Lebensdaten
1798 bis 1868
Geburtsort
Stettin
Sterbeort
Trakehnen (Ostpreußen)
Beruf/Funktion
Pferdezüchter
Konfession
-
Normdaten
GND: 1014547369 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schwichow, Friedrich Ernst August von
  • Schwichow, Ernst von
  • Schwichow, Friedrich Ernst August von

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Zitierweise

Schwichow, Ernst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1014547369.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus pomm. Adelsfam.;
    V Friedrich (1756–1814), auf Bochowke, Alt-Damerow, Lentz u. Notzkow, preuß. Stabskpt., später Landwirt in Sassenhagen (Kr. Naugard), S d. Friedrich Wilhelm (1722–92), auf Bochowke, preuß. Stabskpt., u. d. Katharina v. Lietzen (1725?-1805);
    M Albertine Dorotheé, T d. Johann Albrecht v. Laurens, auf Faulenbenz, Alt-Damerow u. Lentz, preuß. Hptm.; 9 ältere Geschw u. a. Albertine (Bertha) (s. u.);
    1853 Klara (1822–1900), T d. August v. Sommerfeld (1789–1825), preuß. Hptm., u. d. Albertine (Bertha) v. Schwichow (1792–1826), Schw v. S.;
    1 S Ernst (1857–1906), preuß. Major, 1 T (früh †).

  • Leben

    S. kam mit 14 Jahren in das Berliner Kadettenhaus und diente danach bei verschiedenen Kavallerieregimentern. 1841 nahm er seinen Abschied als Major beim 9. Husaren-Rgt. Gegen Ende desselben Jahres wurde er zum Landstallmeister für Westfalen und das Rheinland auf dem Landgestüt Warendorf im Münsterland ernannt. Er zeichnete sich dabei durch seine Bemühungen zur Zuchtverbesserung so aus, daß die preuß. Regierung ihm die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen übertrug, wo er 1847–64 Landstallmeister war.

    In seiner neuen Position sollte S. die von den dortigen Pferdezüchtern als mangelhaft bewertete Art und Zielsetzung des Gestüts Trakehnen den Vorstellungen des Landwirtschaftlichen Zentralvereins Insterburg anpassen und größere, stärkere, den praktischen Bedürfnissen eher angemessene Hengste züchten. S. konnte diesen Erwartungen entsprechen, indem er dem engl. Vollblut entschieden den Vorzug vor dem arab. gab und in den schönen, relativ leichteren Trakehner Stamm mehr Masse, Größe und Stärke hineinbrachte, was ihm durch gezielte Paarung und bedeutend stärkere Fütterung in der Aufzucht auch gelang. Er führte die sog. 1. Verstärkung in Trakehnen mit außerordentlichem Erfolg durch, indem er unter nur maßvoller Verwendung vollblütiger Hauptbeschäler eine Konsolidierung der Stutenherden durch bevorzugten Einsatz von Trakehner Halbbluthengsten erreichte, wobei er sich nicht vor z. T. starker Inzucht scheute. Seine Zuchtmethode bestätigte die große Vererbungskraft der bodenständigen Familien, mittels derer ihm bei voller Erhaltung des Typs, von Schönheit und Harmonie die Verstärkung des Knochengerüstes und des Kalibers vortrefflich gelang, wie eine Anzahl großer Stempelhengste zeigt (Thunderclap, 1844–64; Sahama xx, 1853–67 u. Inspector x, 1856–73). S. war auch der Züchter der bedeutenden Halbbrüder Vencrato (1862–77) von Dorimont und Vorwärts (1865–76) von Sahama xx, die unter seinem Nachfolger v. Dassel die Durchzüchtung der Rappenherde vollendeten. Der Ruf des Trakehner Pferdes begann sich mit der erfolgreichen Zuchtkunst S.s, der den unverwechselbaren Trakehner Typ formte, weltweit zu verbreiten.

  • Literatur

    L G. Pusch, Das Gestütwesen Dtld.s, 1891, S. 7; G. v. Lehndorff, Hdb. f. Pferdezüchter, 41896, S. 157 f.; M. Heling, Trakehnen, 31964, S. 59; M. D. Sagebiel, Westfalens Pferdezucht im 19. Jh., in: Westfäl. Zs. 138, 1988, S. 149–72; Altpreuß. Biogr. IV;
    Qu StA NRW, Münster.

  • Autor/in

    Karin Drewes
  • Empfohlene Zitierweise

    Drewes, Karin, "Schwichow, Ernst von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 83-84 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1014547369.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA