Lebensdaten
1902 bis 1973
Geburtsort
Kiel
Sterbeort
Bad Kissingen
Beruf/Funktion
Steuerjurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 105710288 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mersmann, Wolfgang
  • Mersmann, Wolfgang Felix Walter

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Zitierweise

Mersmann, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd105710288.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1874–1944), Kapitän z. See in K.;
    M Alice (1880–1950), T d. Siegmund Schloßmann (1844–1909), Prof. f. röm. Recht u. GJR in K. (s. Wi. 1909), u. d. Hedwig Henriette Bertha Jaffé (1856–1919);
    Berlin 1933 Margarethe (1904–80), T d. Hermann Rösler ( 1919), Hegemeister in Berlin, u. d. Martha v. Zastrow (* 1881); kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechte in Kiel, Leipzig und Freiburg und beiden juristischen Staatsprüfungen (Kiel 1925, Berlin 1929) trat M. 1930 in die Reichsfinanzverwaltung ein, wo er zunächst bei Finanzämtern und beim Landesfinanzamt in Berlin beschäftigt war. Mit seiner Ernennung zum Regierungsrat (1934) wurde er nach Hamburg versetzt. Bis zu seiner Einziehung zum Wehrdienst (1943) war er hier bei verschiedenen Finanzbehörden mit vielseitigen Aufgaben betraut. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 in Hamburg wieder in den Dienst der Finanzverwaltung zurück. Schon bald wurde er in die zum 1. März 1946 in Hamburg errichtete Finanzleitstelle für die brit. Zone, die in ihrem Bereich einen Großteil der früher vom Reichsfinanzministerium ausgeübten Funktionen wahrnahm, als Abteilungsleiter berufen. Hier erfolgten seine Ernennungen zum Leitenden Regierungsdirektor (Juli 1946) und zum Ministerialdirigenten (November 1947). Ende 1948 übernahm M. die Leitung der Steuerabteilung in der Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes in Bad Homburg. Mit der Überführung dieser Behörde nach Bonn trat M. 1950 als erster Steuerabteilungsleiter in das Bundesministerium der Finanzen ein (Ministerialdirektor 1951). In dieser Funktion wirkte er unter den Finanzministern Schäffer und Etzel mehr als ein Jahrzehnt lang bei der Vorbereitung und Ausführung der Steuergesetze des Bundes mit. 1962 wurde M. als Nachfolger von Ludwig Heßdörfer an die Spitze des obersten deutschen Steuergerichts, des Bundesfinanzhofs in München, berufen. Nach achtjähriger Amtszeit, in die u. a. das Inkrafttreten der Finanzgerichtsordnung von 1965 und der Übergang des Bundesfinanzhofs vom Geschäftsbereich des Bundesministers der Finanzen in den des Bundesministers der Justiz (1969) fiel, trat M. 1970 in den Ruhestand.

    Zu den bleibenden Verdiensten M.s gehören in erster Linie seine Mitwirkung beim Aufbau der Steuerverwaltung nach 1945, bei der Neuordnung des Steuerrechts nach der Währungsreform 1948 und bei der Steuerreformgesetzgebung der 50er Jahre, mit der ein entscheidender Beitrag zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft geleistet wurde. Neben der Zusammenarbeit der Steuerverwaltungen von Bund und Ländern galt M.s besonderes Interesse den internationalen Steuerfragen. Er wirkte in Sachverständigengremien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie im Rat der International Fiscal Association (IFA) in Amsterdam mit. Das internationale Steuerrecht war auch ein Schwerpunkt seiner reichen schriftstellerischen und Vortragstätigkeit. Seit 1968/69 nahm M. an der Univ. München einen Lehrauftrag für Steuerrecht wahr.|

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c. (München 1967); Gr. Bundesverdienstkreuz (1970); Bayerischer Verdienstorden (1971).

  • Werke

    u. a. Das Einkommensteuerrecht im Vereinigten Wirtsch.gebiet, 1948 (Nachtrag 1949);
    Die Einkommensteuerreform v. 20. April 1949, 1949;
    Das DM-Bilanzgesetz mit Nebengesetzen u. Hinweisen, 1950;
    Internat. Doppelbesteuerung, in: W. Gerloff u. F. Neumark (Hrsg.), Hdb. d. Finanzwiss., 21965, Bd. 4, S. 89-135. – Hrsg.: Die Verwaltung d. Bundeseinkommensteuer in d. USA, 1971. – Mithrsg.: Dt. Steuer-Ztg.;
    Steuer u. Wirtsch.

  • Literatur

    H. M. Oeftering, in: Dt. Steuer-Ztg. 50, 1962, S. 197 (P);
    G. Döllerer, ebd. 58, 1970, S. 193 f.;
    ebd. 61, 1973, S. 361;
    Finanz-Rdsch. 25, 1970, S. 309 f.;
    H. v. Wallis, in: Dt. Steuerrecht 11, 1973, S. 645.

  • Autor/in

    Johann Heinrich Kumpf
  • Empfohlene Zitierweise

    Kumpf, Johann Heinrich, "Mersmann, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 176 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd105710288.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA