Lebensdaten
1904 bis 1956
Geburtsort
Duisburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101566654 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Küpper, Helmut

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Küpper, Helmut, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101566654.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1869–1908), Ing., Fabr. in D., S d. Fabrikdir. Karl (1841–1906) in D. u. d. Sophie N. N.;
    M Hanna (1882–1949), T d. Kaufm. Johs. Manger u. d. Elise Lüthy;
    Stief-V (seit 1911) Peter Klöckner ( 1940), Montan-Industrieller (s. NDB XII);
    - 1) Halle 1927 ( 1950 Paraskewe, T d. Dr. med. Peter Bereskine (1870–1938) u. d. Paraskewe Dimidoff, 2) Bad Godesberg 1950 Ursula (* 1915), Inh. d. Verlags seit 1956, T d. Ernst Wendel u. d. Dorothea Lange; kinderlos.

  • Leben

    K. erwarb früh eine umfassende Kenntnis der Literatur- und Kulturgeschichte. Er entzog sich dem Wunsch seines Stiefvaters, in dessen Unternehmen tätig zu werden oder wenigstens ein „nützliches“ Studium zu betreiben. In München und Heidelberg studierte K. Germanistik, Kultur- und Kunstgeschichte. Heinr. Wölfflin und Frdr. Gundolf haben sein Denken am stärksten geprägt. Durch seinen Freund Ernst Kantorowicz fand er Zugang zu Stefan George und dessen Kreis. Nach der Promotion in Halle mit einer Arbeit über Jean Pauls „Wuz“ (1928) folgten Studien über Leben und Werk August v. Platens. George hat sie noch zur Aufnahme in die „Werke der Wissenschaft aus dem Kreise der Blätter für die Kunst“ vorgesehen. K. hat nach 1933 wegen der Zeitumstände von einer Veröffentlichung jedoch Abstand genommen. Auch den Plan einer Habilitation gab er auf. Am 1.4.1935 trat er als Teilhaber in den 1895 gegründeten Berliner Verlag Georg Bondi ein, in dem die Werke Georges und des George-Kreises erschienen. Im Dezember desselben Jahres starb Bondi. Nach dem Ausscheiden von Eva Bondi 1938 wurde K. Alleininhaber des Verlags, der nun „Helmut Küpper vormals Georg Bondi“ hieß, seit 1941 nur noch nach K. benannt war und 1943 den Betrieb einstellen mußte. K. führte den Verlag im Sinne Bondis weiter und widerstand der Versuchung, Konzessionen an die Nationalsozialisten zu machen. Nach dem Kriege legte er das Werk Georges in schlichterer Form neu auf (Werke in 2 Bdn., hrsg. v. R. Boehringer, 1958). Auch einzelne wissenschaftliche Werke aus dem George-Kreis – so von Gundolf (Shakespeare und der deutsche Geist) und Kantorowicz (Friedrich der Zweite) – machte er wieder zugänglich. Bestand vor 1945 die Gefahr, die Zeitströmungen könnten diese Werke in eine falsche Richtung tragen, so fehlte ihnen jetzt die Resonanz. Versuche, den Verlag – nun wieder unter der Firma „Helmut Küpper, vormals Georg Bondi“ zunächst in Bad Godesberg (1946), später in Düsseldorf und München (seit 1950) – auf andere Gebiete auszudehnen, hatten unterschiedlichen Erfolg. Übersetzungen anspruchsvoller engl. Unterhaltungsliteratur (Evelyn Waugh, C. S. Forester) fanden wenig Beachtung. Die Beiträge zur geistigen Überlieferung (Ernesto Grassi, Romano Guardini, Walter F. Otto) in mehreren Reihen erreichten nur einen engen Leserkreis. In die Breite wirkten hingegen die von Wilhelm Flitner betreuten „Pädagogischen Texte“ (u. a. Pestalozzi, Schleiermacher, Herbart, Fröbel). Ein persönliches Anliegen war K. die Herausgabe von Schriften der Freiburger Schule der Nationalökonomie, voran seit 1948 des von ihm angeregten Jahrbuches ORDO (begründet von Walter Eucken und Franz Böhm). Überhaupt faßte K. den Beruf des Verlegers als geistige Mission auf. Anregend und mitgestaltend begleitete er das Entstehen von Werken, die in seinem Verlag erscheinen sollten. Vielen seiner Autoren war er freundschaftlich verbunden. Den jüngeren gegenüber war er von großzügiger Hilfsbereitschaft.

  • Literatur

    R. Boehringer, Mein Bild v. Stefan George, 1951, 21968, S. 82, 297 (P);
    L. Thormaehlen, Erinnerungen an Stefan George, 1968, S. 181, 251, 258 f.;
    P. Pawlowsky, Helmut Küpper vormals Georg Bondi, 1970 (P);
    K. J. Partsch, in: Wie jeder ihn erlebte, Zum Gedenken an Robert Boehringer, 1977.

  • Autor/in

    Karl Joseph Partsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Partsch, Karl Josef, "Küpper, Helmut" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 230 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101566654.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA