Lebensdaten
erwähnt 1430, gestorben zwischen 1474 und 1481
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Musiktheoretiker ; Prediger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100939392 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad
  • Conradus de Zabern
  • Conradus de Zabernia
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Quellen(nachweise)

Zitierweise

Konrad von Zabern, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100939392.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Trotz Wimphelings näherer Bestimmung v. Zabern im Elsaß als Herkunftsort läßt sich nicht endgültig entscheiden, ob e. Identität zw. K. u. d. 1408/09 an d. Artistenfak. d. Univ. Heidelberg immatrikulierten, 1410 dort z. Baccalaureus, 1412 z. Licentiatus promovierten u. 5.1.1414 u. 1417 z. „examinator baccalauriandorum“ gewählten „Conradus Henzcenclaus de Sabernia diocesis Agentinensis“ oder d. 1425/26 gleichfalls dort eingeschriebenen, 1428 u. 1430 d. Grad e. Baccalaureus u. Licentiatus erlangenden „Conrardus Zabern, clericus diocesis Spirensis“, besteht.

  • Leben

    Aus den spärlichen biographischen Nachrichten über K. eröffnet sich uns das Bild einer unermüdlich für den allgemeinen Nutzen der Kirche sowie die im 15. Jahrhundert besonders stark hervortretenden kirchlichen Reformideen tätigen Persönlichkeit. Trithemius und Wimpheling bezeichnen ihn unter anderem als einen der Heiligen Schrift sehr kundigen Theologen und berühmten Prediger – in Heidelberg bekleidete er das Amt eines Universitätspredigers –, dessen Wesen die Vorzüge des Gelehrten mit einem vorbildlichen Lebenswandel und tiefer Religiosität verband. Um 1460/70 entfaltete er als Wandermagister eine rege, auf die am Oberrhein, Main und Mosel gelegenen Gebiete sich erstreckende Wirksamkeit im Dienst der Musik. Er trug an den Universitäten Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Basel (?) publice seinen „Novellus musicae artis tractatus“, eine auf Schriften von J. Affligemensis, Guido von Arezzo und Pseudo-Odo basierende Musiklehre, vor und gestaltete die Ausführungen mit Hilfe eines Tastenmonochords, dessen Verfertigung er eingehend erläuterte, zum Anschauungsunterricht. Sein Ziel war die Durchsetzung des Monochords als Instrument „ad cantum choralem tam docendum quam discendum“. In den gleichen Jahren hielt er sich unter anderem an den Kathedral- und Kollegiatsstiften von Basel, Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Würzburg auf, um unter Darlegung seines „modus bene cantandi“ den Choralgesang zu reformieren. Nach 1466 finden wir ihn, vermutlich aus demselben Grund, vorübergehend am Mainzer Sankt Jakobskloster. 1472 erfolgte seine Immatrikulation als Magister an der Universität Ingolstadt. Dem Bericht des Trithemius zufolge erlangte K. 1475 den Ruf einer berühmten Persönlichkeit, deren musikhistorische Bedeutung in der durch Wort und Schrift vollführten musikpädagogischen undreformerischen Tätigkeit zu sehen ist.

  • Werke

    W Verz. s. MGG II, Sp. 1632. - Neuausg. d. W musikal. Inhalts
    b. K. W. Gümpel, s. L, 3. T.: Ed.;
    De modo Concludendi omnem collectam, Inkunabel, um 1480 u. um 1495, hrsg. v. M. Vogeleis, in: Cäcilia Straßburg 25, 1908, Nr. 4, 5, 7;
    s. a. GW VII, 1938, Nr. 7425-32.

  • Literatur

    K. W. Gümpel, Die Musiktraktate C. v. Z., in: Abhh. d. geistes- u. sozialwiss. Kl. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit. in Mainz, Jg. 1956, Nr. 4;
    MGG II (W, L, Faks.).

  • Autor/in

    Karl-Werner Gümpel
  • Empfohlene Zitierweise

    Gümpel, Karl-Werner, "Konrad von Zabern" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 557 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100939392.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA