Lebensdaten
1925 bis 2007
Sterbeort
Münster
Beruf/Funktion
Bischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 115466738 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Spital, Hermann Josef
  • Hermann Josef
  • Spital, Hermann J.
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Zitierweise

Spital, Hermann Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115466738.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1888–1955), aus Havixbeck (Hohenholte), Dr. med., Augenarzt in M., S d. Bernhard (1849–1924), aus Havixbeck, u. d. Christina Schulze-Wintzler (1859–1905), aus Nottuln;
    M Gertrud (1897–1941), aus Essen, T d. Carl Mischell (1854–1899), aus Essen, u. d. Gertrud Klüver (* 1860);
    3 B Georg (gen. Jürgen) (1924–44 in Rußland), Janbernd (* 1936), Dr. med., Kinderarzt in M., Tilmann (* 1941), Studiendir., 3 Schw Gertrud (1927–2000), Elisabeth (1927–2007), beide Lehrerinnen, Christel (1932–45).

  • Leben

    Nach Arbeits- und Kriegsdienst (Seekadett) seit 1943, Notabitur 1944 in Münster und einer kurzen wiss. Orientierungsphase (je ein Semester Mathematik- und Medizinstudium) studierte S. 1947–52 kath. Theologie in Münster und Fribourg (Schweiz). 1952 in Münster zum Priester geweiht, amtierte er nach kurzer Kaplanstätigkeit als Geheimsekretär von Bf. Michael Keller (1896–1961). Kurzfristig in die Pfarrseelsorge zurückgekehrt, erfolgte 1959 seine Ernennung zum Subregens des diözesanen Priesterseminars. Im Anschluß an seine Promotion zum Dr. theol. bei Emil Joseph Lengeling (1916–86) aufgrund einer vielbeachteten liturgiewissenschaftlichen Dissertation (Der Taufritus in d. dt. Ritualien v. d. ersten Drucken bis z. Einf. d. Rituale Romanum, 1968) wirkte S. 1966–69 als Pfarrer in Dülmen, ehe er Seelsorgeamtsleiter und 1973 Generalvikar des Münsteraner Bf. Heinrich Tenhumberg (1915–79) wurde. An einem 1980 in Kraft gesetzten Pastoralplan für die Diözese Münster hatte er wesentlichen Anteil. Am 14.2.1980 wurde S. zum Weihbischof für Münster und das östliche Münsterland geweiht, am 24.2.1981 zum Bischof von Trier ernannt und am 17. 5. desselben Jahres eingeführt. S. zeichnete sich durch seine kooperative, tiefspirituelle, in der Sache aber zupackende Art aus. Als Bischof in Trier beliebt, war er überregional u. a. tätig als Vorsitzender der Liturgiekommission der Dt. Bischofskonferenz 1981–89 und im Anschluß daran als Vorsitzender von deren Publizistischer Kommission. Zudem wirkte er seit 1986 als Präsident der dt. Sektion der Friedensbewegung Pax Christi und seit 1989 als Mitglied des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel. Seine aktive Sorge um die von seinem Vorgänger Matthias Wehr (1892–1967) begonnene Bolivien-Partnerschaft des Bistums Trier brachte ihm zahlreiche Ehrungen ein. 1983 gründete er die bis heute lebendige „Aktion Arbeit“, einen Solidaritätsfonds für Arbeitslose im Bistum Trier und 1987 die Caritas Trägergesellschaft Trier (ctt). Seine neun umfangreichen Pastoralschreiben zeugen von großer seelsorgerischer Erfahrung und reichem Wissen. Die letzten Regierungsjahre waren durch einen Finanzskandal in der ctt („ctt-“ oder „Doerfert“-Affäre) überschattet. 2001 nahm Papst Johannes Paul II. den von S. eingereichten Amtsverzicht an.

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1991, mit Stern 2003); Hon.prof. (Kath. Univ. in Cochabamba, Bolivien, 1988); Ehrendomherr d. Kathedrale v. Sucre, Bolivien (seit 1997); bolivian. Orden El Condor de los Andes (1994); Franz-Weißebach-Preis (1995); Dr. h. c. theol. (Vallendar 1995); Plakette d. Ges. f. mittelrhein. KGesch. (2000).

  • Werke

    u. a. „Ach, Herr, enthülle uns d. Licht deines Angesichts!“ (Ps 80,4), 1982;
    In Christus, Miteinander Kirche leben, 1986;
    Basisgemeinschaften, Lebendige Zellen kirchl. Erneuerung, 1987;
    Damit auch wir auferstehen, 1991;
    Du führst mich hinaus ins Weite, 1991;
    Über d. Fähigkeit, Erfahrungen zu machen, Überlegungen z. Weitergabe d. Glaubens, 1992;
    Die Offenbarung Gottes u. d. Angst der Menschen, 1994;
    Gott läßt sich erfahren, Über d. Weitergabe d. Glaubens, 1995;
    Gott, der uns Raum gibt, 1999;
    Das Leben ernst nehmen, Wege zu e. gelungenen Leben als Geschöpf Gottes, 2001.

  • Literatur

    Pax-Christi-Bewegung (Hg.), Wege z. Gewaltfreiheit, Dok. d. Dialogs mit Bf. Dr. H. J. S., 1989;
    F. J. Gebert, in: Paulinus 121, 1995, Nr. 52/53, S. 3;
    ders., in: Neues Trier. Jb. 47, 2007, S. 261 f.;
    M. Persch (Hg.), Die Bischöfe v. Trier seit 1802, Festgabe f. Bf. Dr. H. J. S. z. 70. Geb.tag, 1996;
    ders., in: Jb. Kr. Trier-Saarburg 27, 1996, S. 113 f.;
    ders., ebda. 39, 2008, S. 67 f.;
    ders., in: Gatz V (P);
    R. Ries, in: ders. u. W. Marzi (Hg.), Caritas im Bistum Trier, 2006, S. 510 f.;
    W. Rössel, in: Archiv f. mittelrhein. KGesch. 59, 2007, S. 603 f.;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W);
    Munzinger;
    Mitt. v. Dr. Janbernd Spital.

  • Autor/in

    Martin Persch
  • Empfohlene Zitierweise

    Persch, Martin, "Spital, Hermann Josef" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 708-709 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115466738.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA