Lebensdaten
1435 bis 1505
Geburtsort
Surgères (Dép. Charente-Maritime)
Sterbeort
Viterbo
Beruf/Funktion
Bischof von Gurk ; Kardinal ; päpstlicher Legat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10024520X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Peraudi, Raimund
  • Péraud, Raimund
  • Gurk, Raymund von
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Raimund Peraudi, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10024520X.html [16.12.2018].

CC0

  • Leben

    Über R.s Eltern und Jugendjahre ist wenig bekannt. Vermutlich aus ärmlichen Verhältnissen stammend, soll er Lehrer in Surgères gewesen sein. 1470 immatrikulierte er sich als Magister artium in Paris für ein Studium der Theologie. Nach seiner Promotion zum Dr. theol. wurde R. 1476 Prior des Spitals in Surgères, im selben Jahr Dekan des Domkapitels in Saintes und Ablaßkommissar für den Wiederaufbau der abgebrannten Kathedrale von Saintes. 1480 wurde ihm das Archidiakonat Aunis in seiner Heimatdiözese übertragen.

    1480 ging R. nach Rom und erreichte 1482 seine Ernennung zum päpstl. Protonotar durch Sixtus IV., Seit 1486 wirkte er als päpstl. Ablaßkommissar Innozenz' VIII. zunächst für Frankreich, dann als päpstl. Legat und Ablaßprediger für Deutschland und Skandinavien, um finanzielle Mittel für den Krieg gegen die Türken zu sammeln. Neben Abrechnungen über die beträchtlichen Einnahmen sind zahlreiche Ablaßurkunden für einzelne Kirchen und geistliche Institutionen sowie Beichtzettel für Einzelpersonen überliefert.

    In diplomatischen Missionen vermittelte R. 1488 einen Waffenstillstand zwischen Friedrich III. und Mathias Corvinus, 1492 einen Friedensschluß zwischen dem franz. König Karl VIII. und Ks. Maximilian I. sowie 1503 einen Vertrag zwischen Lübeck und Dänemark. Dank seiner guten Kontakte zum ksl. Hof wurde R. 1491 zum Bischof von Gurk ernannt. Er hat sein Bistum wahrscheinlich nie betreten, sondern übertrug alle bischöflichen Funktionen und Gerechtsame dem von ihm bestellten Weihbischof Nikolaus Kaps (1491–1501, 1512), was zu einem Konflikt mit dem Domkapitel führte. 1493 wurde R. als Kardinaldiakon von S. Maria in Cosmedin durch Alexander VI. in das Kardinalskollegium aufgenommen, seit 1496 war er Kardinalpriester von S. Vitale, 1499 von S. Maria Nuova, 1503 zudem Bischof seiner Heimatdiözese Saintes. 1501-04 befand R. sich erneut auf Deutschlandmission als Ablaßprediger.

  • Quellen

    Qu Einblattdrucke d. 15. Jh., Ein bibliogr. Verz., 1914, Nachdr. 1968, S. 291-315, Nr. 1084-1173; VD 16, Abt. 1, Bd. 15, S. 562-65, Nr. P. 1329-1354; Bayer. Staatsbibl., Inkunabelkat. IV, 1998, S. 278-86, Nr. P 140-286.

  • Literatur

    J. Obersteiner, Der Gurker Bf. Kard. Péraud im Lichte neuer Urkk., in: Österr. Archiv f. Kirchenrecht 5, 1954, S. 220-36;
    ders., Die Bischöfe v. Gurk 1072-1822, 1969, S. 261-71;
    A. Röpke, Geld u. Gewissen, R. P. u. d. Ablaßverkündigung in Norddtld. am Ausgang d. MA, in: Brem. Jb. 71, 1992, S. 43-80;
    Th. Vogtherr, Kard. R. P. als Ablaßprediger in Braunschweig (1488 u. 1503), in: Braunschweig. Jb. f. Landesgesch. 77, 1996, S. 151-80;
    F. Rapp, La fin d'une campagne d'indulgences, le cardinal Péraud à Strasbourg (1504), in: Finances, pouvoirs et mémoire, Mélanges offert à Jean Favier, hg. v. J. Kerhervé u. A. Rigaudière, 1999, S. 578-86;
    G. Signori, Ein Ablaßprediger, e. Dorf u. seine Legenden, R. P. u. d. Bauern d. Dinkelbergs, in: Hagiogr. im Kontext, Wirkungsweisen u. Möglichkeiten hist. Auswertung, hg. v. D. R. Bauer u. K. Herbers, 2000, S. 155-200;
    Gatz III;
    BBKL 20.

  • Autor/in

    Christine Tropper
  • Empfohlene Zitierweise

    Tropper, Christine, "Raimund Peraudi" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 117-118 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10024520X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA