Lebensdaten
1347 bis wohl 1420
Geburtsort
Wolfhagen
Beruf/Funktion
Chronist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100970001 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ehlen von Wolfhagen, Tilemann
  • Ehlen, Tilemann
  • Ehlen von Wolfhagen, Tilemann
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Zitierweise

Ehlen, Tilemann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100970001.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    vor 1394 Grede (gen. 1394-1411), T des Schöffen Herm. Boppe (1361–1400) zu Limburg.

  • Leben

    Gelehrte Studien führten E. vielleicht nach Paris. Als Kleriker des Mainzer Bistums empfing er die niederen Weihen. In Limburg an der Lahn, wo seit 1364 ein älterer Verwandter, Gunthard von Ehlen, als Schulrektor und Notar und später als Kanoniker ansässig war, wirkte E. seit 1370 als kaiserlicher Notar. Er war dort wohl schon 1374, wie 1394, zugleich Stadtschreiber. Dieses Amt legte er jedoch wahrscheinlich schon 1398 nieder. Die Heirat der Enkelin des in seiner „Limburger Chronik“ zweimal gewürdigten Johann Boppe erlaubte ihm wohl, ganz seinen Neigungen zu leben. Mit 30 Jahren hatte er Aufzeichnungen begonnen, die er für die Jahre 1336-98 in seiner „Limburger Chronik“ zusammenfaßte. Nachrichten von Zeitgenossen und eigenes Erleben sind weithin die einzige Quelle seines für jene Zeit ungewöhnlich frischen und farbigen Werkes, das über viele Jahrhunderte hin populär und lebendig blieb. Er schrieb zur Verherrlichung der Stadt an der Lahn, doch gewann er dort im Schnittpunkt großer Fernstraßen auch Kenntnis von manchem Ereignis ringsum im Lande und in seiner hessischen Heimat. Die Vorgänge der großen Politik lagen ihm fern. Bedeutung hat sein Werk vor allem für die Kulturgeschichte in seinen Nachrichten über den Wandel der Tracht, über Sitten und Gebräuche und die jeweils beliebten Volkslieder seiner Zeit. In seinen meisterhaften Personenbeschreibungen zeigt sich bereits die beginnende Neuzeit. G. Zedler hat gute Gründe für seine, allerdings nicht allgemein anerkannte Vermutung vorgetragen, daß E., der noch 1404 und 1411 in Limburg begegnet, auch der Verfasser einer verlorenen „Hessenchronik“ der Zeit von 1360 bis 1417 war, die nur noch in Auszügen des hessischen Chronisten Wigand Gerstenberg zu fassen ist. In der Arbeit an diesem zweiten Werk darf man vielleicht den Grund dafür sehen, daß die „Limburger Chronik“ so plötzlich abbricht und der letzten Feile entbehrt.

  • Werke

    hrsg. v. A. Wyß, in: MG Dt. Chron. IV, 1, 1883; v. G. Zedler mit Übertragung ins Neuhochdeutsche, 1930.

  • Literatur

    A. Wyß, Die „Limburger Chronik“, 1875;
    G. Zedler, Die „Hessenchronik“, ihr Umfang u. ihr Verfasser, in: Zs. d. Ver. f. Hess. Gesch. 55, 1926, S. 176 ff.;
    G. Groh, Die Limburger Chronik d. T. E. v. W., phil. Diss. München 1951 (ungedr., Autorenreferat in: Nassau. Ann. 65, 1954, S. 293-95);
    H. Brack, Die Gesch.auffassung d. Limburger Chronik, phil. Diss. ebd. 1953 (ungedr., Autorenreferat ebd. 69, 1958, S. 245 f.);
    W. H. Struck, Das St. Georgenstift in Limburg a. d. Lahn, Regg. 910-1500, 1957;
    F. Uhlhorn, in: Vf.-Lex. d. MA I, 1933, S. 547-51 (W mit Angabe d. älteren Drucke, L). – Qu.: Staatsarchiv Marburg.

  • Autor/in

    Hellmuth Gensicke
  • Empfohlene Zitierweise

    Gensicke, Hellmuth, "Ehlen, Tilemann" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 345 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100970001.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA