Lebensdaten
1521 bis 1580
Geburtsort
Hadersleben
Sterbeort
Hadersleben
Beruf/Funktion
Herzog von Schleswig-Holstein
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 102326517 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Johann
  • Johann der Ältere
  • Johann

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Zitierweise

Johann der Ältere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102326517.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause Oldenburg;
    V Hzg. Friedrich I. v. Sch.-H. ( 1533), Kg. v. Dänemark (s. NDB V);
    M Sophie v. Pommern (1498–1568);
    B Hzg. Adolf v. Sch.-H.-Gottorf ( 1586, s. NDB I), Friedrich ( 1556), Bischof v. Schleswig u. Hildesheim;| Schw Elisabeth ( 1] Magnus, 1550, Hzg. v. Mecklenburg u. Bischof v. Schwerin, 2] Hzg. Ulrich v. Mecklenburg-Güstrow, 1603), Dorothea ( Christoph, 1592, Hzg. zu Mecklenburg, Administrator v. Ratzeburg u. Koadjutor v. Riga, s. NDB III);
    Halb-B Kg. Christian III. v. D. ( 1559, s. NDB III);
    Halb-Schw Dorothea ( Hzg. Albrecht I. v. Preußen, 1568, s. NDB I); - ledig;
    N Hzg. Friedrich II. ( 1588), Kg. v. Dänemark (s. NDB V).

  • Leben

    Der 12jährige J. sollte im dän. Thronfolgestreit (1513–36) gegen seinen älteren, luth. Bruder Christian III. von kath. Seite ausgespielt werden, doch flüchtete der lutherisch erzogene J. (Peter Svave und Hermann Bonnus) 1534 in den Machtbereich seines Bruders. Er weilte 1536-42 am glanzvollen Hofe seines Schwagers Hzg. Albrecht I. von Preußen. Zurückgerufen nach Schleswig-Holstein für Statthalteraufgaben, brachte J. aus Königsberg seinen ersten Hofstaat und nachwirkende Eindrücke einer entwickelten Verwaltung mit nach Hadersleben (dort seit 1557 sukzessiver Bau der 4flügeligen „Hansburg“ im Stil der niederländ. Renaissance). Durch die Teilung der Herzogtümer mit Christian III. und Adolf wurde J. 1544 Landesherr und „Summus Episcopus“ seines Anteils (1559 vermehrt durch den Mittelteil Dithmarschens). Mit zahlreichen Verordnungen (besonders in der Region Hadersleben-Tondern seit 1551) und durch Kommissionsaufträge (1556 Nordstrand, 1557 Fehmarn, 1570 Rendsburg) wurden die Säkularisierungen vorgenommen, die Trivialschulen in Hadersleben und Bordesholm fundiert und vertraglich den Universitäten Kopenhagen bzw. Rostock assoziiert, die Armen- und Altenpflege neu organisiert, 4 autonome Kirchenpropsteien begründet, die Landschaftsrechte kodifiziert und an frühneuzeitliche Bedürfnisse angepaßt. Außenpolitisch unterstütze J. den maßvoll luth. Kurs der Könige Christian III. und Friedrich II., während er den Konflikten im Niedersächs. Kreis wegen der span. Bestallung seines Bruders Adolf auswich (Kreistagsbesuch nur bis 1569). Die Herrschaft J.s, der nicht verheiratet war, ist zwar nach seinem Tode aufgeteilt worden, aber er blieb in seinen Ämtern und auf seinen Inseln, deren Selbstverwaltung er wohl mit Bedacht gefestigt hat, als deren innerer Erneuerer im Gedächtnis.

  • Literatur

    De Hansborgske Registranter, hrsg. v. C. E. Andersen, I. Forordningen 1544–80, 1943, II. Breve i Uddrug 1543–49, 1949;
    De Sønderjyske Fyrstearkiver, ved E. Kroman udgivet af Rigsarkivet København, 1959, S. 62-103;
    A. C. Lindenhan, in: Schleswig-Holstein-Lauenburg. Provincialber. 19, 1830, S. 129-78;
    F. v. Rørdam, Bidrag til Sonderjyllands Kirkehist. i det 16 Aarhundrede, Hertug Hans d. Aeldren kirkelige Styrelse (1544–80), in: Kirkehistoriske Samliger III, 1, 1874-77, S. 45-113, 687-741;
    K. Hansen, Hertug Hans den Aeldre i Haderslev, in: Historisk Tidsskrift 4, 6, 1878;
    F. Bertheau, Hzg. J. d. Ä., Ein Btr. z. Ref.-gesch., in: Zs. d. Ges. f. Schleswig-Holstein. Gesch. 16, 1886, S. 205-74, 17, 1887, S. 315-22;
    H. Berlage, Die Erbauung d. Schlosses Hansburg bei Hadersleben (1557–88), ebd. 53, 1923, S. 1-54;
    G. Jacoby, Hzg. J. d. Ä. v. Sch.-H. u. d. Abfassung d. Spade-Landesrechts, in: ZSRG 55, 1935, S. 263-87;
    K. Boysen, Das Nordstrander Landrecht v. 1572, Entwicklung u. Text, 1967;
    M. Favrholdt, Haderslev Latinskoles Hist., 1967 (P);
    Dansk Leks.

  • Portraits

    Goldmedaille, 1577 (Dresden, Münzkab.), Abb. b. Ch. Lange, Slg. schleswig-holstein. Münzen u. Medaillen I, 1908, Tafel 84;
    Farbiges Wachsmedaillon (ebd., Grünes Gewölbe), Abb. ebd., S. 331, u. b. Favrholdt, s. L;
    Kupf. v. J. Mores, gedr. 1583 (auf Veranlassung Heinr. Rantzaus).

  • Autor/in

    Christof Römer
  • Empfohlene Zitierweise

    Römer, Christof, "Johann der Ältere" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 533 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102326517.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA