Lebensdaten
1630 bis 1694
Geburtsort
(Speyer?)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Reichsvizekanzler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 115880917 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Königsegg-Rothenfels, Leopold Wilhelm Graf von
  • Königseck und Rothenfels, Leopold Wilhelm von
  • Königseck, Leopold Wilhelm von
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Zitierweise

Königsegg-Rothenfels, Leopold Wilhelm Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115880917.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hugo Gf. v. K. (1596-1666), Reichskammergerichtspräs., Reichshofrat, Dir. d. Schwäb. Reichsgrafenkollegiums, S d. Georg Frhr. v. K. (s. Einl.) u. d. Kunigunde Freiin Truchseß v. Waldburg;
    M Maria Renata ( 1637), T d. Gf. Joh. Georg v. Hohenzollern-Hechingen ( 1623, s. NDB IX, S. 501) u. d. Franziska Wild- u. Rheingfn. v. Salm;
    1) Wien 1658 Maria Polyxena Gfn. (seit 1667) v. Schärffenberg ( 1683), T d. Hans Wilhelm Frhr. v. Sch. auf Hohenwang u. d. Maximiliane Gfn. v. Harrach, 2) 1684 Eleonore Franziska di San Martino Marchesa di Parella ( 1694);
    7 S, 4 T aus 1), u. a. Hugo Franz u. Sigmund (beide s. Einl.), Joseph Lothar (s. 1).

  • Leben

    1651 als Kämmerer König Ferdinands bei Hofe, 1652-54 in seiner Suite in Augsburg und Regensburg, 1653 mit Rücksicht auf seine eigenen Fähigkeiten und die Verdienste seines Vaters in den Reichshofrat eingeführt, wurde K. von Kaiser Leopold, den er 1656/57 nach Ungarn, 1658 nach Frankfurt und 1660 auf einer Reise durch Innerösterreich begleitet hatte, 1666 zum Reichshofrats-Vizepräsidenten ernannt. Als kaiserlicher Wahl- beziehungsweise Schlichtungskommissar und Gesandter wegen der Türkenhilfe reiste er 1661-65 und 1672-73 mehrmals ins Reich und an ausländische Höfe. 1669 wurde ihm die Leitung der Reichshofkanzlei, die der zum Bischof von Wien ernannte W. von Walderdorff niedergelegt hatte, übertragen. Mit dem Eintritt in den Geheimen Rat 1671 schied er aus dem Reichshofrat aus; in die eben zu dieser Zeit eingerichtete Geheime Konferenz wurde er allerdings erst 1676 berufen. Der Grund kann nicht in mangelnder persönlicher Tüchtigkeit gesucht werden, sondern liegt in der bewußten Isolierung der Reichskanzlei von allen politischen, auch Reichsmaterien, wie sie die österreichische Hofpartei unter Führung des Hofkanzlers Paul Hocher (1666) gegen unzureichenden Widerstand Walderdorffs durchgesetzt hatte. Hatte noch unter Graf Kurz die Reichskanzlei die „Austriaca“ gewissermaßen miterledigt, so lagen nun die großen und wichtigen diplomatischen Missionen der Jahre 1672–77, obwohl K. zum Teil selbst eingesetzt war, ganz in Händen der Hofkanzlei. Doch konnte K. das nicht unberechtigte Mißtrauen des Kaisers in das Personal der Reichskanzlei und in den Mainzer Erzkanzler Johann Philipp von Schönborn nach dessen Tod 1673 so weit überwinden, daß er seit 1676 und mehr noch seit dem Tod Hochers 1683 als einer der hervorragendsten kaiserlichen Minister galt und auch der Reichskanzlei wieder maßgeblichen Einfluß in der Reichspolitik gewann. – Außer Fleiß, Kenntnissen und Güte wird ihm von Zeitgenossen auch Bestechlichkeit bescheinigt, die besonders bei der Errichtung der 9. Kur für Hannover eine Rolle gespielt haben dürfte.|

  • Auszeichnungen

    Hofpfalzgf. (1675); Goldenes Vlies (1676).

  • Literatur

    L. Groß, Die Gesch. d. dt. Reichshofkanzlei v. 1559 bis 1806, 1933, S. 55 f., 341 ff.;
    O. v. Gschließer, Der Reichshofrat, 1942, S. 265 ff. (P);
    H. F. Schwarz, The Imperial Privy Council in the 17th Century, 1943, S. 264 ff.

  • Autor/in

    Erwin Riedenauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedenauer, Erwin, "Königsegg-Rothenfels, Leopold Wilhelm Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 358 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115880917.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA