Lebensdaten
1903 bis 1963
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Gaildorf (Württemberg)
Beruf/Funktion
Magier ; Illusionist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 105942960 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schreiber, Helmut (eigentlich)
  • Kalanag
  • Schreiber, Helmut (eigentlich)
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Kalanag, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd105942960.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Sch. (* 1868), Textilkaufm. in St., S d. Wilhelm, Webers-S aus Beutelsbach, Maler u. Lackierer in Esslingen, u. d. Karoline Kempe;
    M Martha (* 1873), T d. Bankiers Gotthilf Leuze in Passau u. d. Laura Schürmann;
    Berlin-Steglitz 1941 Anneliese gesch. Hufnagel (* 1918), T d. Oberlandjägermeisters Willi Voß (1881–1937) u. d. Paula Berta Orthmann;
    1 T.

  • Leben

    K., bekanntester und einflußreichster deutscher Illusionist zwischen 1930 und 1960, entlehnte seinen Künstlernamen von der gleichnamigen „Schwarzen Schlange“ aus R. Kiplings „Dschungelbuch“. Seine Entwicklung, die ihren Höhepunkt in der ersten Hälfte des letzten Lebensjahrzehnts erreichte, verlief in zwei großen, durch das Kriegsende voneinander getrennten Phasen. Schon als Kind offenbarte K. seine außerordentliche Zuneigung zu Zauberei und Magie, die sich beim Vorführen zunächst einfacher, bald aber auch schwieriger Zauberkunststücke zeigte. Bei seinen Eltern fand K. für seine „Liebhaberei“ zunehmende Unterstützung, wenn auch mit dem Vorbehalt, die Schulzeit mit dem Abitur abzuschließen (1921, Friedrich-Eugen-Oberrealschule Stuttgart). Dank seiner Begabung vermochte sich K. rasch und publikumswirksam vom ersten Auftritt an (15jährig im Rot-Kreuz-Lazarett Passau, Winter 1918; Kleinkunstbühne Papa Benz, München, 1923) in die Öffentlichkeit einzuführen. Obwohl in diesem Lebensabschnitt seine Tätigkeit in der Filmindustrie (Bavaria, Tobis. Emelka) noch die Existenzgrundlage lieferte, so überwog doch schon sein durch unregelmäßige Auftritte begründeter Ruhm als Magier und Illusionist bei weitem und brachte ihm in jungen Jahren zahlreiche, von manchem Kollegen mißgönnte Ämter und Ehrungen ein (Schriftleiter d. Zeitschrift „Magie“; Präsident, später Ehrenpräs, d. Magischen Zirkels von Deutschland, Träger des Ringes dieses Zirkels). Dennoch setzte K.s steile internationale Karriere erst nach 1945 ein, als er zusammen mit seiner Frau und früheren Partnerin „Gloria“ und einer großen Show-Truppe auf zahlreichen Tourneen im In- und Auslande (Nord- u. Südamerika, Südafrika, Nord-, West- u. Südeuropa) auftrat und sich mit seiner magischen Unterhaltungsrevue „K. und Gloria“ den Ruf eines „Meisters aller Magier“ erwarb. Zu seinem Erfolg trugen sein sicheres, gemessenes Auftreten, seine geschickte Kontaktaufnahme mit dem Publikum und eine wirksame Werbung ebenso bei, wie seine Gabe, in Fachkreisen bekannte Trickprinzipien zu scheinbar neuartigen, hochwirksamen Illusionsfolgen umzugestalten. Seine Auftritte besaßen eine so starke Faszination, daß er zu Unrecht von vielen auch als Erfinder dieser Zaubertricks und Großtäuschungen angesehen wird. Am bekanntesten hiervon waren „Die magische Bar“, „Wasser aus Indien“ (unerschöpflicher Krug), „Das Mädchen ohne Mitte“, „Das verschwindende Automobil“, „Konfusion um eine Kiste“ (Personenaustausch-Illusion). K. betrieb anhand seiner großen Fachbibliothek auch eigene Forschungen zur Geschichte und Entwicklung der Magie.|

  • Auszeichnungen

    Weitere Auszeichnungen: Hofzinser Ring (1936), Silberner Zauberstab des Magic Circle London, Melachinis Goldener Zauberstab, Oscar do Brasil (Sao Paulo 1957).

  • Werke

    Der Magier erz. sein Leben, 1962 (P);
    Simsalabim wirbelt um d. Welt (Privatdr., o. J.).

  • Literatur

    Mag. Welt 2, H. 2, 1953, S. 28 f. (P);
    C. Gf. v. Klinckowstroem, Die Zauberkunst, 1954, S. 9, 53 (P);
    Frankfurter Allg. u. Rhein-Neckar-Ztg. v. 27.12.1963;
    M, Seldow, Die Kunst, Frauen zu zersägen, Große Zauberer u. ihre Geheimnisse, 1964,|S. 175 f. (P);
    J. Zmeck, Wunderwelt Magie, 1967, S. 7-9 (P);
    F. Trauer, Heitere Zauberkunst I, o. J., S. 7-9 (P, Privatdr.).

  • Autor/in

    Werner Geissler-Werry
  • Empfohlene Zitierweise

    Geissler-Werry, Werner, "Kalanag" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 44 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd105942960.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA