Lebensdaten
1615 bis 1677
Sterbeort
Laibach
Beruf/Funktion
österreichischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104270136 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Auersperg, Johann Weichard Fürst von und zu
  • Auersperg, Johann Weikhard Fürst von und zu
  • Auersperg, Johann Weichard Fürst von und zu

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Zitierweise

Auersperg, Johann Weikhard Fürst von und zu, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104270136.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (Dietrich) Graf von Auersperg (seit 11.9.1630), Reichshofrat, Landesverweser in Krain;
    M Maria Katharina, T des Georg Achaz Graf von Losenstein und der Franziska Gräfin von Mansfeld;
    Gvv Christoph Freiherr von Auersperg ( 1592);
    Ur-Gvv Herbard von Auersperg (s. 5);
    B Wolf Engelbrecht Graf von Auersperg

  • Leben

    Am 17.1.1640 wurde A. in den Reichshofrat eingeführt, trat jedoch wenig hervor und wurde bereits 1641 zu einer wichtigen Mission des Kaisers nach Den Haag gesandt. An den Friedensverhandlungen zu Osnabrück nahm er führenden Anteil. Als Ajo und Obersthofmeister leitete er die Erziehung König Ferdinands IV. und wurde nach dessen Tod Oberhofmeister Kaiser Ferdinands III. und damit einer der entscheidenden Männer des Hofes. Nach dem Tode des Grafen M. von Trauttmannsdorff Erstminister und Geheimer Rat, konnte er sich immer stärker in den Vordergrund schieben und hatte im ersten Jahrzehnt der Regierung Kaiser Leopolds I. den größten Einfluß. Allerdings verstand es der Hofkriegsratspräsident Fürst W. E. Lobkowitz, seine Machtsphäre allmählich einzudämmen. – Auch äußere Ehrungen blieben dem Ehrgeizigen nicht versagt. In den Reichsfürstenstand erhoben, verstand er es, sich die Belehnung mit den erledigten schlesischen Herzogtümern Münsterberg und Frankenstein zu verschaffen (1654), und nannte sich danach Herzog von Münsterberg. Am 19.1.1668 schloß er den Geheimvertrag mit Frankreich über die Teilung der spanischen Monarchie ab. Außenpolitisch war er ein Anhänger der katholischen Tripelallianz zwischen dem Kaiser, Frankreich und Spanien; Papst Clemens IX. und die Königin-Witwe von Spanien sahen in seinen Plänen jedoch eine Gefährdung ihres Machtbereichs. Da er unter dem Verdacht stand, mit Ludwig XIV. geheime Abmachungen getroffen und als Lohn dafür vom französischen König die Kardinalswürde zugesagt bekommen zu haben, kam es zu seinem plötzlichen Sturz am 10.12.1669. Er wurde zum Tode verurteilt, doch verwies ihn der Kaiser auf seine Krainer Güter, wo er fortan lebte. 1673 erbte er von seinem Bruder Wolf Engelbrecht Graf A. die Herrschaften Gottschee und Seissenberg.

  • Literatur

    ADB I;
    Mitt. d. hist. Ver. f. Krain, 1853, S. 92;
    A. Wolf, Drei diplomat. Relationen aus d. Zeit Kaiser Leopolds I., in: Archiv f. Kde. österr. Gesch.qu. 20, 1859, S. 289;
    H. Höfflinger, Die Kaiserl. Hofpfalzgrafen, Wien 1928/29, S. 30;
    G. Mecenseffy, Im Dienste dreier Habsburger, Leben u. Wirken d. Fürsten J. W. v. A. (1615-77), in: AOeG 114/2, 1938, S. 295-509 (auch Sonderdruck);
    O. v. Gschließer, Der Reichshofrat, Wien 1942, = Veröffentlichungen d. Komm. f. neuere Gesch. d. ehemaligen Österr., Bd. 33.

  • Autor/in

    Gustav Adolf Metnitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Metnitz, Gustav Adolf, "Auersperg, Johann Weikhard Fürst von und zu" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 437 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104270136.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Auersperg: Johann Weichard Graf v. A. und der erste Fürst dieses Namens (1615—1677), stammte ans der älteren Linie des in Krain ansässigen Geschlechtes der A. Er bekleidete mehrere Stellen in der Regierung, wurde Ajo und Obersthofmeister des römischen Königs Ferdinand IV. und 1655 der erste geheime Rath, Minister und Rathgeber König Ferdinands III. und Leopolds V. 1653 wurde er in den Reichsfürstenstand erhoben, 1654 mit Münsterberg und Frankenstein in Schlesien belehnt; er nannte sich davon Herzog von Münsterberg. Als erster Minister schloß er am 19. Januar 1668 den geheimen Vertrag mit Frankreich über eine Theilung der spanischen Monarchie; er arbeitete an einer katholischen Triplealliance zwischen Oesterreich, Frankreich und Spanien, und wollte Cardinal werden, als er in Folge einer Anzeige des römischen Hofes am 10. December 1669 plötzlich entlassen und vom Hofe verbannt wurde. Er lebte dann in Krain, erbte von seinem Bruder Wolf Engelbrecht Graf Auersperg 1673 die großen Güter Gottschee und Seissenberg und starb am 13. November 1677 in Laibach.

    • Literatur

      Adam Wolf: Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen, 1858, XX. B. 289.

  • Autor/in

    Wolf.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolf, Adam, "Auersperg, Johann Weikhard Fürst von und zu" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 640 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104270136.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA