• Leben

    A. wurde Benediktinermönch im Kloster St. Sebastian in Ebersberg (Oberbayern), wo er, mit Ausnahme eines Aufenthaltes in Passau, wohl sein Leben lang wirkte. Auf Grund seiner noch in Tirol erworbenen Kenntnisse der heimatlichen Flora und wissenschaftlicher Studien legte er 1479 in Form eines Tagebuches einen „Herbarius“ an, in dem auch medizinische Dinge behandelt werden (Staatsbibliothek München, Codex lat. Monacensis 5905). Der Hauptwert dieser Arbeit liegt nicht in den Pflanzenglossen, sondern in 198 aquarellierten Pflanzenbildern, die einen erheblichen Fortschritt gegenüber den bis dahin vorhandenen bedeuten: Es befinden sich darunter Studien, die verschiedene Entwicklungsphasen einer Pflanze darstellen. Die Geschichte der Botanik sieht darin „einen ersten Versuch, sich mit der deutschen Flora aus reinem Interesse für dieselbe und ohne Nebenabsichten in Richtung auf die angewandte Seite der Wissenschaft auseinanderzusetzen.“

  • Literatur

    H. Fischer, V. A., Der erste dt. Florist u. sein Kräuterbuch v. J. 1479, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 42, 1924, H. 4, S. 156-63;
    ders., V. A., Der erste bayer. Botaniker u. d. Beziehungen seines Herbarius v. 1479 z. d. Anfängen d. bayer. Botanik, in: Berr. d. Bayer. Botan. Ges. 18, 1925, H. 1 (Wiedergabe d. Werkes);
    ders., Mittelalterl. Pflanzenkde., 1929, S. 50 ff., 121 f.;
    H. Marzell, Einige Bemerkungen z. d. Pflanzennamen im Herbarius d. V. A. v. Ebersberg (1479), in: Mitt. d. Bayer. Botan. Ges. 4, 1926, S. 75-78;
    R. Bauerreiß, Das „Chronicon Eberspergense posterius“, in: StMBO 49, 1931, S. 389-96;
    K. Sudhoff, V. A., in: Vf.-Lex. d. MA I, 1933, Sp. 149 f.

  • Autor/in

    Gerhard Eis
  • Empfohlene Zitierweise

    Eis, Gerhard, "Auslasser, Vitus" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 458 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102565112.html#ndbcontent

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