Lebensdaten
erwähnt 875 oder 876 , gestorben 889
Beruf/Funktion
Bischof von Konstanz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 103086277 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Salomo II.

Verknüpfungen

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Zitierweise

Salomo II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103086277.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Wohl aus nördl. d. Bodensees ansässiger Adelsfam.;
    O Salomo I., Bf. v. Konstanz;
    N Salomo III. (reg. 890-919/20), Bf. v. Konstanz (beide s. NDB 22).

  • Leben

    Ob S. aus dem Konvent des Klosters Reichenau hervorgegangen ist, läßt sich nicht sicher sagen; möglicherweise genoß er seine Erziehung bei dem späteren Ebf. Liutbert von Mainz (reg. 863-889). Vermutlich Ende 875 zum Bischof von Konstanz gewählt, wird S. 876 erstmals in einem Diplom Karls (III.) erwähnt. Neben urkundlichen Belegen sind insgesamt 17 von S. zwischen 876 und 878 geschriebene Briefe überliefert, die jedoch von Notker von St. Gallen bei der Zusammenstellung seines Formelbuchs für Bf. Salomo III. erheblich bearbeitet wurden.

    Schon seit Beginn seines Pontifikats im Umkreis Ludwigs d. Deutschen nachweisbar, war S. ständig durch Königsdienst in Anspruch genommen und, wie er in einem Brief an Ebf. Liutbert von Mainz von Ende 875/Anfang 876 klagt, von seinen eigentlichen Aufgaben abgehalten. So hatte er z. B. 877/78 im Auftrag Karls III. eine Reise nach Kloster Luxueil zu unternehmen, wie er denn auch 886 als Legat des Kaisers tätig war. Möglicherweise gehörte er in späteren Jahren auch der Kapelle Kg. Arnulfs an. Innerhalb der Tätigkeit für seine Diözese ragt seine Fürsorge für Kloster Rheinau hervor. Für 877 ist auch eine von ihm unternommene Visitationsreise durch sein Bistum belegt; einige Hinweise sprechen für die Abhaltung einer Diözesansynode.

  • Literatur

    ADB 30;
    E. Dümmler, Das Formelbuch d. Bf. Salomo III. v. Konstanz aus d. neunten Jh., 1857, Nachdr. 1964;
    H. Maurer, in: Helvetia Sacra 1.2.1, 1993, S. 251 f.;
    ders., Das Bistum Konstanz II: Die Konstanzer Bischöfe v. Ende d. 6. Jh. bis 1206 (Germania Sacra NF 42/1), 2003, S. 84-88 (Qu. L).

  • Autor/in

    Helmut Maurer
  • Empfohlene Zitierweise

    Maurer, Helmut, "Salomo II." in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 388-389 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103086277.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Salomo II., Bischof von Constanz, 875—889, Sohn einer Schwester Bischof Salomo I., vielleicht wie jener in Fulda, jedenfalls von Erzbischof Liutbert von Mainz erzogen. Er wurde nach der kurzen Amtsführung zweier in hohem Alter auf den bischöflichen Stuhl erhobener Vorgänger Ende 875 Bischof. In dem sogenannten Formelbuch Salomo III. von Constanz besitzen wir für S. in einer Anzahl von ihm geschriebener und an ihn gerichteter Briefe ein Material von einziger Intimität des Lebens und Treibens der Zeit, welches zugleich in weitreichende und vielfache Beziehungen blicken läßt. Da ist erhalten ein Brief an einen Vicedom des Bischofs, dem nach Rom reisenden Bischof Gebhard von Speier Quartier zu bereiten, worauf in drastischen Formen dieser die betreffenden Anweisungen erlässt; da empfiehlt er dem Bischof Andreas von Florenz einen Clerikus (seinen Neffen Waldo oder Salomo?): den Sohn seiner Cousine Waldo empfiehlt er an den Bischof Witgar von Augsburg. Liebenswürdig ist ein Entschuldigungsschreiben desselben Neffen oder seines Bruders Salomo, der durch Sturm auf dem Bodensee an der Rückkehr zu ihm verhindert, um Vergebung bittet, er sei nur im Hause seines Bruders gewesen und bitte den Bischof, seine Hand von ihm nicht abzuziehen und zu hindern, daß seine Vorgesetzten in St. Gallen dies thäten, so daß er zum Ackerbau zurückkehren müßte. Beide Neffen hat S. mit weitgehendster Fürsorge gefördert. Selbstverständlich stand auch er die kurze Zeit, die Ludwig d. D. noch regierte, zu diesem in Beziehungen; er entschuldigt sich bei ihm gleich im Anfang seiner Amtszeit, Januar 876, daß er wegen Krankheit nicht sich persönlich vorstellen könne, und übermittelt kostbare überseeische Geschenke. Mehrfach finden wir ihn dann in Karl's III. Nähe: so geht er 877/878 in dessen Auftrage nach Luxeuil, und unterrichtet ebenso 878 den Erzbischof Theodorich von Bisanz, daß des Königs Wahl für einen Bischof von Lausanne auf einen gewissen Cleriker gefallen sei. Der Bischof von Brescia sucht bei Salomo II. Information über das Verhältniß der Söhne Ludwig's untereinander und zu ihrem Vetter Ludwig dem Stammler, dem Sohne Karl's — nicht „Neffen Karl“, wie infolge eines ärgerlichen Uebersehens in den von mir bearbeiteten Regesten der Bischöfe von Constanz N. 169. 170 steht — und über das Schicksal Italiens. Freilich faßte S. die Lage viel freundlicher auf, als sie war; nur über das Verhältniß der Söhne Ludwig's zu ihrem Vetter gibt er an nichts zu wissen, wenn er auch von den guten Absichten der ersteren überzeugt ist. S. widmete sich mit Eifer seiner Diöcese, sobald er Bischof geworden. Darum mußte er Erzbischof Liutbert's Einladung zum Provinzialconcil ausschlagen: er sei in der Diöcese abgehalten, die seit neun Jahren von seinen altersschwachen Vorgängern nicht visitirt worden sei; er berichtet dem Erzbischof, von dessen Erziehung er mit der größten Dankbarkeit spricht, auch über getroffene Maßregeln in seiner Diöcese. — Die mit St. Gallen getroffene Vereinbarung unter Salomo I. hatte schon unter ihm ein Nachspiel, indem er zum Ausgleich bestehender Streitigkeiten einige Güter mit dem Kloster austauschen mußte. Er starb wol noch nicht bejahrt am 23. December 889.

    • Literatur

      Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches², Bd. 2, 3 passim. — Dümmler, Formelbuch Salomo I. II. von C. Leipzig 1857. —
      Zeumer, Ueb. d. alam.|Formelsammlungen NA. 8, 473—553 (Form. salom. 506—540). — Ladewig, Reg. der Bischöfe von Constanz I, N. 155—176 (S. 22—24).

  • Autor/in

    Paul Ladewig.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ladewig, Paul, "Salomo II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 30 (1890), S. 276-277 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103086277.html#adbcontent

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