• Genealogie

    V Joh. Egidius, Dir. d. pomm. Kriminalkollegiums;
    M Elisabeth Leberecht, T d. Propstes Joh.|Georgi;
    1) 1800 (?) Juliane Müller ( 1803), 2) 1805 Marianne Braun;
    2 S aus 1) (1 früh †), 4 K aus 2).

  • Leben

    H. studierte seit 1792 in Halle die Rechte, promovierte dort 1799 und wurde 1802 Professor in Königsberg, 1805 auch Mitglied des dortigen Kriminalkollegiums. Er gehörte zu den jungen Professoren, die, ohne Anhänger der Französischen Revolution zu sein, einen neuen patriotischen Geist in die Albertina brachten, der auf eine sittliche Erneuerung des Volkes durch Hebung der Bildung abzielte. So hatte er großen Einfluß auf die Studenten und nahm Anteil an den Steinschen Reformen. 1809 gab er ein wöchentlich erscheinendes „Bürgerblatt“ heraus, um „das Interesse an öffentlichen Angelegenheiten hervorzubringen“. Als er 1810 nach der neuen Städteordnung zum Oberbürgermeister von Königsberg gewählt wurde, legte er seine Professur nieder, um sich ganz den öffentlichen Angelegenheiten zu widmen. Trotz vieler Arbeit, die er gerade in diesen Notjahren Preußens zu bewältigen hatte, gab er selbst an einer Bürgerschule Unterricht „in den Landesgesetzen“. Höhepunkt seines Lebens war die Wirksamkeit auf dem berühmten Königsberger Landtag im Februar 1813 als Mitglied des ständischen Komitees und bei der Aufstellung der Landwehr.

  • Literatur

    A. Seraphim, A. W. H., 1913 (P: Miniatur, seit 1945 verloren);
    Altpreuß. Biogr.

  • Portraits

    Marmorbüste v. W. Rosenberg, 1913, Abb. in: Dt. Staatenbildung u. dt. Kultur im Preußenlande, 1931, Tafel 132.

  • Autor/in

    Fritz Gause
  • Empfohlene Zitierweise

    Gause, Fritz, "Heidemann, August Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 245 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100577946.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA