Lebensdaten
1895 bis 1980
Geburtsort
Berlin-Charlottenburg
Sterbeort
Pullach bei München
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 106369784 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schafheitlin, Franz
  • Schafheitlin, Franz Erwin Paul

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Zitierweise

Schafheitlin, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd106369784.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (1861–1924), Dr. phil., Oberlehrer f. Math. am Sophien-Realgymn. in B., Mitgl. d. wiss. Prüfungskomm., PD an d. TH Charlottenburg (s. Pogg. IV-VI; Wi. 1922), S e. Kaufm. u. d. N. N. Rousset;
    M Martha Bernhard, Opernsängerin;
    1) N. N. 2) Ika N. N., Theaterautorin, 3) 1942 Hertha Scheel (1905–96);
    S aus 3) Stefan (* 1943), Lehrer in Bremen.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1914 studierte S. Germanistik, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre mit dem Ziel, Bibliothekar zu werden. Nach einer Verwundung als Soldat in Flandern begann er mit einer Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin und trat 1920 sein erstes Engagement am Freilichttheater in Osnabrück an. Nach Engagements in Stuttgart (1921–24), Halberstadt (1925) und Zürich (1926/27) kehrte er 1927 nach Berlin zurück. 1930-36 war er am Dt. Volkstheater in Wien engagiert und spielte 1936 bei den Salzburger Festspielen unter Reinhardt den Mephisto. 1937-45 arbeitete er an der Volksbühne Berlin unter Eugen Klöpfer, wo er sich als Ensembledarsteller der zweiten Reihe ein breites Repertoire vom klassischen und modernen Theater bis zum gehobenen Boulevard erarbeitete. Er verkörperte den leicht karikierten Bourgeois ebenso wie den Vorstadt-Beau und den noblen Grandseigneur. Schon seit 1926 auch im Stummfilm beschäftigt (Napoleon auf St. Helena. 1928/29, mit Werner Krauss als Napoleon, Regie: Lupu Pick), wirkte er bis 1945 in über 100 Filmen mit. Unter den Tonfilmrollen seit 1936 befanden sich harmlose Unterhaltung (Kennen Sie Korff noch nicht?, 1938) ebenso wie der NS-Ideologie verpflichtete Tendenz- bis Propagandaarbeiten (Lord Kitchener, in: Ohm Krüger, 1940; Kolberg 1943/44).

    Bei Kriegsende kam S. aus den Niederlanden nach einem einjährigen Aufenthalt in Niedersachsen nach Hamburg, wo er seine Theaterlaufbahn fortsetzte, sich aber seit 1950 nicht mehr an ein festes Ensemble band. Als erste Theaterarbeit an der „Jungen Bühne“ unter Answald Krüger inszenierte er Thornton Wilders „Unsere kleine Stadt“. Zwischen 1955 und 1961 trat er auf 20 Tourneen mit prominenten Kollegen wie Will Quadflieg, Ernst Deutsch und Fritz Kortner in klassischen Rollen auf. Auch der dt. Nachkriegsfilm griff wieder auf den markanten, differenzierten Chargenschauspieler zurück: Hier ebenso wie im Fernsehen war S. prädestiniert für Schurken aller Art, ebenso wie für Staatsanwälte, Ärzte und andere Autoritätspersonen. In vielen Dokumentar- und Kriminalstücken verkörperte er nachdenkliche, skurrile und verschrobene Figuren, denen er durchaus differenzierte Mischfarben abzugewinnen verstand. Daneben arbeitete er als Synchronsprecher und in Hörspielproduktionen und trat in Boulevardkomödien auf. Kultstatus gewann die erste Science-fiction-Serie des dt. Fernsehens „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ mit S. als „Präsident“ (produziert 1965, erstmals ausgestrahlt 1966). Mit rund 220 Film- und 150 Fernsehrollen wirkt seine Filmographie wie ein Spiegelbild des dt. Nachkriegsfilms; in seiner Theaterarbeit überzeugte S. durch die Sparsamkeit der eingesetzten darstellerischen Mittel. – Filmband in Gold (1970).

  • Werke

    So was gibts (Limericks, Privatdr.);
    Theater:
    Tod, in: Jedermann, Salzburg 1952;
    Antonio, in: Torquato Tasso, nach 1955/56;
    Der ideale Gatte (1980, letzte Rolle);
    Filmogr.:
    Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna, 1928/29 (Stumm);
    Geld auf der Straße, 1930;
    Die Blumenfrau v. Lindenau, 1931;
    Der Hexer, 1932;
    Frasquita, 1934;
    August d. Starke, 1935;
    IA in Oberbayern, 1936;
    Fiakerlied, 1936;
    Heimat, 1938;
    Marguerite 3, 1939;
    Kora Terry, 1940;
    Der gr. König, 1940/41;
    Friedemann Bach, 1940/41;
    Ich klage an, 1941;
    Andreas Schlüter, 1941/42;
    Münchhausen, 1942/43;
    Opfergang, 1942/43;
    Paracelsus, 1943;
    Die Affäre Roedern, 1943;
    Ich glaube an Dich, 1944/45;
    Das Leben geht weiter, 1945;
    In jenen Tagen, 1947;
    Finale, 1948;
    Kätchen f. alles, 1949;
    Der Fall Rabanser, 1950;
    Melodie d. Schicksals, 1950;
    Dr. Holl, 1950;
    Grün ist d. Heide, 1951;
    Von Liebe reden wir später, 1952;
    Heideschulmeister, Uwe Karsten, 1954;
    Der Pfarrer v. Kirchfeld, 1955;
    Solange noch d. Rosen blühen, 1956;
    Nachtschwester Ingeborg, 1958;
    Und ewig singen d. Wälder, 1959;
    Das Erbe v. Björndal, 1960;
    Hamlet, 1960;
    Die toten Augen v. London, 1961;
    Die Zwillinge vom Immenhof, 1973;
    Frühling auf Immenhof, 1974;
    Fernseh-Serie:
    Meine Tochter, unser Fräulein Doktor, 1970 (ZDF);
    – Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino, 2003 (Kinofassung d. ehem. Fernseh-Serie).

  • Literatur

    J. C. Glenzdorf, Glenzdorf's Internat. Film-Lex., 1960/61;
    H. Holba u. a., Reclams dt. Filmlex., 1984;
    K. Weniger, Das gr. Personenlex. d. Films, VII, 2001;
    Munzinger;
    Kürschner, Biogr. Theater-Hdb., 1956, S. 585;
    – Hochschule f. Film u. Fernsehen, München (Ztg.ausschnittarchiv) (P).

  • Autor/in

    Eva Chrambach
  • Empfohlene Zitierweise

    Chrambach, Eva, "Schafheitlin, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 545-546 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd106369784.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA