Lebensdaten
erwähnt 1298, gestorben 1322
Sterbeort
wohl in Würzburg
Beruf/Funktion
Bischof von Würzburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100943365 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gottfried III. von Hohenlohe
  • Gottfried von Hohenlohe
  • Gottfried zu Hohenlohe
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Zitierweise

Gottfried III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943365.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried ( vor 4.4.1290);
    M Elisabeth ( 1288), T d. Burggf. Friedrich III. v. Nürnberg ( 1297, s. NDB V);
    Schw Elisabeth ( n. 1307), Äbtissin v. Schäftersheim.

  • Leben

    Seit Ende 1298 erscheint G. als Propst des Stiftes Haug und als Domherr in Würzburg. In der bald nach dem 6.2.1314 stattfindenden Bischofswahl fiel ein Teil der Stimmen auf ihn, der andere Teil auf den Domherrn Friedrich zu Stolberg. Es scheint, daß König Ludwig der Bayer diesen begünstigte, jedenfalls trat König Friedrich der Schöne für G. ein. Der Tod Papst Clemens' V. (20.4.1314) und die anschließende, länger als zweijährige Sedisvakanz verzögerten die Erledigung der Appellation Friedrichs zu Stolberg, und dieser starb währenddessen (1315 oder 1316) an der Kurie. Nachdem König Jakob II. von Aragon im Kardinalskolleg interveniert, sich auch Friedrichs Wähler nach dessen Tod für G. entschieden hatten und dieser selbst auf alle aus seiner Wahl herrührenden Rechte verzichtet hatte, providierte Papst Johannes XXII. G. am 20.6.1317 mit dem Bistum Würzburg. – Trotz früher Beziehungen zu Friedrich dem Schönen nahm G. zunächst nicht gegen Ludwig den Bayern, der in Franken eine starke Anhängerschaft hatte, Partei, doch versicherte Ludwig sich 1321 der Kriegshilfe des Abtes von Fulda gegen G., ohne daß es freilich zu Auseinandersetzungen kam. Die starke Verschuldung des Hochstiftes ließ G. dem durchreisenden päpstlichen Legaten Jakob von Rotha gegenüber in Zahlungsschwierigkeiten geraten, die 1318 zu seiner zeitweiligen Exkommunikation und Suspension führten. Mit der Stadt Würzburg lebte der Bischof im Gegensatz zu seinen Vorgängern und Nachfolgern in leidlicher Eintracht. In seinen Pontifikat fällt die Gründung eines Kollegiatstiftes im Nordosten des Bistums (1316 in Schleusingen errichtet, 1319 nach Hildburghausen und 1320 nach Schmalkalden verlegt) durch Graf Berthold VII. von Henneberg und die des Bürgerspitals zum Heiligen Geist in Würzburg (1319).

  • Literatur

    ADB IX;
    Lehenbuch d. Würzburger Bischofs G. III. v. H. (1317–22), hrsg. v. F. Hüttner, in: Forschungen z. Gesch. Bayerns 9, 1901, S. 69-283;
    Hohenloh. UB II, 1901, S. 136-63 Nr. 183/1-117, III, 1912, S. 648-51 Nr. 547/1-6 (Regg. d. größten Teiles d. Urkk. G.s);
    L. Fries, in: J. P. Ludewig, Gesch.-Schreiber v. d. Bischoffthum Wirtzburg, Frankfurt/M. 1713, S. 609-12;
    Ae. Ussermann, Episcopatus Wirceburgensis, St. Blasien 1794, S. 101 f.;
    Th. Henner, Eine Doppelwahl f. d. Würzburger Bischofsstuhl i. J. 1314, in: Archiv d. Hist. Ver. v. Unterfranken 42, 1900, S. 57-74;
    K. Weller, Gesch. d. Hauses Hohenlohe II, 1908, S. 238-96

  • Autor/in

    Alfred Wendehorst
  • Empfohlene Zitierweise

    Wendehorst, Alfred, "Gottfried III." in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 668 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943365.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gottfried III., Bischof von Wirzburg 1314—22, gehört dem Hause Hohenlohe an, welches nach einer allerdings nicht ganz sicher beglaubigten Tradition schon zu Ende des 12. Jahrhunderts Wirzburg einen Bischof gegeben hatte, Gottfried II., der im Sommer 1197 gewählt wurde, aber schon 2 Monate nachher starb. Ende 1313 oder anfangs 1314 wurde der Wirzburger Stuhl durch den Tod des Bischofs Andreas von Gundelfingen erledigt. Darf man der Erzählung des Chronisten Lorenz Fries Glauben schenken, so wäre schon sehr bald darauf die Wahl Gottfrieds erfolgt, der vorher Propst des Collegiatstiftes Haug in Würzburg gewesen war. Er soll sich als Erwählter zum Zweck der Bestätigung an den päpstlichen Hof nach Avignon begeben haben, wo er aber durch die nach dem Tode Clemens V. eintretende Sedisvacanz 2 Jahre lang hingehalten worden sei. Jedenfalls trug dieser letztere Umstand dazu bei, daß auch die Wirzburger Sache mehrere Jahre lang in der Schwebe blieb; denn erst seit Ende 1317 tritt G. urkundlich als Bischof auf, während bis dahin das Stiftsregiment in den Händen einer aus 7 Domherren gebildeten Pflegschaft gelegen war. Gottfrieds Regierung fällt in die Zeit des Streites der Gegenkönige Ludwig und Friedrich. Er stellte sich auf die Seite Friedrichs, vielleicht schon mit Rücksicht auf die gleiche Haltung der andern Glieder seines Hauses, sowie des fränkischen Adels überhaupt, und er ist dieser Partei auch wohl bis zu seinem mit dem Entscheidungskampfe bei Mühldorf so ziemlich zusammentreffenden Ende treu geblieben. Mit dem päpstlichen Stuhle kam es zu zeitweiligem Conflict, da man in Wirzburg mit gewissen Leistungen an einen durchreisenden Legaten zögerte, was sogar zu vorübergehender Verhängung des Interdicts und der Suspension gegen G. führte. Auch mit dem mächtigsten Gliede des wirzburgischen Stiftsadels, mit dem Hause der Grafen von Henneberg, gerieth er in Fehde wegen verschiedener Stiftslehen, die zu der sogenannten neuen Herrschaft (hauptsächlich aus dem koburgischen bestehend) gehörten; doch wurde am 3. April 1319 der Streit durch Schiedsrichter gütlich beigelegt. G. hat von da dauernd gute Beziehungen zu den Hennebergern unterhalten, was u. a. auch in der Bestätigung der von Graf Berthold errichteten Collegiatstifter zu Hildburghausen und Schmalkalden zum Ausdruck kam. In sehr glücklicher Weise wußte G. ferner das unter seinen Vorgängern schwierig gewordene Verhältniß zu der Bürgerschaft von Wirzburg zu gestalten: am 9. Juli 1319 verband sich letztere mit dem Bischof auf Lebenszeit zur Hülfeleistung. Hervorzuheben ist endlich, daß G. im Sommer 1318 mit dem Erzbischof von Mainz in eine Einigung zur Aufrechthaltung der Ordnung und Sicherheit in den beiderseitigen Territorien trat, nachdem schon vor seinem Regierungsantritt im Jahre 1316 das Wirzburger Capitel mit dem Stift Bamberg und den Grafen von Henneberg ein Landfriedensbündniß aufgerichtet hatte. G. starb am 4. September 1322.

    • Literatur

      Ussermann, Episc. Wirceb. p. 101 s. Ueber seine Abstammung vergl. Stälin, Wirtemberg. Geschichte III. 675.

  • Autor/in

    Henner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Henner, Theodor, "Gottfried III." in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 478-479 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943365.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA