Lebensdaten
1884 bis 1970
Geburtsort
Bendzin (Galizien)
Sterbeort
New York (USA)
Beruf/Funktion
Psychiater ; Psychoanalytiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 106854518 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nunberg, Hermann
  • Nunberg, H.

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Zitierweise

Nunberg, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd106854518.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig, Geschäftsmann, Schriftst.;
    M Auguste Kaiman ( 1896 ?);
    Stief-M Helene Rosenkranz;
    1929 Margarethe Rie (1899–1986), Schausp.;
    1 S Henry (* 1933), Dr. med., Arzt, Psychoanalytiker, 1 T.

  • Leben

    N. wuchs in Tschenstochau auf. Nach dem Tod der Mutter übersiedelte die Familie nach Krakau, wo er seine schulische Ausbildung erhielt und ein Studium der Medizin begann. Zwei Jahre später wechselte er nach Zürich. In den Vorlesungen Eugen Bleulers und C. G. Jungs wurde er auf die Psychoanalyse aufmerksam. N. arbeitete an der Psychiatrischen Klinik Burghölzli, forschte zusammen mit Jung an dessen Assoziationsstudien und wurde Mitglied der Schweizerischen Psychoanalytischen Vereinigung. 1910 promovierte er in Zürich, wurde Assistenzarzt im kantonalen Krankenhaus in Schaffhausen und später im psychiatrischen Krankenhaus der Univ. Bern in Waldau. 1912 kehrte N. nach Krakau zurück, arbeitete an der psychiatrischen Universitätsklinik unter Jan Piltz und stellte seine erste psychoanalytische Arbeit in der neurologisch-psychiatrischen Gesellschaft vor. Nach Ausbruch des 1. Weltkriegs übersiedelte er nach Wien und arbeitete an der neurologisch-psychiatrischen Universitätsklinik unter Julius Wagner-Jauregg und dessen Nachfolger Otto Pötzl. 1915 wurde er Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, in der er mehrere Funktionen innehatte: Seit 1925 war er Lehranalytiker und Schriftführer der Vereinigung, 1926 übernahm er die Funktionen des Bibliothekars und stellvertretenden Leiters des Lehrinstituts und seit 1930 gehörte er dem Lehrausschuß der Wiener Vereinigung an. Im September 1931 nahm er eine Einladung an die Univ. Pennsylvania an. 1933 entschloß er sich zur Übersiedelung nach Amerika, blieb aber bis 1938 Mitglied der Wiener Vereinigung. Er praktizierte am Mental Hygiene Institute des Pennsylvania Hospital und wurde Professor für klinische Psychiatrie an der Temple University. Im Herbst 1934 zog N. von Pennsylvania nach New York und eröffnete eine Privatpraxis. 1960 hielt er an der New York Academy of Medicine die Freud Anniversary Lecture. – 1932 erschien N.s bedeutendste Arbeit „Allgemeine Neurosenlehre auf psychoanalytischer Grundlage“ (verm. u. verbessert 21959, 41975) mit einem Vorwort Sigmund Freuds. Weitere systematische Zusammenfassungen der psychoanalytischen Theorie und Praxis erschienen in den Vereinigten Staaten, wo er zu einem der geachtetsten Vertreter der Psychoanalyse wurde. Paul Federn (1871–1950), sein Lehranalytiker, betraute ihn testamentarisch mit der Herausgabe der „Protokolle der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ (4 Bde., 1976–81, engl. 1962-75). 1969 erschien seine Autobiographie „Memoirs, Recollections, Ideas, Reflections“.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. New York Psychoanalyse Society (1940, Präs. 1950–52).

  • Werke

    Weitere W u. a. Üb. körperl. Begleiterscheinungen assoziativer Vorgänge, in: C. G. Jung, Diagnost. Assoziationsstud., 1910;
    Practice and Theory of Psychoanalysis, A Collection of Essays, 1948;
    Problems of Bisexuality as Reflected in Circumcision, 1949;
    Principles of Psychoanalysis, Their Application to the Neurosis, 1955;
    Curiosity, 1961. - W-Verz.:
    A. Grinstein, The Index of Psychoanalytic Writings (III, VII, XII).

  • Literatur

    A. Freud, Würdigung v. H. N. (1964), in: The Writings of Anna Freud, V, 1969;
    B. D. Lewin, Obituary, H. N., in: Internat. Journal of Psychoanalysis 51, 1970, S. 421-23;
    Enc. Jud. 1971;
    BHdE II;
    E. Mühlleitner, Biogr. Lex. d. Psychoanalyse, Die Mitgl. d. Psycholog. Mittwoch-Ges. u. d. Wiener Psychoanalyt. Vereinigung, 1992.

  • Autor/in

    Elke Mühlleitner
  • Empfohlene Zitierweise

    Mühlleitner, Elke, "Nunberg, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 375 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd106854518.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA