Lebensdaten
1863 bis 1914
Geburtsort
Salurn (Bozen)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Franziskaner ; Komponist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10389991X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pater Hartmann
  • An der Lan zu Hochbrunn, Paul von (eigentlich)
  • Hartmann
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Hartmann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10389991X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eugen v. An der Lan zu Hochbrunn (1828–1898), Eisenbahnbeamter, aus Tiroler Adelsgeschl.;
    M Anna Hübsch (1831–98).

  • Leben

    H. besuchte schon vom 6. Jahr an die Bozener Musikschule. Im August 1879 trat er im Kloster zu Salzburg in den Franziskanerorden ein. Dort vollendete er seine humanistischen und philosophisch-theologischen Studien und war gleichzeitig Theorie- und Orgelschüler von P. Peter Singer. 1886 in Brixen zum Priester geweiht, wirkte er zuerst in Lienz (Pustertal) als Organist, Chordirigent und Musiklehrer an der Stadtschule. Nach kurzem Aufenthalt in Reutte (Tirol) konnte er in Innsbruck bei Josef Pembaurdem Älteren Komposition und Instrumentallehre studieren. Ein Aufenthalt bei Paul Homeyer in Leipzig förderte ihn wesentlich im Orgelspiel. 1893 zum Organisten der Salvatorkirche und Direktor der Philharmonika in Jerusalem berufen, war er von 1894 an auch an der Grabeskirche als Organist tätig. 1895 berief ihn die Ordensleitung als Organist nach Aracoeli in Rom. Dort war er von 1901 an Direktor des Konservatoriums an der Piazza S. Chiara und leitete die Meisterklasse für Komposition. Um sich mehr der Verbreitung seiner Oratorien und der Komposition widmen zu können, wurde er von seinen römischen Verpflichtungen entbunden und lebte seit 1906 im Franziskanerkloster Sankt Anna in München. Ausgedehnte Reisen zur Aufführung seiner Werke, die er meist selbst leitete, führten ihn nach Petersburg, New York – dort weilte er 1906/07 –, nach Rom, Neapel, Genf und vielen Städten Deutschlands und Österreichs. – Durch seine 5 groß angelegten Oratorien gelangte er seinerzeit in der katholischen Welt zu großem Ansehen. Teilweise harte Kritik blieb seinem Werke nicht erspart, obwohl Kritiker wie Max Kalbeck und Eduard Hanslick sich sehr positiv zu verschiedenen Oratorien äußerten. Als Ziel schwebte H. vor Augen, das Oratorium vom Überschwang des Theatralisch-Dramatischen zu säubern und es seinem ursprünglichen Zweck, der religiösen Erhebung und Erbauung, zurückzugeben. Sich darum mit Erfolg bemüht zu haben, ist sein bleibendes Verdienst.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. röm. kgl. Musikak. S. Cecilia (1898), d. röm. Ak. d. Arkadier (1900); D. theol. (Würzburg 1905).

  • Werke

    Oratorien: St. Petrus, 1900;
    St. Franziskus, 1902;
    Das Letzte Abendmahl, 1904;
    Der Tod d. Herrn, 1905;
    Die sieben letzten Worte Christi am Kreuze, 1908;
    Te Deum, 1913;
    ferner Messen, Motetten, Orgelstücke, Kammermusik u. Lieder, s. MGG. - Schrr.: Essay üb. e. neues System d. Harmonie, Rom 1896;
    P. Peter Singer, 1910.

  • Literatur

    H. v. Bilguer, P. H. u. s. Oratorium St. Franziskus, 1902;
    C. Böhm, P. H. u. s. Oratorium „Das Letzte Abendmahl“, 1905;
    E. Schmitz, Pater H. als Oratorienkomponist, in: Hochland 7, 1909/10, S. 593-98;
    A. Scharnagl, in: MGG V, Sp. 1759-61 (W, L, P)

  • Autor/in

    Engelbert Grau OFM
  • Empfohlene Zitierweise

    Grau OFM, Engelbert, "Hartmann" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 728 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10389991X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA