Lebensdaten
1794 bis 1849
Geburtsort
Potsdam
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Verlagsbuchhändler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 104226048 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herbig, Friedrich August

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Zitierweise

Herbig, Friedrich August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104226048.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1754–1832), preuß. Kammermusiker, Violoncellist in P. u. Sanssouci, S d. Stadtmusikers Heinr. August in B. u. d. Victoria Sophia Kuntze;
    M Elisabeth Carol. (1764–96), T d. Rentmstr. Ehregott Leberecht Baer in B. u. d. Marie Elis. Wegner;
    B Wilhelm (1787–1861), Maler, Prof. u. Vizedir. d. Ak. d. Künste in B. (s. ThB);
    - Berlin 1824 Franziska Wilh. Henr. (1803–86), T d. Frdr. Wilh. Marquard (1778–1849), Hofrat u. Oberinsp. d. Charité in B., u. d. Sophie Cath. Trautmann;
    7 S, 6 T, u. a. Adolf (1825–74) übernahm 1849 d. Verlag u. brachte seit 1863 d. „Vj.-schr. f. Volkswirtsch., Pol. u. Kulturgesch.“ heraus, Otto (1843–1909), Konteradmiral, Mitgl. d. Oberseeamts, hißte 1884 als Kapitän z. See u. Kommandant auf SMS „Leipzig“ in Angra Pequena (Lüderitzbucht) d. dt. Flagge u. stellte damit formell Dt.-Südwestafrika unter d. Schutz d. Reiches (s. BJ XIV, Tl. 1909, L);
    E August (1853–1907), dann dessen Wwe, Jane geb. Baxter (1859–1929), führten d. Verlag weiter, d. sich jetzt bes. d. Roman u. d. Frauenschrifttum zuwandte (z. B. seit 1893 Zs. „Die Frau“).

  • Leben

    Nach Schulbesuch in Potsdam trat H. in die Berliner Buchhandlung Nauck als Lehrling ein. 1820 erwarb er den Verlag F. Schade und gründete 1821 den „Verlag von Friedrich August Herbig“, der sich bald danach in der Berliner Dorotheenstadt etablierte. Das breite Spektrum von H.s Verlegertätigkeit kennzeichnen folgende Titel-Beispiele: „Moritz' Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten“, „Handbibliothek für Officiere“, „Handbibliothek für Gärtner“ mit namhaften Mitarbeitern, unter anderem Bouché, und Reichards „Passagier“, eines der ersten größeren Reisehandbücher Deutschlands, das auch französisch und russisch aufgelegt wurde. Besonders bedeutsam durch ihre zahlreichen Auflagen wurde die Französisch Schulgrammatik, die Karl Ploetz 1848 dem Verlag anvertraute. Dieser Bucherfolg begründete das Vermögen des H.-Verlages, der um 1845 in die Nähe des Potsdamer Tors umgezogen war. – Im gastlichen Hause H.s verkehrten unter anderem die Brüder Grimm, Achim und Bettina von Arnim, Schadow, Begas und der mit H.s Frau verwandte Felix Dahn. Alter Familientradition treu bleibend, war H. ein Freund guter Musik. – Ehrendirektor des Berliner Philharmonischen Vereins (1847).

    1935 ging der H.-Verlag in den Besitz von Dr. E. Winkler und Walter Kahnert (1901–64) über. Seit 1945 Alleinbesitzer, gab Kahnert dem H.-Verlag, nun in West-Berlin, neue belebende Impulse. 1946 erschien in 1. Auflage W. Steins „Kleiner Kulturfahrplan“, 1951 gliederte Kahnert die Non-Stop-Bücherei an, die Taschenbuchausgaben verlegt. 1966 wurde der H.-Verlag nach München verlegt. Er wird seitdem in Personalunion mit dem Langen-Müller-Verlag von dem Inhaber des Wiener Amalthea-Verlags betrieben.

  • Literatur

    ADB 50;
    H. Kreyenberg, Gesch.d. Fam. H., 1939 (P, Privatdr.);
    U. Herbig, Stammliste d. Geschl. H., 1941, S. 59 (als Ms. vervielf.);
    Herbig Post, = Mitt. d. F. A. H. Verlagsbuchhandlung, Berlin-Grunewald, Herbst 1960, S. 1.

  • Portraits

    2 Ölgem. v. Wilh. Herbig (B), 1824 (im Bes. v. Dr. S. v. Weiher, München), Abb. in: Volk u. Rasse, 1941, H. 1;
    um 1840 (im Bes. v. H. Konheiser, Berlin), Abb. b. Kreyenberg, s. L.

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Herbig, Friedrich August" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 586 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104226048.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Herbig: Friedrich August H., Buchhändler, geboren 1791, 1849, legte 1821 durch Ankauf der Handlung von F. Schade den Grund zu einer Verlagsbuchhandlung F. A. Herbig. Aus seiner vielseitigen Verlagsthätigkeit seien aufgeführt: die „Handbibliothek für Officiere“, die „Handbibliothek für Gärtner“, Dr. C. G. Neumann, „Von den Krankheiten des Menschen“, Moritz, „Götterlehre“ und Reichard's „Passagier“, wol das erste größere Reisehandbuch, das auch in französischer und russischer Sprache erschien. Nach dem Tode von F. A. H. übernahm sein ältester Sohn, Adolf H., geboren 1825, 1874, die Firma und führte sie unter demselben Namen weiter. Er rief im Verein mit Julius Faucher, Otto Michaelis, Prince-Smith und Emminghaus im Jahre 1863 die „Vierteljahrschrift für Volkswirthschaft“ ins Leben. Seine Hauptthätigkeit jedoch verwendete er auf den Verlag und die Verbreitung der Lehrbücher von Karl Ploetz. Der große Erfolg und die immense Verbreitung dieser Bücher beschränkten die Firma mit der Zeit fast ganz auf das besondere Feld der neusprachlichen Unterrichtsbücher. Als H. 1874 starb, ging die Firma in den Besitz seiner Wittwe, Anna H. geb. Grimm, über. Im J. 1881 trat ihr ältester Sohn, Friedrich August H. (geb. 1853), zunächst als Theilhaber ein.

  • Autor/in

    Karl Fr. Pfau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pfau, Karl Friedrich, "Herbig, Friedrich August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 50 (1905), S. 215 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104226048.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA