Lebensdaten
1714 bis 1786
Geburtsort
Kregome bei Frederiksværk (Nordseeland, Dänemark)
Sterbeort
Sierakow/Warthe (Großpolen)
Beruf/Funktion
sächsischer Oberberghauptmann
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 115789820 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nyegaard, Peter Niels (ursprünglich)
  • Gartenberg, Peter Nikolaus von (1753-1758)
  • Gartenberg, Peter Nikolaus Neugarten von (1753-1758)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Gartenberg, Peter Nikolaus Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115789820.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus dän. Pfarrersfam., in d. mehrfach abenteuerl. Schicksale vorkamen;
    V Hans Nielsen Nyegaard (1682–1748), Pfarrer in Kregome, seit 1724 in Højby, S d. Niels Pedersen N. (ca. 1631–1715), Bürger in Durup u. Ribe, u. d. Cathrine Sus. Hansdatter;
    M Marie (1684–1771), T d. Bezirksvogtes Rasmus Larsen Arendrup u. d. Karen Sørensdatter;
    ⚭ Luisa Philippina ( 1802), T d. Joh. Juncker ( 1759), Prof. d. Med.;
    1 T Charlotte ( 1768 Carl Abraham Gf. v. Fritsch, 1734–1812, kursächs. Kanzler, s. NDB V*).

  • Leben

    G. besuchte die Lateinschule (Kathedralschule) in Roskilde und studierte seit 1736 Medizin in Kopenhagen und Bergwissenschaft in Kongsberg (Norwegen). An der Universität Halle promovierte er 1743 zum doctor medicinae. Nachdem er sich als dänischer Bergassessor in Norwegen Erfahrungen im Bergwesen erworben hatte, kam G. 1749 nach Sachsen, wo er mit dem Titel eines Bergrates zunächst Verwalter, später 1754-71 Pächter des Alaunwerkes Schwemsal bei Düben war, das erst durch seine Tätigkeit größere Bedeutung erlangte. 1753 wurde er als Supernumerar-Bergrat ins Bergkollegium nach Dresden berufen und im gleichen Jahre zum Generalbergkommissar ernannt und geadelt. Er führte die Oberaufsicht über das Oberbergamt und das Oberhüttenamt in Freiberg. 1755 wurde G. als Stellvertreter Graf Brühls Vize-Oberbergwerks-Direktor, 1761 daneben Oberberghauptmann in Freiberg und 1763 Geheimer Rat. – G., der auf seinem Rittergut Canitz bei Oschatz einen Kalkofen mit Steinkohlenfeuerung betrieb, verfaßte 1754 eine Denkschrift über den Gebrauch der Steinkohlen und des Torfes (im Landeshauptarchiv Dresden). 1763 sandte er Vorschläge für Sachsens wirtschaftlichen Wiederaufbau an den Premierminister Brühl. G. war einer der nächsten Vertrauten Brühls und verwaltete 1758-60 dessen Gut Spisza in Polen, wo er 1756-63 auch Pächter des Gutes Samborz war. Während Sachsen durch Mißwirtschaft und Krieg verarmte, erwarb sich G. ein großes Vermögen. Nach Brühls Tode wurde er im Oktober 1763 auf Veranlassung des neuen Kurfürsten Friedrich Christian zusammen mit Heineken und Hausius verhaftet und aus seinen Ämtern entlassen. Da ihm keine bestimmten Verfehlungen nachgewiesen werden konnten, wurde er im Mai 1764 wieder freigelassen. G., der schon 1749-50 und 1753-60 Anteil an der Verwaltung der Münzstätten in Guben und Leipzig gehabt hatte, ging 1765 als Sachverständiger für Münzsachen nach Warschau, übernahm dort 1766 die Leitung der staatlichen Münze und gründete Münzstätten in Warschau und Krakau. Gleichzeitig war er als Rat der Hof-Finanzkommission für Gewerbe- und Bergsachen zuständig. Er wurde 1767 Wirklicher Geheimer Rat und erwarb 1768 die polnische Staatsangehörigkeit. 1774 zog sich G. auf seine Güter Sierakow und Medyn zurück. In Sachsen hinterließ er zahlreiche Schulden, die seine Tochter aus dem Verkauf seines Gutes Canitz deckte.

  • Werke

    De casu singultus chronici viginti quattuor annorum, Diss. Halle 1743;
    Vorschläge z. Wiederherstellung d. guten Zustandes d. chursächs. Länder, kurz vor d. Hubertusburger Frieden d. Premiermin. Reichsgf. Brühl übergeben, in: A. F. Büsching, Der chursächs. Finanzstaat in d. neuesten Zeit, ebd. 1777, S. 4-8.

  • Literatur

    L E. v. Zernicki-Szeliga, Der poln. Adel I, 1900, S. 265;
    A. Boniecki, Herbarz Polski V, Warschau 1902, S. 378;
    G. Lehmann, Der Prozeß gegen K. H. v. Heineken u. Genossen, in: NA f. sächs. Gesch. 25, 1904, S. 264-95;
    K. Carøe, Den danske Laegestand, Doktorer og Licentiater, 1479–1788, Kopenhagen 1909, S. 92;
    M. Gumowski, Podręcznik numizmatyki polskiej, Krakau 1914;
    ders., Hdb. d. poln. Numismatik, 1960;
    Th. Hauch-Fausbøll u. H. R. Hiort-Lorenzen, Patriciske Slaegter III, Kopenhagen 1915, S. 168-99;
    A. v. Boroviczeny, Gf. v. Brühl, 1930, S. 514;
    W. Schellhas, Die geschichtl. Entwicklung d. Oberbergamts, dargest. an s. bedeutendsten Männern, in: 400 J. Oberbergamt Freiberg, 1942, S. 11 f.;
    H. Schlechte, Die Staatsreform in Kursachsen 1762/63, 1958, S. 100, 214, 328;
    H. Ehrencron-Müller, Forfatterlex. omfattende Danmark, Norge og Island indtil 1814 III, Kopenhagen 1926, S. 178;
    Dansk Leks. VII;
    Polska Słownika Biograficzna VII, H. 33/34, Krakau 1948 f. |

  • Quellen

    Qu.: Landeshauptarchiv Dresden, Bestallungen u. Lehnhofsakten Canitz; Warschau, Hauptarchiv d. Alten Akten.

  • Autor/in

    Gerhard Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Gerhard, "Gartenberg, Peter Nikolaus Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 75 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115789820.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA