Lebensdaten
erwähnt 814, gestorben vermutlich 840 oder 844
Beruf/Funktion
Abt von St. Denis ; Erzkapellan Ludwigs des Frommen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100946224 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hilduin der Ältere
  • Hilduin
  • Hilduin der Ältere

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Hilduin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100946224.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmem lothring. Geschlecht;
    M Beletrudis;
    B die Grafen Gairold u. Bernard; Verwandter Hilduin d. J., Erzkanzler Lothars I., design. EB v. Köln (842–48) u. Abt v. Bobbio.

  • Leben

    H., einer der wichtigsten Berater Ludwigs des Frommen, war seit 814 Abt von Saint-Denis, seit 819 höchster Hofgeistlicher im Amt des Erzkapellans, das unter ihm einen bedeutenden Aufstieg nahm. H., dem der Kaiser auch die Klöster Saint Médard in Soissons, Saint Germain-des-Prés, Saint-Ouen und Salonnes übertrug, hat bestimmenden Einfluß auf die Reichseinheitspolitik Ludwigs des Frommen (Ordinatio imperii von 817) ausgeübt, mit deren Scheitern er 830 sein Hofamt und seine Klöster verlor. Nach kurzer Verbannung nach Paderborn und Korvey söhnte er sich noch 830 wieder mit Ludwig aus, erhielt Saint-Denis zurück, das er 832 reformierte, wurde aber nicht mehr mit dem Erzkapellanat betraut. Korvey verdankt ihm die Reliquien des heiligen Vitus, die er 836 übertragen ließ. 840 ging er zur Partei Lothars I. über und verlor damit erneut Saint-Denis. Bald darauf scheint er gestorben zu sein. – Als Schüler Alcuins hoch gebildet und sogar des Griechischen mächtig, hat H. zugleich eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet, um in ihr vor allem dem Ruhm seines Klosters zu dienen: Er verfaßte eine Vita des heiligen Dionysius von Paris, veranlaßte und überwachte die Übersetzung der aus Byzanz übersandten Werke des Pseudo-Dionysius (Areopagita) und war wahrscheinlich an der Abfassung der Gesta Dagoberti wie auch der fränkischen Reichsannalen beteiligt.

  • Literatur

    F. Lot, in: Le Moyen Age 16, 1903, 17, 1904 (hier auch üb. andere Träger d. Namens Hilduin);
    M. Buchner, Das Vizepapsttum d. Abtes v. St. Denis, 1928;
    dazu W. Levison, in: ZRSGK 18, 1929;
    G. Théry, Études Dionysiennes I, 1932;
    W. Ohnsorge, in: Archiv f. Diplomatik 1, 1955;
    L. Levillian, in: Bibl. de l’École des Chartes 108, 1949/50;
    J. Fleckenstein, Die Hofkapelle d. dt. Könige, 1. T., 1959.

  • Autor/in

    Josef Fleckenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Fleckenstein, Josef, "Hilduin" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 136 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100946224.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA