er 1850 in Wiesbaden absolvierte, ging P. 1851 nach Paris und widmete sich dort besonders der Augenheilkunde. Seit 1852 arbeitete er wieder in Wiesbaden als Assistent am dortigen Bürgerhospital und traf im Laufe von Studienreisen mit führenden deutschen Augenärzten wie Albrecht v. Graefe (1828–70) und Johann Friedrich Homer (1831–86) zusammen. Nach Gründung einer kleinen ambulanten Augenklinik, in der mittellose Patienten unentgeltlich behandelt wurden, eröffnete er 1860 die erste größere Augenklinik in Wiesbaden, die sich unter seiner Leitung einen überregionalen Ruf als Spezialklinik erwarb. P. entwickelte unter anderem die operative Korrektur der Augapfelsenkung (Ptosis) durch zweifache Subkutannaht in Höhe der Braue, die intrakapsuläre Linsenentfernung mit einem speziellen Augenlöffel (Pagenstecher-Operation, Pagenstecher-Löffel) und die Bindehautdeckung von Hornhautdefekten. Insbesondere beschäftigte sich P. mit der operativen Behandlung des grauen (Katarakt) und des grünen Stars (Glaukom); er führte etwa 2000 Staroperationen durch.|

  • Auszeichnungen

    Verdienstorden v. Nassau, Preußen, Rußland, Brasilien u. a.; Hofrat.

  • Werke

    Klin. Beobachtungen aus d. Augenheilanstalt in Wiesbaden, 1861/62 (mit Th. Sämisch u. Arnold Pagenstecher);
    Ueber d. Extraction d. grauen Stares b. uneröffneter Kapsel durch d. Skleralschnitt, 1866.

  • Literatur

    ADB 53;
    Klin. Monatsbll. f. Augenheilkde. 18, 1880, S. 68-74;
    Pagel;
    BLÄ;
    Nassau. Biogr.Zu Friedrich: ADB 25;
    Biogrr. bedeutender hess. Forstleute, 1990;
    Nassau. Biogr.

  • Autor/in

    Eberhard J. Wormer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wormer, Eberhard J., "Pagenstecher, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 2 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11601556X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Pagenstecher: Friedrich Hermann Alexander P. wurde am 21. April 1828 zu Wallau geboren, woselbst sein Vater Friedrich P. (s. o.) damals als Oberförster angestellt war. P. erhielt seinen ersten Unterricht in dem Leyendecker'schen Institute zu Wiesbaden, besuchte später das Gymnasium zu Weilburg, wo er 1846 das Maturitätsexamen absolvirte. Er widmete sich darauf dem Studium der Medicin auf den Universitäten Gießen, Heidelberg und Würzburg und wurde 1849 zum Doctor promovirt. Im Winter 1849.50 bestand P. sein erstes Staatsexamen in Wiesbaden; 1851 ging er nach Paris, um sich dort mit besonderem Eifer dem Studium der Augenheilkunde unter den damaligen Koryphäen Demarres und Sichel zu widmen. 1852 wurde er als Accessist im Civilhospital zu Wiesbaden angestellt und erwarb sich bald eine ausgedehnte Praxis, besonders in der Augenheilkunde. 1853 gründete er die Augenheilanstalt zu Wiesbaden, ein Wohlthätigkeitsinstitut, das vorzugsweise durch freiwillige Beiträge unterhalten wird. Anfänglich nur in bescheidener Weise und mit geringen Mitteln gegründet, wuchs es unter Pagenstecher's Leitung zu einem großartigen Hospitale heran, das bei seinem Tode über 75 Betten für Augenkranke verfügte. Hier bewies sich P. nicht nur als ein eminent hervorragender Operateur und vorzüglicher Therapeut, sondern er verstand es auch, seine reichen Erfahrungen und Beobachtungen in zahlreichen wissenschaftlichen Mittheilungen niederzulegen. Im Verein mit mehreren Assistenten gab er seine „Klinischen Beobachtungen aus der Augenheilanstalt zu Wiesbaden“ heraus. Die von ihm angegebene und mit großem Glück ausgeführte Operation des grauen Staars in geschlossener Kapsel wird noch heute als die idealste aller Methoden anerkannt. Seine in die Augenheilkunde eingeführte und nach ihm benannte gelbe Präcipitatsalbe ist zur Zeit in allen Augenkliniken der Welt im Gebrauch. Sein Hauptverdienst gipfelt jedoch in seiner praktischen Thätigkeit, durch die er sich schon nach kurzer Zeit einen Weltruf erwarb, sodaß Augenkranke aus allen Ländern bei ihm Heilung suchten und fanden. P. starb am 31. December 1879 im besten Mannesalter. Durch einen unglücklichen Zufall auf der Jagd traf ihn die Kugel des eignen Gewehres und bewirkte eine tödtliche Kopfverletzung, der er am zweiten Tage unterlag.

  • Autor/in

    Hermann Pagenstecher.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagenstecher, Heinrich Alexander, "Pagenstecher, Alexander" in: Allgemeine Deutsche Biographie 25 (1887), S. 67-69 unter Pagenstecher, Friedrich Hermann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11601556X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA