Lebensdaten
vor 1130 bis 1184
Sterbeort
Kloster Schönau bei Strüth (Kreis Sankt Goarshausen)
Beruf/Funktion
Benediktiner ; theologisch-mystischer Schriftsteller ; Prediger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100940374 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ekbert von Schönau

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Zitierweise

Ekbert von Schönau, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100940374.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus adligem Geschl., das im Gebiete v. Köln u. Bonn ansässig, mütterlicherseits auch in Westfalen u. Sachsen begütert war;
    V Hartwig; Großonkel mütterlicherseits (zugleich E.s Pate) Ekbert ( 1132), Scholaster u. Dechant am Kölner Domkapitel, seit 1127 Bischof v. Münster, Berater Kaiser Lothars;
    B Ruother (Ruocher), 1156-63 Propst im Prämonstratenser-Stift Pöhlde am Harz;
    Schw Elisabeth v. Schönau ( 1164, s. NDB IV);
    N Simon, Propst an St. Gereon zu Köln, dann Mönch, zuletzt (um 1197/98) Abt zu Schönau.

  • Leben

    E., offenbar schon in jüngeren Jahren Kanonikus an Sankt Cassius in Bonn, war Freund und Studiengenosse des späteren Kölner EB Rainald von Dassel, mit dem er – vermutlich Anfang der 40er Jahre – gemeinsam zu Paris (?) bei Magister Adam von Petit-Pont studierte. Im Anschluß an eine Pilgerfahrt nach Rom 1155 trat er auf Drängen seiner Schwester Elisabeth – gegen den Willen seiner übrigen Verwandten – als Mönch in Schönau ein, dessen 2. Abt er nach dem Tode Hildelins 1165 oder 1166 wurde. – Seine zahlreichen, meist kleineren Schriften und sein greifbarer Einfluß auf das visionäre Werk seiner Schwester Elisabeth zeigen ihn im Banne der mystischen Theologie Bernhards und der Viktoriner. Auch einige eigene Visionen sind überliefert. Sein Auftreten als Lehrer und Prediger gegen die Sekte der Katharer im Rheinland (vor 1155 in Bonn, 1163 in Köln, 1167 in Koblenz, später in Mainz) fand seinen Niederschlag in dem Traktat „Contra Catharos“. Von seinen übrigen Schriften (Predigten, Meditationen, gebetsartigen Stücken) gehen einige in mittelalterlichen Handschriften gelegentlich unter den Namen Augustins, Anselms, Bernhards, Richards von Sankt Victor und Bonaventuras. Ein später Traktat „Contra Judaeos“ blieb offenbar unvollendet. Sein inniges Verhältnis zur Schwester zeigt seine Klageschrift auf ihren frühen Tod (De obitu dominae Elisabeth, 1164/65). Unter seinen wenigen erhaltenen Briefen ragen zwei an Rainald von Dassel hervor.

  • Werke

    Sermones XIII adversus … Catharorum … errores ac haereses, Köln 1530 (Wiederabdr. Migne, PL 195 col. 11-102); – die meisten übrigen Schrr. b. F. W. E. Roth, Die Visionen der hl. Elisabeth u. d. Schrr. der Äbte E. u. Emecho v. Schönau, 1884, 21886, S. 231-342(W-Verz. S. 220-25, L);
    ders., Das Gebetbuch d. hl. Elisabeth v. Schönau, 1886, S. 9 ff. (darunter einige E. nicht mit Sicherheit zuweisbare Stücke);
    ungedr.: 31 Predigten (Trier, Stadtbibl. Hs. 299) u. die bisher verloren geglaubte Expositio super evangelium In principio erat verbum (Paris, Bibl. Mazar. Hs. 624, u. Halle, Univ.Bibl. Hs. Yc 4° 8).

  • Literatur

    Vita Eckeberti (v. E.s Nachfolger Abt Emecho v. Schönau, vor 1197), ed. S. Widmann, in: NA 11, 1886, S. 448-54;
    ders., Nassau. Chronisten d. MA, Gymn.-Progr. Wiesbaden, 1882, S. 4-9;
    A. Nebe, E. Abt v. Schönau, in: Nassau. Ann. 8, 1866, S. 245-92;
    F. W. E. Roth, Aus d. Predigten d. Abts E. v. Schönau, in: Nassovia 14, 1913, S. 276 f.;
    W. Föhl, Stud. zu Rainald v. Dassel, in: Jb. d. Köln. Gesch.ver. 17, 1935, S. 237-41;
    A. Borst, Die Katharer, 1953, S. 6 u. ö.;
    P. Séjourné, „L'Aiguillon d'amour“ de l'abbé E., in: Regnabit, Revue mensuelle du Sacré Cœur 2, Paris 1922, S. 327-32;
    A. Wilmart, Auteurs spirituels et textes dévots du moyen âge latin, ebd. 1932, S. 194 f., 421 f., 478. – Eigene Hss.- u. Archivstud.

  • Autor/in

    Kurt Köster
  • Empfohlene Zitierweise

    Köster, Kurt, "Ekbert von Schönau" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 429 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100940374.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA