Lebensdaten
1537 bis 1592
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Tempzin (Mecklenburg)
Beruf/Funktion
Herzog zu Mecklenburg ; Administrator von Ratzeburg ; Koadjutor von Riga
Konfession
lutherischer Bruder
Normdaten
GND: 104183292 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Christoph von Mecklenburg
  • Christoph
  • Christoph von Mecklenburg
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Zitierweise

Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104183292.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Albrecht VII. v. Mecklenburg ( 1547 [s. NDB I]);
    M Anna (1507–67), T Kf. Joachims I. v. Brandenburg (1484–1535) u. der Elis., T Kg. Johanns I. v. Dänemark (1455–1513);
    B Hzg. Joh. Albr. I. v. Mecklenburg-Schwerin (1525-76 [s. ADB XIV], ⚭ Anna Sophie [ 1591], T Hzg. Albrechts v. Preußen [ 1568, s. NDB I]);
    1) 1573 Dorothea (1528–75), Halbschwester Christians III., Hzg. v. Schleswig-Holstein, Kg. v. Dänemark ( 1559 [s. NDB III]), T Hzg. Friedrichs I. v. Schleswig-Holstein, Kg. v. Dänemark (1471-1533 [s. ADB VII]), u. der Sophie, T Hzg. Bogislaws X. v. Pommern ( 1523 [s. NDB II]), 2) 1581 Elis. (1549–97), T Kg. Gustavs I. v. Schweden (1496–1560) u. der Marg. Lejonhufvud;
    T Marg. Elis. (1584–1616, Hzg. Joh. Albr. II. v. Mecklenburg-Güstrow [1590–1636, Großneffe v. Christoph]).

  • Leben

    EB Wilhelm von Riga, ein Bruder Herzog Albrechts des Älteren von Preußen, berief eigenmächtig den von seinem Bruder Johann Albrecht I. finanziell unterstützten Christoph zum Koadjutor. Ein hochverräterisches Unternehmen des Erzbischofs gegen die Ordensherrschaft endete damit, daß er mit seinem Koadjutor in die Hände des Ordensmeisters fiel. Im Frieden vom 5.9.1557 wurdeder Erzbischof wieder eingesetzt, Christoph als Koadjutor anerkannt. 1557 begann der Angriff des Zaren, unter dem das morsch gewordene altlivländische Staatswesen sich auflöste. 1559 befreite Christoph das Erzstift von den eingedrungenen Russen. Das Herzogtum Kurland und das sogenannte überdünische Fürstentum Livland gerieten unter polnische Herrschaft. Nach dem Tode EB Wilhelms 1563 ließ König Sigismund II. von Polen durch seinen Lehnsherzog Gotthard von Kurland, seit 1562 auch Administrator des überdünischen Fürstentums Livland, die rigischen Stiftsgüter in Besitz nehmen. Ein Versuch Christophs, sich im Stift festzusetzen, endete mit seiner Gefangennahme in Dahlen bei Riga durch Herzog Gotthard, der ihn an den polnischen König auslieferte. Christoph wurde erst 1569, nachdem er allen Ansprüchen auf das Erzstift Riga entsagt hatte, in die Heimat entlassen. - Thronstreitigkeiten in Mecklenburg, die nach dem Tode Herzog Johann Albrechts I. ausbrachen, endigten erst nach dem Tode Christophs. Dieser war ein Freund der Alchemie und unterhielt ein damals bekanntes Laboratorium auf seinem Schloß Gadebusch (Mecklenburg).

  • Literatur

    ADB IV;
    A. Bergengrün, Hzg. Ch. v. M., letzter Coadjutor d. Erzbistums Riga, Reval 1898;
    M. Bahrfeldt, Die Münzen d. Bistums Ratzeburg I, in: Jbb. d. Ver. f. mecklenburg. Gesch. u. Altertumskde. 76, 1911, S. 283-306;
    L. Arbusow, Grundriß d. Gesch. Liv-, Est- u. Kurlands, Riga 41918;
    H. Block, Karl IX. som teol. u. religiõs Personlighet, Göteborg 1918 (z. 2. Ehe);
    O. Vitense, Gesch. v. Mecklenburg, 1920, S. 165, 167, 171-73;
    s. a. W. Heeß, Gesch. Bibliogr. v. Mecklenburg, T. 1, 1944, S. 228 f.

  • Portraits

    Grabdenkmal v. R. Coppens (Dom Schwerin), Abb. b. F. Schlie, Die Kunst- u. Gesch.-Denkmäler d. Ghzgt. Mecklenburg-Schwerin II, 1898, S. 557 bis 559 (vgl. Jbb. d. Ver. f. mecklenburg. Gesch. u. Altertumskde. 58, 1893, S. 86 f.).

  • Autor/in

    Heinz Maybaum
  • Empfohlene Zitierweise

    Maybaum, Heinz, "Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 247 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104183292.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Christoph, Herzog zu Mecklenburg, vierter Sohn des Herzogs Albrecht VII. von Mecklenburg-Güstrow und der Anna von Brandenburg, wurde am 30. Juni 1537 zu Augsburg geboren und am 4. März 1592. Er war seit 1554 Administrator des Bisthums Ratzeburg und wurde 1555 auch Coadjutor des Erzbischofs Wilhelm von Riga, Markgrafen von Brandenburg, mit der Anwartschaft auf Nachfolge im erzbischöflichen Stuhle. Seine Wahl erregte aber lebhafte Zwistigkeiten, in deren Folge beide, der Erzbischof und sein Coadjutor, am 1. Juli 1556 zu Kockenhusen gefangen genommen wurden. Im J. 1557 nach mancherlei Verhandlungen freigelassen, erhielt Ch. zwar am 5. Sept. d. J. die Anerkennung seiner Coadjutorei, vermochte aber, nachdem der Erzbischof Wilhelm am 4. Febr. 1563 gestorben, seine Ansprüche auf Nachfolge nicht durchzusetzen. In einem hierüber mit den Polen entstandenen Kampfe wurde er am 4. Aug. d. J. abermals gefangen genommen und kam erst im J. 1569 frei, nachdem er allen seinen Ansprüchen entsagt hatte. Er lebte nun in Mecklenburg von den Einkünften einiger Aemter und kaiserlichen Wartegeldern. Am 27. Oct. 1573 vermählte er sich mit des Königs Friedrich I. von Dänemark Tochter Dorothea, geb. 1529, und nach deren am 11. Novbr. 1575 erfolgten Tode am 7. Mai 1581 mit Elisabeth, geb. 1549, einer Tochter des Königs Gustav I. von Schweden, welche 1597 starb.

    • Literatur

      Lisch, Meckl. Jahrb. I. S. 147. IX. S. 101. XIV. S. 68. XVIII. S. 51. 81. XXII. S. 42. — Voll, Gesch. Meckl. I. S. 214.

  • Autor/in

    Fromm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fromm, "Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 240-241 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104183292.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA