Lebensdaten
1878 bis 1953
Geburtsort
Schönau (Südschwarzwald)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Jurist ; hessischer Ministerpräsident
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 102038015 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geiler, Karl Hermann Friedrich
  • Geiler, Karl
  • Geiler, Karl Hermann Friedrich

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Zitierweise

Geiler, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102038015.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1851–1906), Amtsrichter, dann Oberstaatsanwalt in Karlsruhe (s. Bad. Biogr. VI, S. 108 f.), S e. Reallehrers;
    M Anna Piristi;
    Charlotte Hirsch;
    2 T.

  • Leben

    G. war Jurastudent in Freiburg/Breisgau, Berlin und Heidelberg, badischer Gerichtsreferendar und -assessor, Dr. iur. von Heidelberg („Das Anwendungsgebiet des Handelsrechts und die güterrechtliche Stellung der Handelsfrau“) und seit 1904 bis zu seinem Tode Rechtsanwalt in Mannheim. 1908 begann er die Mitarbeit am Handelsgesetzbuch (HGB)-Kommentar der Mannheimer Juristen A. Düringer und M. Hachenburg. 1909 nahm er teil an der Gründung der Handelshochschule in Mannheim und begann hier zu lehren. Von 1921 bis zur Entziehung seiner Lehrerlaubnis 1939 lehrte G. auch an der Universität Heidelberg; dort ein Ordinariat zu übernehmen, lehnte er ab. Seine wissenschaftliche Arbeit war wesentlich bestimmt durch die Verbindung von Praxis und Wissenschaft. Sein Hauptarbeitsgebiet war das Gesellschaftsrecht, vor allem dessen moderne Ausgestaltung im Konzern- und Kartellwesen, im Verhältnis der Gesellschaftsformen zueinander und zu anderen Rechtsformen, im Verhältnis zum Steuerrecht, im internationalen Verkehr und so weiter. Auch heute wichtig: seine Kommentierung des Rechts der Personengesellschaften bei Düringer-Hachenburg (HGB I, 1, 31932) und im BGB-Kommentar von Staudinger (91925, 111958 Geiler-Keßler), vor allem die großen systematischen Einführungen und Anhänge. Er nahm lebhaft teil an Arbeiten zur Gesetzesreform, so in den Aktienrechtskommissionen des Deutschen Anwaltsvereins (1925–29) und des Deutschen Juristentags (1926–28). 1945 bildete er, von der US-Besatzung berufen, die erste Regierung des neuen „Groß“-Hessen und leitete sie bis zur Bestellung der ersten parlamentarischen. 1947 wurde er persönlicher Ordinarius für Internationales Recht der Universität Heidelberg, 1948/49 deren Rektor. Vom Handels- und internationlaen Recht schritt G. weiter zu allgemeinen rechts- und gesellschaftspolitischen Fragen. 1932/33 und 1947-53 war er Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentags, seit 1949 auch von deren Geschäftsführendem Ausschuß. Er wirkte führend in der Europäischen Bewegung (Präsident der Deutschen Europa-Akademie, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft), auch in der Unesco (Mitglied von deren Sektion Erziehung). Seine Vielseitigkeit, gegründet auf reiche Erfahrung, Menschenkenntnis und Bildung, seine Tatkraft, Gewandtheit und Fähigkeit zu begeistern, gaben ihm unter den führenden deutschen Juristen der Aufbauzeit nach 1945 eine einzigartige Stellung.

  • Werke

    Weitere W Gesellschaftl. Organisationsformen d. neuen Wirtsch.rechts, 21922;
    Btrr. z. modernen Recht, 1932;
    Internat. jur. Personen, in: Mitt. d. Dt. Ges. f. Völkerrecht, 1933, S. 116 ff., 177 ff.;
    -Aufsätze: Ver. u. Ges., in: Leipziger Zs. f. Handels-, Konkurs- u. Versicherungs-Recht, 1911, S. 505-11;
    Geistige Freiheit u. soz. Gerechtigkeit, 1947;
    Zum Genossenschafts- und Sozialisierungsproblem, in: Festschr. Kießelbach, 1947;
    Macht u. Recht, Rektoratsrede, in: Ruperto-Carola 1, 1949. (P).

  • Literatur

    Zum 75. Geb.tag u. Nachruf, in: Juristenztg., 1953, S. 518, 646;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Phot. (Wiesbaden, Staatskanzlei, Univ. Heidelberg, Rektorat).

  • Autor/in

    Konrad Duden
  • Empfohlene Zitierweise

    Duden, Konrad, "Geiler, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 151 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102038015.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA