Lebensdaten
1815 bis 1903
Geburtsort
Allstedt (Goldene Aue)
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
Jurist ; Professor in Freiburg im Breisgau und Leipzig
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 104100982 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmidt von Ilmenau, Karl Adolf
  • Schmidt, Adolf
  • Schmidt von Ilmenau, Karl Adolf
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Zitierweise

Schmidt, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104100982.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich August (1785–1858), Sup. in A., Hg. d. NND, S d. Johann Christoph u. d. Christiana Friederika N. N.;
    M Augusta Henrietta, T d. Rudolf Erdmann Gruner (1737–1804), Oberpfarrer in Berga/Elster, u. d. Christiane Elisabetha Friedericke Reinmann (1750–1815);
    1) Laura Lindig ( 1853), 2) 1861 Auguste, T d. Peter Friedrich, bad. Hofkammerrat;
    1 S aus 2), 1 T aus 2) Laura (* 1864, ⚭ Friedrich Schur, 1856–1932, o. Prof. d. Math. in Dorpat, Aachen, Karlsruhe, Straßburg u. Breslau, s. NDB 23).

  • Leben

    Aufgewachsen in Ilmenau, studierte S. seit 1834 Rechtswissenschaften in Jena und wurde dort 1836 für eine Preisschrift „De successione fisci in bona vacantia ex jure romano“ ausgezeichnet. Im Rahmen der damaligen Kontroverse um die Rechte des Fiskus am erblosen Nachlaß trat er dafür ein, daß der Anfall des Vermögens an den Staat einen Fall|der Gesamtrechtsnachfolge bilde. Die Abhandlung wurde im Schrifttum viel beachtet. Promoviert aufgrund einer kommentierten Ausgabe von Ciceros Rede pro Roscio comoedo (1839), habilitierte sich S. 1840 in Jena für röm. Recht. 1843 wurde er ao. Professor, 1849 Ordinarius in Greifswald, bevor er 1850 einem Ruf nach Freiburg (Br.) folgte. Hier verbrachte er seine produktivste Zeit als Wissenschaftler. Um sich von dem Rostocker Oberappellationsgerichtsrat Karl Adolf Schmidt zu unterscheiden, der gleichfalls über röm. Recht publizierte, nannte er sich öfters nach dem Wohnort seiner Jugend „S. von Ilmenau“. 1858-66 Mitglied der 1. Bad. Kammer (Nat.lib.), trat er 1866 für eine Parteinahme Badens zugunsten Preußens ein.

    S.s wissenschaftliche Arbeiten waren vielfach grundlegend und bahnbrechend. Schon in seiner Sammlung „Civilistische Abhandlungen“ (Bd. 1, 1841) behandelte S., sieht man von einer Abhandlung zur Anwachsung von Erbteilen ab, im wesentlichen das Recht der Interdikte und Klagen des röm. Rechts. Es handelte sich insoweit um Vorarbeiten zu seinem Hauptwerk „Das Interdiktenverfahren der Römer“ (1853). Diese Monographie über Struktur und Aufgabe der Interdikte wurde grundlegend für deren historische Erforschung, bereicherte aber auch die Dogmatik der zeitgenössischen Rechtswissenschaft. Bekannt wurde insbesondere die aus den Quellen entwickelte Lehre, eine aus dem Interdikt erwachsende Obligation bestehe nur dann ex delicto, wenn sich der magistratische Rechtsbehelf gegen denjenigen richte, der die vom Recht mißbilligte, das Interdikt veranlassende Handlung beging. S.s Monographie „Das formelle Recht der Notherben“ (1862) stach weniger durch die Originalität der vertretenen Standpunkte als durch gelungene Entwicklung des Stoffes in historischer und dogmatischer Hinsicht hervor. Im Frühjahr 1869 wechselte S. nach Bonn, im Herbst desselben Jahres nach Leipzig, wo er bis 1901 lehrte. Er arbeitete auch mit an Mommsens Digestenausgabe. Zuletzt lebte er in Karlsruhe.

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Leipzig 1889); Ehrenbürger d. Stadt Leipzig (1895); mehrere Orden.

  • Werke

    Weitere W Krit. Bemerkungen zu T. Livii historiarum lib. XLI, Cap. 8, 9, D. Ulpiani fragm. tit. I, §. 12;
    fr. 1, §. 1. D. de inspiciendo ventre custodiendoque partu, 1856;
    Commentatio de originibus legis actionum, 1857;
    Das Pflichtteilsrecht d. patronus u. d. parens manumissor, 1868;
    Die Persönlichkeit d. Sklaven nach röm. Recht, 1. Abt., 1868;
    Das Hauskind in maneipio, 1879;
    div. Aufss. über röm. Recht.

  • Literatur

    Richters Krit. Jb. f. d. Rechtswiss. 1, 1837, S. 309-21;
    Jenaischer Univ.-Alm 1845, hg. v. H. Doering, S. 93 f.;
    Lebensskizzen d. Professoren d. Univ. Jena seit 1558 bis 1858, Eine Festgabe … v. Dr. J. Günther, 1858, S. 101 u. IV;
    Zarnckes Lit. Centralbl., 1862, Sp. 1037 u. 1903, Sp. 1491;
    B. Stintzing, in: Krit. Vj.schr. f. Gesetzgebung u. Rechtswiss. 5, 1863, S. 135-38;
    Sächs. Archiv f. Bürgert. Recht u. Proceß 3, 1893, S. 265-70;
    J. Kohler, in: Jur. Lit.bl. 16, 1904, S. 97 f.;
    A. Teichmann, in: BJ VIII, 1905, S. 152-54;
    Stintzing-Landsberg III/2;
    Meyers Konvers.-Lex., 51897;
    Kürschner, Lit.-Kal. 24, 1902;
    Brockhaus' Konvers.-Lex., 141908; |

  • Quellen

    Qu Ev. Kirchenbücher Allstedt u. Freiburg (Br.); StA Freiburg; Personalakte Univ. Freiburg u. Nachlaßakte, GLA Karlsruhe.

  • Portraits

    Foto (Univ.archiv Leipzig).

  • Autor/in

    Martin Avenarius
  • Empfohlene Zitierweise

    Avenarius, Martin, "Schmidt, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 174-175 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104100982.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA