Lebensdaten
1791 bis 1865
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Krakau
Beruf/Funktion
Botaniker ; Arzt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102637148 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herbich, Franz
  • Herbich, Franciscus

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Herbich, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102637148.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Primar-Wundarzt am Findelhaus in W.;
    M N. N.; mehrere K, u. a. Franz (1821–87), Geologe, Dir. d. Kupferbergwerks v. Füle, seit 1859 Kustosadjunkt am Mus. in Klausenburg, 1879 Bergrat u. Referent f. d. Bergwesen v. Bosnien u. d. Herzegowina, geolog. Arbb. in Ost-Siebenbürgen (s. W, L).

  • Leben

    Seit 1809 als Unterarzt, seit 1814 als Oberarzt im Militärdienst, studierte H. am Josephinum in Wien Medizin (1816 doctor medicinae). Auf allen Stationen und Reisen seines zunächst sehr bewegten militärischen Dienstes sammelte er Pflanzen. Nach Teilnahme am Feldzug in Frankreich 1815/16, wo er zuletzt ein Feldspital in Hagenau im Elsaß leitete, war er bis 1818 in Wien, hierauf in Preßburg stationiert, 1820 zog sein Regiment nach Italien. Nach Beendigung der kurzen Kämpfe blieb er 1821-24 in Neapel. 1824-25 wieder in Wien, kam er 1825 nach Galizien, wo er unter anderem 1825-31 in Tarnow, 1832-34 in Stanislawow und ab 1834 in Czernowitz seinen Dienst versah. 1845 pensioniert, lebte er zunächst in Czernowitz und seit 1856 in Krakau.

    Zur Flora aller von ihm bereisten Gebiete veröffentlichte H. kleinere Beiträge, sein Lebenswerk aber bildet die Erforschung der Flora Galiziens und der Bukowina, für welche Gebiete er ein großes, noch heute wertvolles Herbar anlegte, das nicht nur von ihm gesammelte Pflanzen enthielt, sondern auch Pflanzen von ihm beauftragter Sammler. Bei seinen eigenen Reisen, die ihn durch alle Teile des Landes führten, betrat H. vielfach botanisch nahezu unbekannte Gebiete, unter anderem bestieg er als erster Botaniker die Czerna Góra. Wenngleich H. sein Vorhaben als Nachfolger Wilhelm Bessers (1784–1842, s. Werk(e), Literatur), der 1809 die erste Flora Galiziens veröffentlicht hatte, eine Flora des Landes zu schreiben, nicht vollenden konnte, so zählt er doch zu den Begründern der floristischen Erforschung des Gebietes, vor allem in pflanzengeographischer Hinsicht. Der Vorzug seiner Arbeiten liegt in der großen Zahl der von ihm für Galizien festgestellten Arten und der genauen Beschreibung ihrer Standorte.

  • Werke

    Additamenta ad floram Galiciae, 1831;
    Nachricht über die in Gallizien im Sandecer Kreise befindl. Gesundbrunnen, 1831 (poln. 1831);
    Selectus plantarum rariorum Galiciae et Bucovinae, 1836;
    Stirpes rariores Bucovinae, 1853;
    Flora d. Bucowina, 1859;
    Über d. Verbreitung d. in Galizien u. d. Bukowina wildwachsenden Pflanzen, in: Verhh. d. zoolog.-botan. Ges. in Wien 11, 1861, S. 33-70;
    Vgl. CSP 3, 7, 10 u. E. Gombocz, A magyar növénytani irodalom bibliográfiája 1578-1900, Budapest 1939. - Zu S Franz: Beschreibung d. bis jetzt bekannten Mineralspecies d. Bukovina, 1859;
    Északkeleti Erdély földtani viszonyai (Die geolog. Verhältnisse im nordöstl. Siebenbürgen), in: Magyar kir. földtani intézet évkönyvei (Jb. des kgl. ungar. geol. Inst.) 1, 1871 (ungar. u. dt.);
    A Székelyföld földtani és öslénytani leírasa (Geolog, u. paläontolog. Beschreibung d. Szeklerlandes) ebd. 3, 1878 (ungar. u. dt.);
    Paleontologiai tanulmányok az erdélyi érczhegység mészköszirtjeiröl (Paläontolog. Btrr. z. Kenntnis d. rumän. Karpathen), ebd. 8, 1887 (ungar. u. dt.);
    Vgl. CSP 3, 7, 10, 12 u. 15. - Zu W. Besser: Primitiae florae Galiciae Austriacae utriusque, 2 Bde., 1809;
    Enumeratio plantarum huiusque in Volhynia, Podolia, gub. Kiioviensi, Bessarabia, Cis-tyracia et circa Odessam collectarum …, Wilna 1821, 21822;
    Vgl. CSP 1.

  • Literatur

    ADB XII;
    A. Neilreich, in: Verhh. d. zoolog.-botan. Ges. in Wien 15, 1865, S. 963-74 (W, P);
    Botanik u. Zool. in Österr. in d. J. 1850-1900, 1901;
    N. Melnyk, Dr. F. H. als Erforscher d. Flora v. Ostgalizien u. d. Bukowina, in: Sammelschr. d. physiogr. Komm. d. Schewtschenko-Ges. d. Wiss., Lemberg 1925, S. 27-40;
    E. Gombocz, A magyar botanika története, Budapest 1936;
    BLÄ;
    ÖBL;
    Polski słownik biograficzny 9, Breslau, Warschau u. Krakau 1960–61. - Zu S Franz: A. Koch, in: Földtani közlöny 17, Budapest 1887, S. 59-63 u. 137-42 (ungar. u. dt., W);
    Orvos-természettudományi értesitö 9, 1887, S. 1-6 (W);
    s Verhh. u. Mitt. d. siebenbürg. Ver. f. Naturwiss. 38, 1888, S. 7-14;
    F. Schuller, Schriftsteller-Lex. d. Siebenbürger Deutschen, 1902;
    J. Szinnyei, Magyar írok 4, Budapest 1891;
    ÖBL;
    - zu W. Besser:
    E. R. V. Trautvetter, in: Bull, de la société impériale des naturalistes de Moscou 16, 1843, S. 341-60;
    Polski słownik biograficzny 1, 1935, S. 474 f. (W, L).

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Herbich, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 582-583 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102637148.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Herbich: Dr. Franz H., Arzt und Botaniker, geb. den 8. Mai 1791 zu Wien, den 29. September 1865 zu Krakau. H. absolvirte das Gymnasium in Wien, trat 1809 als Unterarzt in den österreichischen Militärdienst und wurde 1818 Doctor der Medicin. 1820 begleitete H. die österreichischen Truppen nach Neapel, verweilte dort drei Jahre, sammelte sehr fleißig Pflanzen, bestieg den Vesuv siebenundzwanzigmal und kehrte 1824 nach Wien zurück. 1825 wurde er als Militärarzt nach Galizien versetzt, kam 1834 nach Czernowitz, verblieb dort nach seiner 1845 erfolgten Pensionirung bis 1856 und verbrachte die neun letzten Jahre seines Lebens in Krakau. Während seines mehr als dreißigjährigen Aufenthaltes in Galizien durchforschte H. die Flora dieses Landes, namentlich aber jene der Bukowina mit vielem Erfolge und veröffentlichte die Resultate seiner botanischen Untersuchungen namentlich in folgenden zwei Werken: „Selectus plantarum rariorum Galiciae et Bucovinae“ (1836) und „Stirpes rariores Bucovinae“ (1853). Dieselben sind für die genauere Kenntniß der Flora Galiziens von Wichtigkeit und sichern H. einen ehrenvollen Platz unter den Botanikern Oesterreichs.

    • Literatur

      A. Neilreich: Dr. Franz Herbich in Verhandl. d. k. k. zoolog. botan. Gesellschaft zu Wien. XV (1865) S. 963.

  • Autor/in

    Reichardt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reichardt, Heinrich Wilhelm, "Herbich, Franz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 41 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102637148.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA