Lebensdaten
um 1360 bis nach 1439
Geburtsort
Schwefe bei Soest
Sterbeort
Soest
Beruf/Funktion
Dominikaner ; katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100947336 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jakob de Susato
  • Jakob de Sweve
  • Jakob von Sweve
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Zitierweise

Jakob von Soest, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100947336.html [16.11.2018].

CC0

  • Leben

    J. trat etwa 1377 in den Dominikanerorden ein. Seine Laufbahn als Universitätsprofessor begann er 1394 in Prag, wo sein Kloster 1393 der Universität inkorporiert worden war. Er dozierte dort als Biblicus und Sententiar und wurde um 1399 Magister der Theologie. In Prag erlebte er aus nächster Nähe die Streitigkeiten, die seit der Verurteilung von 45 Sätzen Wiclifs durch die Universität im Mai 1403 ausbrachen. Inwieweit er in diese Auseinandersetzungen eingriff, ist nicht zu ermitteln. 1405 siedelte er nach Köln über, wurde bereits 2 Jahre später zum Dekan der theol. Fakultät gewählt und blieb 10 Jahre in diesem Amt, ein einzig dastehender Fall, da sonst jedes Jahr gewechselt wurde. Den Lehrstuhl bekleidete er als städtisch besoldeter Theologieprofessor. Sein Wirken ging aber über diesen Kreis hinaus. Er war Gewissensberater und Beichtvater des Kölner EB Friedrich v. Saarwerden, mit dem ihn ein freundschaftliches Verhältnis verband. 1409 wurde J. päpstl. Inquisitor. Sein Zuständigkeitsbezirk umfaßte die Gebiete der Diözesen Köln, Utrecht, Münster, Osnabrück, Minden, Bremen und Paderborn. Dieses Amt brachte ihm viel Verdruß und Enttäuschung und wenig Erfolg. Da ihn seine akademische Lehraufgabe an einer umfassenden Inquisitionstätigkeit hinderte, ernannte er 1413 seinen Ordensbruder Johann v. Lüdinghausen zum Unterinquisitor. Nach 1422 war J. vorwiegend in Soest, von wo aus er oft zu Predigten sowie in Ordens- und Inquisitionsangelegenheiten unterwegs war. Er beteiligte sich an der nach dem Konstanzer Konzil einsetzenden Reform der Dominikanerklöster in Deutschland, besonders an der Erneuerung des Dortmunder Konventes.

  • Werke

    Hss.: Ordenschronik, Privilegienslg. d. Dominikanerordens, Ordens- u. papstgeschichtl. Notizen;
    Predigtslgg. u. homilet. Hilfswerke;
    Schriftvorlesungen;
    Theolog. Abhh.: Hist. discipulorum Jesu, De conceptione Mariae, De origine et unitate Ecclesiae;
    Expositio super Mare Magnum (alle Univ.bibl. Münster;
    Stadtbibl. Soest, Nachweise b. J. H. Beckmann, s. L).

  • Literatur

    ADB 13;
    J. Quétif u. Jakob Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, 1719, col. 774 f.;
    J. H. Beckmann, Stud. z. Leben u. literar. Nachlaß J. v. S. OP (1360–1440), 1929;
    ders., in: Westfäl. Lb. III, 1934, S. 1-10 (W, L);
    H. Ch. Scheeben, J. v. S. u. s. Chronik d. Predigerordens, in: HJb. 50, 1930;
    G. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule vom 14. b. z. 16. Jh., 1948, S. 119-21;
    F. Stegmüller, Rep. biblicum medii aevi III, 1949, Nr. 3990-92, 2;
    Vf.-Lex. d. MA II.

  • Autor/in

    Paul-Gundolf Gieraths OP
  • Empfohlene Zitierweise

    Gieraths OP, Paul-Gundolf, "Jakob von Soest" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 319 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100947336.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Jacob von Soest (Jacobus de Susato), gebürtig aus Soest, 1423, gehörte dem Dominicanerorden an, war Lector der Theologie im Capitelhause des Ordens zu Cöln, zugleich auch mit dem Amte eines Inquisitor haereticae pravitatis für Deutschland betraut. Von ihm existiren handschriftlich verschiedene Schriften theologischen Inhaltes (aufgezählt bei Echard et Quetif I, p. 774), neben diesen eine „Chronica mundi“ und eine Chronik seines Ordens von dessen Beginne bis zum J. 1415, welche von anderen später folgenden Genossen seines Ordens überarbeitet und weitergeführt wurde.

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Jakob von Soest" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 556 unter Jacob von Soest [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100947336.html#adbcontent

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