Lebensdaten
1866 bis 1928
Geburtsort
Lesum bei Bremen
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Philosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11600780X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adickes, Erich

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Zitierweise

Adickes, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11600780X.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Dieter Adickes ( 1896), Amtsrichter, seit 1852 in Lesum bei Bremen, aus angesehenem friesischem Geschlecht im Lande Wursten (zwischen Bremerhaven und Cuxhaven);
    M Theodore ( 1898);
    T des königlichen Amtmanns zu Bederkesa Christoph Wilhelm Chappuzeau ( 1825), aus hugenottischer Familie aus der Gascogne, und der Eleonore Magdalena, T des Ülzener Bürgermeisters Gottfried Ludwig Kern;
    Gvv Erich Friedrich Adickes ( 1838), Landesvorsteher und Deputierter des Landes Wursten der Hannoverischen Ständekammer;
    Gmv Dorothea Veronica Eibs;
    B Franz Adickes (s. 2);
    21.4.1892 Elisabeth, T des Kaufmanns Wilhelm Waldmann aus Osnabrück und der Mathilde Japing;
    S Franz Adickes (* 1897), Chemiker; 2 T.

  • Leben

    Nach Besuch des Altonaer Gymnasiums studierte A. in Tübingen Theologie, Philosophie und Geschichte, siedelte 1885 an die Berliner Universität zu R. Paulsen über und wurde dort 1887 mit der Dissertation über „Kants Systematik als systembildender Faktor“ zum Dr. phil. promoviert; nach dem Lehramtsexamen im gleichen Jahre trat A. in den Schuldienst; 1895 habilitierte er sich in Kiel für Philosophie, wurde daselbst 1898 außerordentlicher Professor, 1902 Ordinarius für Philosophie in Münster und folgte 1904 einem Ruf als Nachfolger von Ch. Sigwart nach Tübingen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Mit der Durcharbeitung und Herausgabe des handschriftlichen Nachlasses von Kant, die A. auf die Initiative von W. Dilthey hin für die Kantausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften unternahm (Bd. I-III, 1911–14), erwarb er sich den Ruf und Rang eines hervorragenden Kantforschers und Kantkenners, der die letzte Philosophie des großen Königsbergers, seine fragmentarischen Pläne zu einem umfassenden System, zugänglich machte. A. war eigenständiger Fortführer Kantischer Gedanken, der stets an der kritisch-idealistischen Erkenntnislehre festhielt, aber von dieser ausgehend – im Gegensatz zu Kant – zu einer eudaimonistischen Ethik und zu einer spiritualistisch-pantheistischen Weltanschauung gelangte.

  • Werke

    u. a. German Kantian Bibliography, in: Philosophical Review, 1893–96;
    Kants opus postumum, dargestellt u. beurteilt, in: Kantstud. 1920, Erg.-Bd. 50;
    Kant u. d. Ding an sich, 1924;

    Kant als Naturforscher, 2 Bde., 1924/25;
    Kant u. d. Als-Ob-Philos., 1927;
    Kants Lehre v. d. doppelten Affektion unseres Ich, 1929; s. a.
    Ziegenfuß I, 1949.

  • Literatur

    L PGS II, 1921, S. 1-28 (W, P);
    P. Menzer, E. A., in: Kantstud. 33, 1928, S. 369 ff.;
    Dem Gedächtnis d. Prof. E. A. …, Reden, Univ. Tübingen, 1929;
    A. Liebert, in: DBJ X, S. 3-10 (u. Totenliste 1928);
    RGG.

  • Autor/in

    Josef Hanslmeier
  • Empfohlene Zitierweise

    Hanslmeier, Josef, "Adickes, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 66-67 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11600780X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA