Lebensdaten
vor 750 bis 821
Geburtsort
Südfrankreich
Sterbeort
Kornelimünster
Beruf/Funktion
Klosterreformer ; Abt ; Heiliger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100937543 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Witiza (weltlich)
  • Benedikt von Aniane
  • Witiza (weltlich)
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Zitierweise

Benedikt von Aniane, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100937543.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Graf Aigulf von Maguelone.

  • Leben

    Zunächst am königlichen Hof (773 Teilnahme an Karls des Großen Italienzug), trat B. 774 in das Kloster St.-Seine bei Dijon ein. Um seine asketischen Forderungen besser durchführen zu können, gründete er um 780 in seiner Heimat ein eigenes Kloster (Aniane), wo er nach mehrmaligem Versuch, orientalische Mönchsgebräuche einzuführen, die Benedictus-Regel mit aller Strenge befolgte. Bald konnte er weitere Abteien vor allem in Aquitanien reformieren und wurde von König Ludwig dem Frommen als Berater herangezogen; als Ludwig die Regierung des Gesamtreiches übernahm, erbaute er 815/16 für seinen Freund B. das Kloster Inden (Kornelimünster) bei Aachen. Zum Generaloberen aller Klöster des Reiches ernannt (erster Zusammenschluß von benediktinischen Klöstern), konnte B. seine Reform durch die Beschlüsse der Aachener Reichstage 816-19 (bes. Capitulare institutum [monasticum] 817) weithin durchsetzen, z. T. auch bei den Kanoniker- und|Kanonissenstiften. Seine Reform, die eine Erweiterung der monastischen Forderungen in Askese, Handarbeit und Liturgie über Benedict von Nursia hinaus erstrebte und - im Gegensatz zu den Bestrebungen Karls des Großen - Klosterschulen nur noch für den eigenen Nachwuchs dulden wollte, siegte nur teilweise. Auf B.s Reformideen geht die Reform von Cluny zurück, doch lassen sich Einflüsse auch bei den Erneuerungsbestrebungen in England (Dunstan) und sonst nachweisen. Der Tag seiner Verehrung als Heiliger ist der 11. Februar.

  • Werke

    Cod. regularum, ed. L. Holstenius, Rom 1661;
    Concordia regularum, in: J. P. Migne, Patrologiae cursus completus 103.

  • Literatur

    Vita v. B.s Nachfolger Ardo Smaragdus, in: XV/1, S. 198-220;
    W. Pückert, Aniane u. Gellone, 1899;
    J. Koschek, Die Klosterreform Ludwigs d. Fr., 1908;
    Hauck II;
    S. Hilpisch, Gesch. d. benediktin. Mönchstums, 1929, S. 117-26;
    J. Narberhaus, B. v. A., 1930;
    S. Dulcy, La règle de St. Benoît d'A., 1935;
    P. Schmitz, Gesch. d. Benediktinerordens I/II, 1947/48;
    LThK;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VIII, 1935, Sp. 177-88 (W, L);
    Dict. de Biogr. Franç. V, 1951, Sp. 1432 f. (L).

  • Autor/in

    Jürgen Sydow
  • Empfohlene Zitierweise

    Sydow, Jürgen, "Benedikt von Aniane" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 43 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100937543.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA