Lebensdaten
1749 bis 1827
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Lyriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104044977 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haschka, Lorenz L.
  • Haschka, Lorenz Leopold
  • Haschka, Lorenz L.

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Zitierweise

Haschka, Lorenz Leopold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104044977.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Lorenz (1707–71), Kanzleiexpeditor;
    M Theresia Helena ( 1792), T d. Andreas Pütz, Senior d. äußeren Rats u. Leinwandhändler in Wiener Neustadt, u. d. Anna Maria N. N.; ledig.

  • Leben

    H., der Jesuit wurde, lebte nach Aufhebung des Ordens seit 1773 als Sekretär bei Hofrat Greiner, dem Vater der Karoline Pichler. Später unterstützte ihn J. B. Alxinger, 1797 erhielt er eine Bibliothekarstelle an der Wiener Universität und zugleich das Lehramt der Ästhetik am Theresianum. Zunächst griff er in seinen Oden Könige als Tyrannen und den rückständigen Klerus an, später begab er sich in das Lager der Reaktion, wurde ein ausgesprochen patriotischer Dichter und schrieb die Österreiche Volkshymne „Gott erhalte“, die von Haydn vertont und am 12.2.1797 im Burgtheater zum ersten Male gesungen wurde. Seine zahlreichen Oden, in denen er Klopstock und Michael Denis nachahmte, sind sprachlich schwülstig und voll Unnatur. Sie forderten Schillers Spott heraus.

  • Werke

    H.s Lyrik wurde nie gesammelt, erschien nur in Flugbll., Almanachen u. Zss.

  • Literatur

    ADB X;
    G. Gugitz, L. L. H., in: Jb. d. Grillparzerges. 17, 1907, S. 32 ff. (mit umfassender Bibliogr.);
    Goedeke V, S. 406, VI, S. 532;
    Wurzbach VIII.

  • Portraits

    Silhouette in: Österr. Nat.tasdienkal. f. 1789 (Wien, Stadtbibl.).

  • Autor/in

    Gustav Gugitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Gugitz, Gustav, "Haschka, Lorenz Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 18 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104044977.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Haschka: Lorenz Leopold H., Dichter, geb. zu Wien am 1. September 1749, gest. daselbst am 3. August 1827. Nach Vollendung der humanistischen Studien trat er in den Jesuitenorden ein und wurde zu Worms Lehrer an dem dortigen Gymnasium. Nach Aufhebung des Ordens in den weltlichen Stand zurückgetreten, begab sich H. nach Wien, wo er sich mit Schriftstellerei beschäftigte und dem Dichter Alxinger Unterricht in der Metrik ertheilte. Durch die Großmuth des letzteren, welcher ihm ein Geschenk von 10000 fl. machte, kam er in die Lage, frei von Nahrungssoren, sich litterarischen Studien zu widmen und sein dichterisches Talent zu entwickeln. Von den Josephinischen Ideen mächtig angezogen, nahm er das Wort für die Verbesserung der deutschen Sprache und für eine sorgfältige Pflege der Wissenschaften. In den Taumel der Begeisterung für politische und religiöse Freiheit hineingezogen, bekämpfte er, seinen ehemaligen Stand vollständig verläugnend, das Papstthum und das monarchische Princip. Bald stellte sich aber bei H. eine große Ernüchterung ein und er trat zur Zeit Kaiser Leopold II. und Kaiser Franz I. ebenso heftig gegen die revolutionären Bestrebungen jener Zeit auf. Ein Feind des Franzosenthums, zeichnete sich H. durch warme Vaterlandsliebe aus. Er ging aber im Hasse gegen seine politischen Gegner viel weiter als es einem Manne von edler Denkungsart geziemt und zog sich dadurch die heftigsten Anschuldigungen wider seinen Charakter zu, indem ihn seine Feinde des Denunziantenthums bezichtigten. Nachdem H. im J. 1797 zum Kustos der Universitätsbibliothek ernannt war, erhielt er 1798 die Professur für Aesthetik am Theresianum, von welchen Stellen er 1822 als Pensionär zurücktrat. Als Dichter gehört H. in Bezug auf die Form der Klopstock'schen Richtung an, in der poetischen Gestaltung erinnert er an Denis. In seinen Oden spricht sich oft bis zur Ueberschwänglichkeit warme Vaterlands- und Freiheitsliebe aus. Dabei führt er eine so kräftige, rücksichtslose Sprache, wie sie selbst in dieser Periode nur selten vorkommt. Berühmtheit erlangte H. durch die Dichtung des Textes der österreichischen Volkshymne. „Gott erhalte Franz den Kaiser“ (1797), zu welcher Haydn die erhebende Melodie componirt hat.

    • Literatur

      Vgl. Wurzbach, Biogr. Lexik. VIII. 20. H. Kurz, Geschichte d. deutschen Litteratur III. 46.

  • Autor/in

    K. Weiß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiß, Karl, "Haschka, Lorenz Leopold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 723 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104044977.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA