Lebensdaten
1900 – 1995
Geburtsort
Liverpool
Sterbeort
Freiburg im Breisgau
Beruf/Funktion
Widerstandskämpferin ; Herausgeberin des „Freiburger Rundbriefs“ ; Volkswirtin
Konfession
evangelisch,seit ca. 1927 Mitglied der Religiösen Gemeinschaft der Freunde (Quäker), seit 24.3.1934 römisch-katholisch
Normdaten
GND: 119443465 | OGND | VIAF: 79424714
Namensvarianten
  • Luckner, Gertrud Jane
  • Hartmann, Jane
  • Luckner, Gertrud
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Luckner, Gertrud, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119443465.html [23.02.2024].

CC0

  • Gertrud Luckner war eine christliche Widerstandskämpferin und wichtige Akteurin im weitverzweigten Hilfsnetzwerk für verfolgte Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. 1943 verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, leitete sie nach dem Zweiten Weltkrieg das Referat Verfolgtenfürsorge im Deutschen Caritasverband. Mit dem von 1948 bis 1987 von ihr herausgegebenen „Freiburger Rundbrief“ war sie eine Pionierin des christlich-jüdischen Dialogs in der Bundesrepublik.

    Lebensdaten

    Geboren am 26. September 1900 in Liverpool
    Gestorben am 31. August 1995 in Freiburg im Breisgau
    Grabstätte Hauptfriedhof in Freiburg im Breisgau
    Konfession evangelisch; seit ca. 1927 Mitglied der Religiösen Gemeinschaft der Freunde (Quäker), seit 24.3.1934 römisch-katholisch
    Gertrud Luckner (InC)
    Gertrud Luckner (InC)
  • Lebenslauf

    26. September 1900 - Liverpool

    1907 - Berlin

    Übersiedlung mit ihren Pflegeeltern

    1907 - 1916 - Berlin-Lichterfelde; Potsdam

    Schulbesuch

    Höhere Mädchenschule; Städtisches Lyzeum

    1916 - Königsberg (Preußen, heute Kaliningrad, Russland)

    Übersiedlung

    1922 - Königsberg

    Adoption; preußische Staatsangehörige

    1923 - 1925 - Königsberg

    Gelegenheitsarbeiten und Praktika

    1925 - Königsberg

    Abitur als Externe

    Staatliche Oberrealschule auf der Burg

    1925 - 1930 - Königsberg; seit 1927 Frankfurt am Main

    Studium der Volkswirtschaftslehre (Abschluss: Diplom-Volkswirtin)

    Universität

    1927 - 1928 - Selly Oak bei Birmingham

    Studienaufenthalt als „Student of Economics“

    Woodbrooke College

    1927 - 1928 - Birmingham

    Praktikantin als „Hospital Almoner“

    1930 - 1931 - Birmingham

    Praktikantin als „Mothers Help“

    1931 - 1933

    Mitglied

    Friedensbund Deutscher Katholiken

    1931 - 1938 - Freiburg im Breisgau

    Studium der Volkswirtschaftslehre und Caritaswissenschaft; seit 1936 Promotionsstudentin

    Universität

    1932 - 1934 - Freiburg im Breisgau

    Initiatorin; Mitglied

    „English Club“ (Diskussionskreis zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und -Propaganda)

    1936 - 1938 - Freiburg im Breisgau

    Halbtagsangestellte

    Arbeitsstelle für Seelsorgewissenschaft des Deutschen Caritasverbands

    November 1938 - Freiburg im Breisgau

    Promotion (Dr. rer. pol.)

    Universität

    1938 - 1968 - Freiburg im Breisgau

    Angestellte

    Deutscher Caritasverband

    1943 - Karlsruhe; Wuppertal-Unterbarmen; Düsseldorf; Berlin

    Verhaftung; Inhaftierung

    1943 - 1945 - Ravensbrück

    Inhaftierung

    Konzentrationslager

    1945 - 1968 - Freiburg im Breisgau

    Leiterin des Referats Verfolgtenfürsorge

    Deutscher Caritasverband

    1948 - 1987 - Freiburg im Breisgau

    Schriftleiterin; Herausgeberin

    Freiburger Rundbrief

    1950 - 1957 - Freiburg im Breisgau

    Gründerin; Schriftführerin

    Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit

    1968 - Bonn

    Mitglied des ständigen Beratergremiums der Kommission II für ökumenische Fragen

    Deutsche Bischofskonferenz

    1968 - Freiburg im Breisgau

    Pensionierung; Übersiedlung

    katholisches Altenheim St. Carolus

    1971 - Bonn

    Mitglied des Gesprächskreises „Christen und Juden“

    Zentralkomitee der deutschen Katholiken

    1973 - Karmel (Israel)

    Einrichtung einer physiotherapeutischen Station für verwundete israelische Soldaten im Rahmen des Jom-Kippur-Kriegs

    1976 - Nahariya (Israel)

    Gründerin

    Altenwohnheim für christliche NS-Verfolgte

    31. August 1995 - Freiburg im Breisgau
  • Genealogie

    Vater Robert Hartmann Marineingenieur in Liverpool
    Mutter Gertrude Hartmann, geb. Miller
    Adoptivvater Karl Luckner 1873–1927 Kaufmann
    Adoptivmutter Luise Luckner, geb. Sonnenburg 1873–1928
    Heirat keine
    Kinder keine
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    Luckner, Gertrud (1900 – 1995)

    • Vater

      Robert Hartmann

      Marineingenieur in Liverpool

    • Mutter

      Gertrude Hartmann

    • Heirat

  • Biografie

    Luckner wuchs bei ihren Pflege- und späteren Adoptiveltern in Südengland auf, ehe die Familie 1907 nach Berlin und 1916 nach Königsberg (Preußen, heute Kaliningrad, Russland) übersiedelte. Hier legte Luckner 1925 als Externe an einer Oberrealschule das Abitur ab und begann im selben Jahr ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Seit 1930 Diplomvolkswirtin, setzte sie ab 1931 ihre Studien der Volkswirtschaftslehre und Caritaswissenschaft an der Universität Freiburg im Breisgau fort, wo sie kurzzeitig Assistentin des Nationalökonomen Gerhart von Schulze-Gaevernitz (1864–1943) war, dessen Tochter Ruth von Schulze-Gävernitz (1898–1993) sie 1933 zur Emigration verhalf. Neben ihrem Studium engagierte sich Luckner in der Mütterberatung und Familienfürsorge und arbeitete seit 1936 in der Arbeitsstelle für Seelsorgewissenschaft des Deutschen Caritasverbands (DCV). Als überzeugte Pazifistin lehnte sie die Ideologie der Nationalsozialisten ab.

    Im November 1938 bei Bernhard Pfister (1900–1987) mit der Studie „Die Selbsthilfe der Arbeitslosen in England und Wales“ zur Dr. rer. pol. promoviert, erhielt Luckner anschließend eine volle Stelle beim Reichsverband katholischer Anstalten der Jugenderholungs- und -heilfürsorge, der beim DCV angesiedelt war. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wechselte sie in die Kirchliche Kriegshilfestelle der Caritas, wurde den Abteilungen „Vermissten-Nachforschung“ und „Mitarbeit in der Fürsorge für Kriegs- und Zivilgefangene“ zugeordnet und veröffentlichte 1941 ein Gebetbuch für britische Kriegsgefangene. Im selben Jahr setzte sie auf Anweisung des DCV-Präsidenten Benedict Kreutz (1879–1949) ihre Tätigkeit in der „Auswanderungsberatung“ und „seelsorglichen Betreuung der nichtarischen Katholiken“ fort, mit der Luckner bereits 1933 auf eigenen Antrieb begonnen hatte.

    Luckners Engagement galt v. a. der jüdischen Bevölkerung. Als 1940 die ersten Deportationen einsetzten, beschaffte sie Verfolgten in Freiburg im Breisgau ärztliche Atteste, die eine Transportunfähigkeit bescheinigten, und organisierte Hilfspakete u. a. in das französische Internierungslager Gurs. Ihre Informationen zur NS-Judenpolitik gab sie an kirchliche Hilfsstellen und Geistliche weiter, die ihre Arbeit unterstützten, darunter der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872–1948), von dem sie im Dezember 1941 eine Spezialvollmacht erhielt, um ihre „außerordentliche Seelsorge“ für NS-Verfolgte abzusichern und v. a. ihre zahlreichen Reisen zu legitimieren. So baute Luckner ein von Hamburg bis Wien reichendes Hilfsnetzwerk auf, zu dem u. a. der Münchner Jesuitenpater und Widerstandskämpfer Alfred Delp (1907–1945) gehörte. Verbündete fand sie in mehreren lokalen Einrichtungen der Caritas, bei den Quäkern und unter den Mitgliedern der Bekennenden Kirche. Luckner arbeitete zudem eng mit dem Rabbiner Leo Baeck (1873–1956) in Berlin zusammen, dem sie regelmäßig vertrauliche Nachrichten aus den jüdischen Gemeinden übermittelte.

    Aufgrund von Indiskretionen einer Mitarbeiterin der Düsseldorfer Caritas wurde die Gestapo im Sommer 1942 auf Luckners Aktivitäten aufmerksam. Heimlich observiert und am 24. März 1943 auf einer Zugfahrt nach Berlin verhaftet, wurde Luckner nach monatelangen Verhören im November 1943 als politischer Häftling in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo sie bis zu dessen Räumung Ende April 1945 Zwangsarbeit leistete. Nach Kriegsende ging Luckner zurück nach Freiburg im Breisgau und kümmerte sich als langjährige Leiterin des neu geschaffenen DCV-Referats Verfolgtenfürsorge um Opfer des NS-Regimes.

    1948 gründete Luckner mit Karl Thieme (1902–1963) und anderen Gleichgesinnten den „Rundbrief zur Förderung der Freundschaft zwischen dem alten und neuen Gottesvolk – im Geiste der beiden Testamente“, der unter dem Titel „Freiburger Rundbrief“ zu einer der renommiertesten Zeitschriften des christlich-jüdischen Dialogs der Bundesrepublik avancierte (1968 ca. 14 000 Exemplare). Als Herausgeberin und Schriftleiterin gelang es Luckner, auch renommierte jüdische Autorinnen und Autoren zu gewinnen, darunter Ernst Ludwig Ehrlich (1921–2007) und Robert Raphael Geis (1906–1972). In ihren eigenen Beiträgen kritisierte sie das Verdrängen der NS-Massenverbrechen seitens der deutschen Bevölkerung und die schleppenden Wiedergutmachungszahlungen an die Überlebenden, warnte vor der Kontinuität antisemitischen Denkens und setzte sich für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum Staat Israel ein, den sie seit 1951 fast jährlich besuchte. 1952 organisierte sie mit Freiburger Studierendenverbänden eine Protestaktion gegen den Regisseur Veit Harlan (1899–1964), der mit seinen Nachkriegsfilmen an seine Erfolge in der NS-Zeit („Jud Süß“) anzuknüpfen versuchte.

    In den 1950er Jahren traf Luckners Engagement auf Widerstand innerhalb der katholischen Kirche. Ihre Bemühungen, Papst Pius XII. (1876–1958) für ihre Sache einzunehmen, blieben erfolglos. Die 1951 von ihr herausgegebene Aufsatzsammlung „Beiträge zur christlichen Betrachtung der Judenfrage“ erschien erst mit großer Verzögerung, da das Freiburger Ordinariat die Druckerlaubnis zunächst verweigerte. Ihre innerkirchlichen Gegner sprachen Luckner Kompetenz in theologischen Fragen ab und kritisierten v. a., dass sie und ihr Kreis traditionelle Vorstellungen wie den antijüdischen Gottesmordvorwurf und den Gedanken der Judenmission infrage stellten.

    Im Sommer 1960 erarbeitete Luckner u. a. mit Thieme und Abt Leo von Rudloff (1902–1982) im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) eine Denkschrift, in der sie für eine theologische Neubestimmung des christlich-jüdischen Verhältnisses warben. Mehrfach reiste Luckner nach Rom, wo sie u. a. mit Kardinal Augustin Bea (1881–1968) konferierte, der von Papst Johannes XXIII. (1881–1963) mit der Ausarbeitung einer „Judenerklärung“ für das Konzil betraut worden war. Als sich im Frühjahr 1965 das Gerücht verbreitete, die Konzilserklärung werde aufgrund des Widerstands kirchlich-konservativer Kreise und der Proteste im Nahen Osten nicht verabschiedet werden, initiierte Luckner eine Petition an Papst Paul VI. (1897–1978), um die große Bedeutung des Konzilstextes für den christlich-jüdischen Dialog zu unterstreichen. Die im Rahmen des Konzils verabschiedete Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra aetate“ entsprach in mehreren Punkten (v. a. Abkehr von der Substitutionstheologie, Bekämpfung aller Formen des Antisemitismus, Positives Verhältnis zum Judentum) jenen Forderungen, die zuvor von Luckner aufgestellt worden waren.

    Aufgrund ihrer Erfahrung im christlich-jüdischen Dialog wurde Luckner 1968 in das ständige Beratergremium der Kommission II für ökumenische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz berufen; seit 1971 gehörte sie ferner dem Gesprächskreis „Christen und Juden“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken an.

  • Auszeichnungen

    1948 Ehrenpass antifaschistischer Kämpfer der Badischen Landesstelle für die Betreuung der Opfer des Nationalsozialismus
    1951 „Botschafterin der Menschlichkeit“, Israelische Regierung
    1953 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1960 Päpstlicher Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“
    1966 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1966 „Gerechte unter den Völkern“, Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem, Israel (weiterführende Informationen)
    1970 „Heldin des jüdischen Volkes“, Goldenes Buch des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem
    1974 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1975 „Silberner Brotteller“ des Deutschen Caritasverbands
    1977 Dr. h. c., Hebrew Union College, Jewish Institute of Religion, Cincinnati (New York)
    1979 Ehrenbürgerin der Stadt Freiburg im Breisgau
    1980 Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit
    1984 Ehrenmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Freiburg im Breisgau
    1985 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern
    1987 Sir Sigmund Sternberg Award des Internationalen Rats der Christen und Juden
    1987 Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Freiburg im Breisgau (weiterführende Informationen)
    1994 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
    2004 Stolpersteine, Freiburg im Breisgau, Kirchstraße 4 und Landsknechtstraße 5
    2011 Gertrud-Luckner-Medaille der Stadt Freiburg im Breisgau
  • Quellen

    Nachlass:

    Archiv des Deutschen Caritasverbandes, Freiburg im Breisgau, Signatur 093.2.

    Büchernachlass:

    Universitätsbibliothek, Freiburg im Breisgau. (weiterführende Informationen)

    Bibliothek des Deutschen Caritasverbands, Freiburg im Breisgau. (weiterführende Informationen)

    Gertrud Luckner Gewerbeschule, Freiburg im Breisgau. (weiterführende Informationen)

    Weitere Archivmaterialien:

    Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv, Düsseldorf (heute Duisburg), Gestapo-Akten 1942–1944. (verschollen, Kopien von 1947 im Archiv des Deutschen Caritasverbands, Freiburg im Breisgau, Signatur 093.2+732.22)

    Gedruckte Quellen:

    Hans-Josef Wollasch, Gertrud Luckner. „Botschafterin der Menschlichkeit“, 2005, S. 70–120. (Tagebuch Luckners von 1945)

    Leo Baeck Werke, Bd. 6, hg. v. Michael A. Meyer, 2003, S. 643–648. (Korrespondenz mit Baeck, 1946–1956)

    Elias H. Füllenbach, „Freunde des alten und des neuen Gottesvolkes“. Theologische Annäherungen an das Judentum nach 1945, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 32 (2013), S. 235–252, hier S. 252. (mit Emil Eiffler und Karl Thieme verfasster Entwurf für ein Hirtenwort der deutschen Bischöfe, Dezember 1947)

    Elias H. Füllenbach, „Deutsche Katholiken schreiben dem Papst“. Die Initiative von Gertrud Luckner um die Promulgation von „Nostra aetate“ (Frühjahr 1965), in: Regina Heyder/Gisela Muschiol (Hg.), Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil. Petitionen, Berichte, Fotografien, 2018, S. 214–222, hier S. 220–222. (Brief deutscher Katholikinnen und Katholiken an Papst Paul VI., 25. Mai 1965)

  • Werke

    Monografien und Herausgeberschaften:

    Die Selbsthilfe der Arbeitslosen in England und Wales – auf Grund der englischen Wirtschafts- und Ideengeschichte, 1938. (unveröff. Diss. rer. pol., Freiburg im Breisgau)

    Prayer Book for Christian Soldiers, hg. v. Catholic Mission of Fribourg for Prisoners of War 1941, leicht überarb. Fassung u. d. T. Pocket Prayerbook for all Christians. Compiled by Gertrud Luckner, 1941.

    Beiträge zur christlichen Betrachtung der Judenfrage, 1951. (Hg.)

    Else R. Behrend-Rosenfeld/Gertrud Luckner (Hg.), Lebenszeichen aus Piaski. Briefe Deportierter aus dem Distrikt Lublin 1940–1943, 1968, Taschenbuchausg. 1970.

    Aufsätze und Artikel:

    Englische Methoden im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, in: Jahrbuch der Caritaswissenschaft, 1932, S. 228–234.

    Der Katholizismus und die Juden. Rückblick und Ausblick nach dem Konzil, in: „Auf Dein Wort hin“. 81. Deutscher Katholikentag vom 13.–17.7.1966 in Bamberg, hg. v. Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, 1966, S. 279–300.

    Christen und Juden, in: Karl Rahner/Mario von Galli/Otto Baumhauer (Hg.), Reformation aus Rom. Die katholische Kirche nach dem Konzil, 1967, S. 185–194.

    zahlreiche Beiträge (u. a. Arbeitsberichte, Reiseberichte u. Nachrufe) im „Freiburger Rundbrief“, 1948–1986.

  • Literatur

    Monografien:

    Hans-Josef Wollasch, „Betrifft: Nachrichtenzentrale des Erzbischofs Gröber in Freiburg“. Die Ermittlungsakten der Geheimen Staatspolizei gegen Gertrud Luckner 1942–1944, 1999.

    Johanna Schmid, Die übersehenen Treuen. Studien über katholische und protestantische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück, 1999, S. 90–92.

    Hans-Josef Wollasch, Gertrud Luckner. „Botschafterin der Menschlichkeit“, 2005.

    Willi Körtels, Gertrud Luckner im „Aufbau“, 2012.

    Paul R. Bartrop, Resisting the Holocaust. Upstanders, Partisans, and Survivors, 2016, S. 167–169.

    Aufsätze:

    Arnold Amann, „Heldin des jüdischen Volkes“. Gertrud Luckner, die neue Ehrenbürgerin der Stadt Freiburg, in: Freiburger Almanach 31 (1980), S. 85–93.

    Ernst Ludwig Ehrlich, Laudatio, in: Freiburger Rundbrief 32 (1980), S. 29–31.

    Nathan Peter Levinson, Gertrud Luckner, in: Juden in Baden 1809–1984. 175 Jahre Oberrat der Israeliten Badens, hg. v. Oberrat der Israeliten Badens, 1984, S. 209–212.

    Thomas Schnabel, Gertrud Luckner. Mitarbeiterin der Caritas in Freiburg, in: Michael Bosch/Wolfgang Niess (Hg.), Der Widerstand im deutschen Südwesten 1933–1945, 1984, S. 117–128.

    Gay Block/Malka Drucker, Rescuers. Portraits of Moral Courage in the Holocaust, 1992, S. 146–148.

    Käte Tacke, Gertrud Luckner, in: Lebensbilder deutscher Quäker während der NS-Herrschaft 1933–1945. Sammlung von Schicksalen aus der Erinnerung, aus Briefen, Zeitungsartikeln und anderen Dokumenten, hg. v. d. Religiösen Gesellschaft der Freunde, 1992, S. 55–59.

    Clemens Thoma, Dr. Gertrud Luckner und der bisherige Rundbrief, in: Freiburger Rundbrief, N. F. 1 (1993/94), S. 1–8.

    Ernst Ludwig Ehrlich, Gertrud Luckner (1900–1995), in: Orientierung 59 (1995), S. 193–195.

    Birgit Heidtke, Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden, in: dies./Christina Rössler (Hg.), Margarethas Töchter. Stadtgeschichte der Frauen von 1800 bis 1950 am Beispiel Freiburgs, 1995, S. 418–465.

    Angela Borgstedt: „... zu dem Volk Israel in einer geheimnisvollen Weise hingezogen“. Der Einsatz von Hermann Maas und Gertrud Luckner für verfolgte Juden, in: Michael Kißener (Hg.), Widerstand gegen die Judenverfolgung, 1996, S. 227–259.

    Elisabeth Prégardier, Gertrud Luckner 1900–1995, in: Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Häftlinge im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück von 1939–1945. Begleitbroschüre zur Ausstellung, 1998, S. 33–35.

    Elizabeth Petuchowski, Gertrud Luckner. Resistance and Assistance. A German Woman Who Defied Nazis and Aided Jews, in: Ministers of Compassion during the Nazi Period. Gertrud Luckner and Raoul Wallenberg. Sixth Monsignor John M. Oesterreicher Memorial Lecture, hg. v. Institute of Judaeo-Christian Studies, Setan Hall University, 1999, S. 4–19.

    Hans-Josef Wollasch, Gertrud Luckner (1900–1995), in: Jürgen Aretz/Rudolf Morsey/Anton Rauscher (Hg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. 9, 1999, S. 261–275.

    Roman Bleistein, Katholiken und Juden. Das Zeugnis von Gertrud Luckner, in: Stimmen der Zeit 125 (2000), S. 67–69.

    Elizabeth Petuchowski, Gertrud Luckner. Widerstand und Hilfe, in: Freiburger Rundbrief, N. F. 7 (2000), S. 242–259.

    Yehiel Ilsar, Erinnerungen an Gertrud Luckner, in: ebd., S. 260–265.

    Clemens Thoma, Gertrud Luckner. Selbstzeugnisse und Anliegen, in: ebd., S. 266–273.

    Georg Hüssler, Gertrud Luckner. Kämpferin für Teschuva, in: Freiburger Rundbrief, N. F. 8 (2001), S. 254–257.

    Angela Borgstedt, „Bruderring“ und „Lucknerkreis“. Rettung im deutschen Südwesten, in: Beate Kosmala/Claudia Schoppmann (Hg.), Überleben im Untergrund. Hilfe für Juden in Deutschland 1941–1945, 2002, S. 191–204.

    Jana Leichsenring, Katholische Frauen im Nationalsozialismus. Zwischen Widerstand und Seelsorge, in: dies. (Hg.), Frauen und Widerstand, 2003, S. 36–48.

    Reiner Haehling von Lanzenauer, Gertrud Luckner, Helferin der Bedrängten, in: Reinhold-Schneider Blätter 17 (2005), S. 35–57.

    Hans-Josef Wollasch, Hilfe für Verfolgte. Die Freiburgerin Gertrud Luckner, eine „Botschafterin der Menschlichkeit“, in: Wolfram Wette (Hg.), Stille Helden. Judenretter im Dreiländereck während des Zweiten Weltkriegs, 2005, S. 67–86.

    Thomas Schnabel, Gertrud Luckner – ein Leben für die christlich-jüdische Zusammenarbeit, in: Der christlich-jüdische Dialog. Laupheimer Gespräche 2007, hg. v. Haus der Geschichte Baden-Württemberg, 2010, S. 141–156.

    Hans-Josef Wollasch, Gertrud Luckner (1900–1995). Ökumenikerin und Freundin des Judentums, in: Petrus Bsteh/Brigitte Proksch (Hg.), Wegbereiter des interreligiösen Dialogs, 2012, S. 104–111.

    Katharina von Kellenbach, Dialogue in Times of War. Christian Women’s Rescue of Jews in Hitler’s Germany, in: Catherine Cornille/Jillian Maxey (Hg.), Women and Interreligious Dialogue, 2013, S. 70–87.

    Beate Kosmala, Gertrud Luckner (1900–1995) – „Stille Heldin“ und Pionierin der christlich-jüdischen Verständigung, in: Reinhold Weber/Ines Mayer (Hg.), Menschen, die uns bewegten. 20 deutsche Biografien im 20. Jahrhundert, 2014, S. 100–107.

    Elias H. Füllenbach, Katholische Initiativen gegen den Antisemitismus und die Anfänge des christlich-jüdischen Dialogs in Deutschland, in: Freiburger Rundbrief, N. F. 22 (2015), S. 2–19.

    Elias H. Füllenbach, „Deutsche Katholiken schreiben dem Papst“. Die Initiative von Gertrud Luckner um die Promulgation von „Nostra aetate“ (Frühjahr 1965), in: Regina Heyder/Gisela Muschiol (Hg.), Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil. Petitionen, Berichte, Fotografien, 2018, S. 214–222.

    Rainer Florie, Gertrud Luckner (1900–1995). Gespräch von Mensch zu Mensch, in: Wolfgang Vogl/Sebastian Walser (Hg.), Geistliche Frauen des 20. Jahrhunderts. Neu- und Wiederentdeckungen, 2020, S. 220–233.

    Elias H. Füllenbach, Warum „eine Beteiligung an der Brüderlichkeitswoche abzulehnen ist“. Die Kritik Gertrud Luckners und ihres Freiburger Kreises am Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, in: Münchner Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur 17 (2023), S. 30–42.

    Lexikonartikel:

    Günter Stemberger, Art. „Luckner, Gertrud“, in: Walter Kasper (Hg.), Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 6, 31997, Sp. 1087.

    Hans-Josef Wollasch, Art. „Luckner, Gertrud Jane“, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. 3, 2002, S. 227–231. (Onlineressource)

    Walter Preker, Art. „Gertrud Luckner 1900–1995“, in: ders./Peter Kalchthaler (Hg.), Freiburger Biographien, 2002, S. 306 f.

    Jana Leichsenring, Art. „Luckner, Gertrud“, in: Friedrich Wilhelm Bautz/Traugott Bautz (Hg.), Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 23, 2004, Sp. 928–933.

    Daniel Fraenkel, Art. „Luckner, Gertrud. Akte 0280“, in: ders./Jakob Borut (Hg.), Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher, 2005, S. 186 f.

    Würdigungen und Nachrufe:

    Freiburger Rundbrief 12 (1960/61), Nr. 49, S. 29–44. (Sonderausgabe zum 60. Geburtstag Luckners)

    Festakademie für Dr. Gertrud Luckner, in: Freiburger Rundbrief 37/38 (1985/86), S. 34–48. (mit Beiträgen u. a. von Georg Hüssler, Oskar Saier und Clemens Thoma)

    Freiburger Rundbrief, Neue Folge 3 (1996), S. 1–10. (Nachrufe von Oskar Saier, Georg Hüssler, Ernst Ludwig Ehrlich und Rolf Böhme)

    Materialien für den Schulunterricht:

    Karl Siegfried Bader/Hans-Josef Wollasch, Lebensbilder aus der Zeit des Widerstands. Gertrud Luckner (geb. 1900), in: Max Müller (Hg.), Senfkorn. Handbuch für den Katholischen Religionsunterricht Klassen 5–10, Bd. 3/1, 1987, S. 447–458.

    Ursi Aeschbacher/Fritz Boll/Birgit Heidtke, Ein Leben im zwanzigsten Jahrhundert. Gertrud Luckner, 1998. (Hörspielkassette)

    Irmgard Dickmann-Schuth, Gertrud Luckner. Ein Arbeitsheft, hg. v. Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg, 1999.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Fotografien, 1966, Privatbesitz.

  • Autor/in

    Elias H. Füllenbach (Düsseldorf)

  • Zitierweise

    Füllenbach, Elias H., „Luckner, Gertrud“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.10.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/119443465.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA