Lebensdaten
um 1499 bis 1528
Geburtsort
Winterthur
Sterbeort
Freiburg (Schweiz)
Beruf/Funktion
Schulmann ; katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100062385 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Buchstab, Johannes

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Zitierweise

Buchstab, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100062385.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren unbekannt;
    V vielleicht Hans Buchstab, genannt Münch;
    M Elsbeth (?);
    B Heinrich ( 14.1.1565), Zunftmeister, Jakob ( 1576), Waldförster, beide der Reformation zugeneigt.

  • Leben

    B. wirkte 1522 als Plebanus in Herisau, war dann eine Zeitlang in Mellingen tätig, 1523 Lateinlehrer und Chorherr in Bremgarten, 1524 in Zofingen. Als Abgeordneter des Stifts trat er an der Berner Disputation von 1528 als unerschrockener Verfechter des katholischen Glaubens auf. Bald darauf wurde er als erster Schul- und Singmeister nach Freiburg berufen. Er verfaßte 1527/28 mehrere polemische Schriften gegen Zwingli und die Reformation.

  • Literatur

    ADB III;
    Handlung od. Acta gehaltener Disputation zu Bern, 1528, 2 T., Bern 1701;
    J. Studer, Der Schulmeister J. B., ein Gegner Zwinglis, in: Schweiz. Theol. Zs. 29, Zürich 1912, S. 198-219;
    W.Köhler, Zwingli u. Luther, Bd. 1, 1924, S. 584 f.;
    K. Lindt, Der theol. Gehalt d. Berner-Disputation, in: Gedenksohr. z. Vierjh.feier d. Bern. Kirchenref., Bd. 1, Bern 1928, S. 319 f.: Wetzer-Welte II, Sp. 1398 (vollst. W-Verz.);
    HBLS;
    LThK.

  • Autor/in

    Kurt Guggisberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Guggisberg, Kurt, "Buchstab, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 710 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100062385.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Buchstab: Johannes B., Chorherr und Schulmeister in Zofingen, geb. in Winterthur 1499, 1528 zu Freiburg in der Schweiz. Ueber seinen Bildungsgang ist nichts bekannt: 1523 war er Schulmeister in Bremgarten (Aargau) verließ dasselbe aber in Folge der von Zürich her vordringenden Reformation und begab sich nach Zofingen (damals im Berner Gebiete), wo ihn die Geistlichkeit des Mauritiusstiftes in die Zahl der Chorherren aufnahm und ihm ebenfalls die Leitung ihrer Schule übertrug, Er wohnte den Religionsgesprächen bei, welche zu Baden im Aargau (21. Mai bis 7. Juni 1526) und zu Bern (7.—21., 23.—26. Jan. 1528) stattfanden. Während des letzteren trat B. zu zwölf verschiedenen Malen gegen Zwingli, Oekolampad u. A. auf und vertheidigte die alte Lehre nicht ohne Geschick. Ein anwesender Solothurner Geistlicher, Jak. v. Münster, schreibt über ihn: „Der Beste war der Schulmeister von Zofingen. Man nannte ihn Buchstab (Literam). Es ließ sich hören, was er zur Vertheidigung der Kirche aus den Schriften der Väter anführte. Er wußte mehr als die Andern zusammen; dennoch gebrach auch ihm hinreichende Kraft.“ Infolge dieser Disputation begann die Berner Regierung in ihrem Gebiete zu reformiren, und B. siedelte daher nach Freiburg im Uechtland über, wo ihm ebenfalls eine Schulmeisterstelle zu Theil wurde. Wenige Monate nach Antritt derselben starb er (wahrscheinlich im September), 1528. Seine Schriften, deren er etwa ein Dutzend hinterlassen hat, sind meist polemischer Art und vertheidigen mit Entschiedenheit die katholische Lehre. Die bekannteste ist wol: „Eygentliche und gründliche Kuntschafft aus göttlicher biblischer Geschrifft, daß M. Ulrich Zwinglein eyn falscher Prophet und Verfürer deß Christlichen Volks ist“. 1528. — Der Eifer, den B. in schriftlicher und mündlicher Vertheidigung der Messe bewies, hat ihm den satirischen Dank des bekannten Berner Malers, Dichters und Staatsmannes Nicolaus Manuel eingetragen. In seinem Testamente der Messe nämlich ("Ordnung und letzter Wille der Messe"), in welchem diese, als Person gefaßt, auf dem Todtenbette ihre namhaftesten Vertheidiger mit einem Vermächtnisse bedenkt, ist auch B. nicht vergessen. Die Messe verordnet: „So will ich denn auch zulassen, daß dem Hansen Buchstaben, Schulmeister zu Zofingen, meinem besondern Liebhaber, das Tuch, so der Pfaff auf das Haupt legt, genannt der Hummler, gelange“ (zukomme), „daß er sein kunstreich Hirn damit bewahre.“

    • Literatur

      Acten der Berner Disputation. Zürich 1528. — J. J. Hottinger, Helvet. Kirchen-Geschichten, Bd. III. S. 408. —
      Leu, Helvet. Lexikon, Thl. IV, S. 415. —
      C. Grüneisen, Niclaus Manuel. Stuttg. und Tüb. 1837, S. 434. — J. J. Hottinger, Huldreich Zwingli und seine Zeit. Zürich 1842, S. 374. — Amtliche Sammlung der ältern Eidgen. Abschiede, Bd. IV. Abth. 1 a, S. 1254. Schumann in Petzholdt's Anzeiger für Bibl. und Bibliothekwissensch. 1876, S. 91 f. 115—121. 158 f.

  • Autor/in

    A. Schumann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schumann, A., "Buchstab, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 492-493 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100062385.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA