Lebensdaten
gestorben 791
Beruf/Funktion
Bischof von Regensburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102092876X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sintpert von Regensburg
  • Sinbert
  • Sinbertus
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Orte

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Zitierweise

Sintpert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102092876X.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus adeliger Fam. im Donaugau stammend, gehörte S. e. herzogsnahen Gruppe um d. Adeligen Adalunc an;
    V vielleicht Adalunc.

  • Leben

    Über den Werdegang S.s vor seiner Erhebung zum Regensburger Bischof um 768 gibt es keinerlei Zeugnisse. Spätere mit hzgl. Zustimmung erfolgte Schenkungen machen es wahrscheinlich, daß Hzg. Tassilo III. von Bayern S.s Bischofserhebung betrieb. In dessen Regierungszeit (bis 788) war S. Teilnehmer mehrerer bayer. Synoden und 777 bei der Gründung des Klosters Kremsmünster durch Tassilo III. zugegen. Dem Bericht der Reichsannalen zum Jahr 781 zufolge brachte S. nach dem Zusammentreffen Karls d. Gr. mit Tassilo in Worms bayer. Geiseln nach Quierzy, um den vom Bayernherzog dem Frankenkönig geleisteten Eid zu bekräftigen. Ungeachtet des Vertrauensverhältnisses zu Tassilo III. ist S. nach dem Sturz des Agilolfingers durch Karl d. Gr. mehrfach im Umkreis des Königs anzutreffen und war in dessen Auftrag als missus regis tätig. Gemeinsam mit Arn von Salzburg ( 821) war S. in den Anfangsjahren der karoling. Herrschaft über Bayern wohl die Aufgabe zugedacht, die Rechtssicherheit der tassilonischen Zeit zu wahren und den Bruch des erzwungenen Herrschaftswechsels zu mildern. Auf dem Zug des Frankenherrschers gegen die Awaren 791 starb er an unbekanntem Ort.

    In Regensburg hinterließ S.s Wirken in erster Linie bauliche Spuren: Nach dem Bericht der Regensburger Annalen und anderer Quellen ließ er die Klosterkirche St. Emmeram erbauen. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den Nachfolgebau der (für d. Mitte d. 8. Jh. bezeugten) Georgskirche und um den ältesten feststellbaren Kern der heutigen Basilika, deren äußere Form und Gestalt bis in die Zeit Abt Ramwolds (reg. 975–1000) erhalten blieb. Sicher belegt ist auch, daß 791 die bis heute existierende Ringkrypta angelegt wurde. Die Annahme, daß bereits in S.s Amtszeit mit dem Bau einer großdimensionierten Bischofskirche begonnen und diese eventuell vor 791 geweiht wurde, konnte bauarchäologisch bislang nicht bestätigt werden. Neben der Bautätigkeit geben zwei Traditionsnotizen aus S.s Amtszeit die Anfänge bfl. Urkundentätigkeit zu erkennen. S. wurde in der Klosterkirche von St. Emmeram beigesetzt.

  • Quellen

    Qu Die Traditionen d. Hochstifts Regensburg u. d. Klosters St. Emmeram, hg. v. J. Widemann, 1943.

  • Literatur

    F. Janner, Gesch. d. Regensburger Bischöfe, Bd. 1, 1883, S. 97–129;
    K. Hausberger, Die Grablegen d.|Bischöfe v. Regensburg, in: Btrr. z. Gesch d. Bm. Regensburg 10, 1976, S. 367;
    J. Zink, Zur frühen Baugesch. d. ehem. Benediktinerklosterkirche St. Emmeram in Regensburg, in: 1250 J. Kunst u. Kultur im Bm. Regensburg, 1989, S. 79–176;
    ders., Neue Forsch. z. frühen Baugesch. v. St. Emmeram u. St. Rupert, in: St. Emmeram in Regensburg, Geschichte – Kunst – Denkmalpflege, 1992, S. 117–62;
    St. Freund, Vom hl. Erhard bis zu Konrad II., Die Regensburger Bischöfe bis 1180/85, in: Regensburg im MA, Btrr. z. Stadtgesch. v. frühen MA bis z. Beginn d. Neuzeit, hg. v. M. Angerer u. H. Wanderwitz, 1995, S. 71–88;
    ders., Von d. Agilolfingern zu d. Karolingern, Bayerns Bischöfe zw. Kirchenorganisation, Reichsintegration u. karoling. Reform (700–847), 2004.

  • Autor/in

    Stephan Freund
  • Empfohlene Zitierweise

    Freund, Stephan, "Sintpert" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 473-474 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102092876X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA