Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Pfalzgrafen von Sachsen
Konfession
-
Normdaten
GND: 1020732180 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sommerschenburg, von

Zitierweise

Sommerschenburg, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1020732180.html [15.12.2018].

CC0

  • Leben

    In der sächs. Pfalzgrafenwürde und in den Grafenrechten im Hassegau (zw. Unstrut u. Saale) folgte nach dem Tod Friedrichs II. von Goseck 1088 der Sohn seiner Schwester Oda|und des Edelfreien Adalbert (Seveco), Friedrich I. ( 1120). Der 1085 ermordete Sohn des Goseckers hatte nur einen postum geborenen Sohn hinterlassen, Friedrich von Putelendorf ( 1125 Bottendorf/Unstrut), der später mit seinem Stiefvater um sein Erbe und mit dem Sommerschenburger um die Pfalzgrafenwürde stritt. Nach der Höhenburg Sommerschenburg südöstl. von Helmstedt wird erstmals 1123/24 Friedrich II. ( 1162) zubenannt, einziger Sohn aus der Ehe seines Vaters mit Adelheid von Laufen, Witwe Adolfs I. von Berg. Der größte Teil der Eigengüter aus Gosecker Erbe lagen an der oberen Aller östl. des Lappwaldes, ein kleinerer am nördl. Harzrand um Quedlinburg. Außer im Hassegau hatten sie als Halberstädter Lehen die Grafschaftrechte um Seehausen (nordöstl. von Oschersleben) inne.

    Friedrich II. besaß die Vogteien über Quedlinburg, Walbeck/Aller, Huysburg, Schöningen und Hamersleben, Gandersheim und Ringelheim nach 1152. Er gründete vor 1147 als Hauskloster die Zisterze Mariental am Lappwald (1138?) nördl. von Helmstedt, die, besetzt aus Altenberg, großteils aus Walbecker Erbe seiner abtrünnigen Gemahlin Luitgard von Stade ( 1152) dotiert wurde. Als enger Vertrauter Lothars III. stützte er dann auch Heinrich d. Löwen, dessen gewaltsamer Zugriff auf das Stader Erbe 1144 ihn um die zugehörigen Grafschaftsrechte brachte. Sein einziger Sohn Adalbert ( 1179) gehörte 1167 zur Fürstenkoalition gegen den Welfen und mußte ihm die Lauenburg am Nordharzrand abtreten. Dessen Ehe mit Liutgard von Henneberg blieb kinderlos. Den welfischen Ambitionen zuvorkommend, verkaufte seine Schwester und Erbin Adelheid, Äbtissin von Gandersheim und Quedlinburg, 1179/80 die Burg Sommerschenburg nebst Zubehör an Ebf. Wichmann von Magdeburg. Das Erzstift konnte die Burg seit 1208 behaupten. Die Grafschaftsrechte um Seehausen fielen im Erbweg an den Wettiner Dietrich ( 1207), der spätestens um 1190 als „Graf von Groitzsch und S.“ amtierte, Enkelsohn der Adelheid von Heinsberg ( 1180), der einzigen Schwester Friedrichs II., aus der Ehe ihrer Erbtochter Mathilde mit Dedo V. von Groitzsch-Rochlitz. Die Pfalzgrafenwürde und die mit ihr verbundene Hassegau-Grafschaft wurde 1180 den Ludowingern verliehen und gelangte 1247 an die Wettiner.

  • Literatur

    E. Heinze, Die Entwicklung d. Pfalzgfsch. Sachsen bis ins 14. Jh., in: Sachsen u. Anhalt 1, 1925, S. 3–63;
    H.-D. Starke, Die Pfalzgrafen v. Sachsen bis z. Entstehen d. jüngeren Reichsfürstenstandes, Diss. Kiel 1953;
    ders., Die Pfalzgrafen v. Sachsen bis z. J. 1088, in: Braunschweig. Jb. 36, 1955, 24– 52;
    ders., Die Pfalzgrafen v. S. (1088–1179), in: Jb. f. Gesch. Mittel- u. Ostdtlds. 4, 1955, S. 1–71;
    W. Petke, Die Grafen v. Wöltingerode-Wohldenberg, 1971, S. 284–86 u. 551–53;
    ders., Kanzlei, Kapelle u. kgl. Kurie unter Lothar III. (1125–1137), 1985;
    Ch. Raabe, Das Zisterzienserkloster Mariental b. Helmstedt v. d. Gründung 1138 bis 1337, 1995;
    LexMA.

  • Autor/in

    Gerhard Streich
  • Empfohlene Zitierweise

    Streich, Gerhard, "Sommerschenburg, von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 569-570 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1020732180.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA