Hersch, Jeanne
- Lebensdaten
- 1910 – 2000
- Geburtsort
- Genf
- Sterbeort
- Genf
- Beruf/Funktion
- Philosophin ; Schriftstellerin ; Übersetzerin
- Konfession
- jüdisch
- Normdaten
- GND: 118815679 | GND-Explorer | OGND | VIAF
- Namensvarianten
-
- Hersch, Jeanne
- Ėrš, Žana
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Hersch, Jeanne
1910 – 2000
Philosophin, Schriftstellerin, Übersetzerin
Jeanne Hersch gehört zu den bedeutendsten schweizerischen Philosophinnen und Philosophen und gilt als herausragende Figur im intellektuellen und politischen Leben der Schweiz des 20. Jahrhunderts. Hersch vermittelte zwischen deutscher Existenzphilosophie und französischem Existenzialismus und beschäftigte sich mit der Freiheit, der Zeitlichkeit, den Menschenrechten sowie den normativen Grundlagen der Demokratie. Mit philosophischen Radiovorträgen und Essays wie auch durch politisches Engagement wirkte sie weit über den akademischen Bereich hinaus.
Lebensdaten
Jeanne Hersch, Bibliothek am Guisanplatz (InC) -
Autor/in
→Silvan Imhof (Bern) / Jean Terrier (Basel, Brig)
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Zitierweise
Imhof, Silvan (Bern) / Terrier, Jean (Basel, Brig), „Hersch, Jeanne“, in: NDB-online, veröffentlicht am 01.07.2026, URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118815679.html#dbocontent
Herkunft und Weg zur Philosophie
Herschs Eltern, die seit 1904 in der Schweiz lebten, waren Mitglieder des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbunds und Akademiker. Hersch wurde von einer sozialistischen und demokratischen Haltung sowie einem intellektuellen Umfeld geprägt. Nach dem Besuch von Schulen in Genf und der Matura an der École supérieure et secondaire de jeunes filles 1928 studierte Hersch an der dortigen Universität Literaturwissenschaft mit dem Ziel, Gymnasiallehrerin zu werden.
Um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, absolvierte Hersch im Sommersemester 1929 ein Auslandssemester in Heidelberg, wo sie eher zufällig Karl Jaspers (1883–1969) begegnete. Die Bekanntschaft mit dessen Philosophie und philosophischer Haltung beeinflusste Herschs Wirken dauerhaft. Die persönliche Beziehung zu Jaspers währte bis zu dessen Tod.
1931 schloss Hersch ihr Studium mit einer Arbeit über Henri Bergson (1859–1941) in Genf ab und nahm hier eine Lehrtätigkeit an der École internationale auf, wo sie zwischen 1933 und 1956 – unterbrochen von Aufenthalten in Südamerika, Thailand und Frankreich – Französisch, Latein und Philosophie unterrichtete. Mit Aufenthalten in Paris 1931/32, wo sie Bergson traf, und ein weiteres Mal in Heidelberg bei Jaspers führte sie ihre Studien weiter, die nun klar in die philosophische Richtung führten.
Im Sommersemester 1933 hielt sich Hersch an der Universität Freiburg im Breisgau auf, um bei Martin Heidegger (1889–1976) zu studieren, der sie jedoch als Philosoph enttäuschte und sich in ihren Augen durch sein Auftreten als Rektor und seine Nähe zum Nationalsozialismus desavouierte. Die unmittelbare Erfahrung des Aufstiegs des Totalitarismus in Deutschland führte bei Hersch, die 1931 das schweizerische Bürgerrecht erhalten hatte, zu einer vehementen Abwehrhaltung gegen alle Ideologien mit totalitären Tendenzen, worunter für sie nicht nur der Faschismus, sondern auch der Marxismus und der Sowjetsozialismus fielen.
Die Philosophin
Herschs erstes Buch, „L’illusion philosophique“ (1936), verdankt seine Entstehung dem Eindruck von Jaspers᾽ Philosophie. Es ist eine tour de force in Form einer gewagten Gesamtanalyse der Geschichte der Philosophie und ihres Zustands. Hersch vertrat darin die These, die abendländische Philosophie beruhe wesentlich auf der Illusion, ein philosophisches System könne eine objektiv gültige Wahrheit enthalten. Diese Illusion sei aber durch Immanuel Kant (1724–1804), Friedrich Nietzsche (1844–1900),Søren Kierkegaard (1813–1855) und zuletzt Jaspers aufgelöst worden, die gezeigt hätten, dass der eigentlich philosophische Gehalt eines Systems nur in einer subjektiv-metaphysischen Wahrheit bestehen könne. Mit der endgültigen Zerstörung der Illusion sei die Philosophie zu einem Ende gekommen. Mit diesem eigenwilligen Ansatz verfolgte Hersch auch das Ziel, Jaspers’ Philosophie im französischsprachigen Raum bekannt zu machen. Beeindruckt durch Herschs Werke, führte Gabriel Marcel (1889–1973), einer der führenden französischen Philosophen, sie noch 1936 in seinen Kreis ein, zu dem auch Jean Wahl (1888–1974) und Gaston Fessard (1897–1978) zählten und in dem sich Herschs weitere philosophische Entwicklung entfaltete. Hersch etablierte sich damit als wichtige Vermittlerin zwischen der deutschen Existenzphilosophie und dem französischen Existenzialismus. Diese Rolle behielt sie auch später, nicht zuletzt indem sie für die Übersetzung der Hauptschriften von Jaspers sorgte und eine Einführung in sein Denken verfasste („Karl Jaspers“, 1978).
Nachdem Hersch von 1942 bis 1946 Doktorandenkolloquien bei Paul Häberlin (1878–1960) an der Universität Basel besucht hatte, wurde sie 1946 an der Universität Genf mit der Arbeit „L’être et la forme“ zur Dr. phil. promoviert. Die Dissertation schließt insofern an „L’Illusion philosophique“ an, als die Vorstellung einer objektiven Wirklichkeit auf den Prüfstand gestellt wird. Hersch vertrat die an Kant angelehnte These, dass der menschliche Zugriff auf die Wirklichkeit als Anwendung einer subjektiven Form auf eine gegebene Materie zu verstehen sei und dass daher das, was wir als wirklich verstehen können, immer von der subjektiven Perspektive abhänge, wobei die subjektiven Perspektiven letztlich diskontinuierlich und inkommensurabel seien. Diese These lotete Hersch nicht nur in Bezug auf die Erkenntnis der Wirklichkeit aus, sondern auch auf die schöpferische Formung der Wirklichkeit durch menschliches Handeln, insbesondere in der Kunst. 1947 wurde Hersch Privatdozentin, 1956 außerordentliche und 1962 ordentliche Professorin für Systematische Philosophie an der Universität Genf.
Herschs nächste Monografie, „Idéologies et réalité“ (1956), stand im Zeichen des Kalten Kriegs und präsentierte eine umfassende Kritik der aktuellen Ideologien. Dabei charakterisierte Hersch den Sowjetsozialismus als degenerierte Form des Marxismus mit einer Tendenz zum Totalitarismus und schrieb der konservativ-liberalen Ideologie und der kapitalistischen Wirtschaftsform eine nicht minder gefährliche Tendenz zur Auflösung der Demokratie zu. Hersch zufolge ist einzig ein demokratischer Sozialismus in der Lage, eine Verbesserung der menschlichen Existenzbedingungen, mithin individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung, herbeizuführen. Hersch, die Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz war, entwickelte vor dem Hintergrund ihrer Kritik beider vorherrschenden Ideologien ihr politisches Denken in den 1970er und 1980er Jahren in Richtung des Linksliberalismus. Die Überwindung des kapitalistischen Systems stand somit nicht mehr auf ihrer politischen Agenda, und sie nahm, z. B. zu den Themen Erziehung, Drogenpolitik und Rüstung, auch konservative Positionen ein, was bis zu ihrem Austritt aus der Partei 1992 zu wiederholten Konflikten mit Parteigenossen führte.
Fragen von Freiheit und Menschenrechten standen im Vordergrund, als Hersch 1966 zur Leiterin der neu gegründeten Abteilung Philosophie der UNESCO in Paris berufen wurde, der sie bis 1968 vorstand. In dieser Funktion gab sie 1968 die monumentale Sammlung von Texten zu Freiheit und Menschenrechten aus allen Erdteilen und Kulturen „Le droit d’être un homme“ heraus.
„Idéologies et réalité“ blieb Herschs letzte philosophische Monografie. In zahlreichen Vorträgen und Aufsätzen setzte sie sich v. a. mit Fragen der menschlichen Freiheit, der Zeit und Zeitlichkeit, der Tradition und Geschichtlichkeit, der Macht und des politischen Handelns sowie der Menschenrechte auseinander. Kant, Kierkegaard, Bergson und Jaspers blieben stets präsente Orientierungspunkte.
Schriftstellerin, Sozialdemokratin und öffentliche Präsenz
Neben ihrer Arbeit in systematischer Philosophie, Philosophiegeschichte und politischer Philosophie war Hersch als Literaturübersetzerin tätig und übertrug u. a. Werke des polnischen Dichters und Nobelpreisträgers 1980 Czesław Miłosz (1911–2004), mit dem sie befreundet war, ins Französische. Sie selbst hatte 1942 mit „Temps alternés“ einen autobiografisch inspirierten Roman veröffentlicht, der mehrfach neu aufgelegt und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Ihre anhaltende Bekanntheit verdankt Hersch nicht nur dem Umstand, dass sie die erste ordentliche Philosophieprofessorin an einer schweizerischen Universität war, sondern auch ihrem politischen Engagement als Sozialdemokratin, ihren energischen, oft provozierenden öffentlichen Stellungnahmen zu brisanten politischen und gesellschaftlichen Fragen, so etwa ihrer Kritik der Jugendpolitik im Anschluss an die Zürcher Jugendunruhen von 1980 („Antithesen zu den ‚Thesen zu den Jugendunruhen 1980‘“, 1981/82), ihrer Haltung zur Schweizer Drogen- und Rüstungspolitik und ihrer Reaktion auf den 1989 erzwungenen Rücktritt von Bundesrätin Elisabeth Kopp (1936–2023) („Rechtsstaat im Zwielicht. Elisabeth Kopps Rücktritt“, 1990/91). Zudem vermittelte sie Philosophie in Radiovorträgen, Reden, Aufsätzen und Büchern in eine breite Öffentlichkeit. Herschs Bekanntheit ging und geht damit weit über den akademischen Bereich hinaus. Ihr intellektuelles Erbe wird von ihrer Nachfolgerin Roberta de Monticelli (geb. 1952) an der Universität Genf und Forschenden wie Francesca de Vecchi, Roberta Guccinelli und Piergiacomo Severini (geb. 1992) gepflegt.
| 1936 | Prix Amiel der Universität Genf (für „L’Illusion philosophique“) |
| 1970 | Ida Somazzi-Preis der Somazzi-Stiftung |
| 1972 | Dr. h. c. theol., Universität Basel |
| 1973 | Preis der Fondation pour les droits de l’homme |
| 1973–1994 | Präsidentin der Karl Jaspers-Stiftung, Basel |
| 1979 | Montaigne-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. |
| 1979 | Spinoza-Medaille des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge |
| 1980 | Max Schmidheiny-Freiheitspreis der Max Schmidheiny-Stiftung |
| 1985 | Max Petitpierre-Preis der Stiftung für den Max Petitpierre-Preis |
| 1987 | Albert-Einstein-Medaille der schweizerischen Albert-Einstein-Gesellschaft |
| 1988 | Preis der UNESCO für Menschenrechts-Erziehung |
| 1992 | Karl-Jaspers-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften |
| 1993 | Dr. h. c. phil., Universität Oldenburg |
| 1998 | Dr. h. c., École polytechnique fédérale, Lausanne |
| 2009 | Jeanne Hersch-Gesellschaft |
| Mitglied der Stiftung Pour l’avenir | |
| Mitglied der Société suisse de philosophie | |
| Mitglied der Société des écrivains suisses | |
| Mitglied im Comité des Rencontres Internationales, Genf | |
| Mitglied im Conseil de la Fondation Pro Helvetia | |
| Mitglied der Union der Europäischen Föderalisten |
Nachlass:
Universitätsbibliothek Zürich. (weiterführende Informationen)
Monografien:
L’illusion philosophique, 1936, dt. Die Illusion. Der Weg der Philosophie. Mit e. Vorw. v. Karl Jaspers, 1956.
L’être et la forme, 1946, dt. Menschsein, Wirklichkeit, Sein, hg. v. Rudolf zur Lippe, 1995, Nachdr. 2018, ital. 2006.
Idéologies et réalité. Essai d’orientation politique, 1956, dt. Die Ideologien und die Wirklichkeit. Versuch einer politischen Orientierung. Mit einem Vorw. v. André Philip, 1957.
Die Hoffnung, Mensch zu sein. Essays, 1976.
Karl Jaspers, 1978, dt. Karl Jaspers. Eine Einführung in sein Werk, 1980.
Von der Einheit des Menschen. Essays, hg. v. Renate Nagel, 1978.
Das philosophische Staunen. Einblicke in die Geschichte des Denkens, hg. v. Heidi Bohnet-von der Thüsen, 1981, franz. 1992.
L’ennemi c’est le nihilisme. Antithèse aux „thèses“ de la Commission fédérale pour la jeunesse, 1981, dt. Antithesen zu den ‚Thesen zu den Jugendunruhen 1980‘ der Eidgenössischen Kommission für Jugendfragen. Der Feind heißt Nihilismus, 1982.
Éclairer l’obscur. Entretiens avec Gabrielle et Alfred Dufour, 1986, dt. Schwierige Freiheit. Gespräche mit Jeanne Hersch, hg. v. Alfred Dufour/Gabrielle Dufour, 1986. (P)
Quer zur Zeit. Essays, 1989.
Temps et musique. Mit einem Vorw. v. Czesław Miłosz, 1990, ital. 2009.
Im Schnittpunkt der Zeit. Essays, 1992.
L’exigence absolue de la liberté. Textes sur les droits humains, 2008.
Erlebte Zeit. Menschsein im Hier und Jetzt. Vorträge – Gespräche – Abhandlungen, hg. v. Monika Weber/Annemarie Pieper, 2010.
Schriften zur theoretischen Philosophie und Philosophiegeschichte, hg. v. Silvan Imhof/Jean Terrier/Urs Marti-Brander, 2020. (Onlineressource)
Schriften zur politischen Philosophie, hg. v. Jean Terrier/Silvan Imhof/Urs Marti-Brander, 2020. (Onlineressource)
Roman:
Temps alternés. Roman, 1942, Neuausg. 1976, 1990, dt. Begegnung, 1975 (gekürzte Ausg.) u. Erste Liebe (Temps alternés), hg. v. Charles Linsmayer, 2010 (P), ital. 2005.
Herausgeberschaften:
Jeanne Hersch/René Poirier, Entretiens sur le temps, 1967.
Le droit d’être un homme. Anthologie mondiale de la liberté, 1968, dt. Das Recht, ein Mensch zu Sein. Leseproben aus aller Welt zum Thema Freiheit und Menschenrechte, 1990.
Jeanne Hersch/Karl-Jaspers Stiftung, Karl Jaspers. Philosoph, Arzt, politischer Denker. Symposium zum 100. Geburtstag in Basel und Heidelberg, 1986.
La Suisse, Etat de droit? Le retrait d’Elisabeth Kopp, 1990, dt. Rechtsstaat im Zwielicht. Elisabeth Kopps Rücktritt, 1991.
Jeanne Hersch/Kurt Furgler, Yes Switzerland. Das Besondere an der Schweiz, 1994.
Übersetzungen:
Karl Jaspers, La culpabilité allemande, 1948.
Karl Jaspers, Nietzsche et le christianisme, 1949.
Karl Jaspers, Introduction à la philosophie, 1951.
Karl Jaspers, La foi philosophique. Conférences, 1953.
Karl Jaspers, Bilan et perspectives, 1956.
Karl Jaspers, Liberté et reunification. Devoirs de la politique allemande, 1962. (mit Hélène Naef)
Karl Jaspers, Les grands philosophes, 3 Bde., 1966/67.
Karl Jaspers, Philosophie. Orientation dans le monde. Éclairement de l’existence. Métaphysique, 1986. (mit Irène Kruse/Jeanne Étoré)
Miłosz Czesław. Sur les bords de l’Issa, 1980.
Miłosz Czesław, La prise du pouvoir, 1981.
Bibliografie:
Emmanuel Dufour-Kowalski, Jeanne Hersch. Présence dans le temps, 1999, S. 73–93.
Jeanne Hersch, Schriften zur theoretischen Philosophie und Philosophiegeschichte, hg. v. Silvan Imhof/Jean Terrier/Urs Marti-Brander, 2020, S. 482–495. (Onlineressource)
Annemarie Pieper (Hg.), Die Macht der Freiheit. Kleine Festschrift zum 80. Geburtstag von Jeanne Hersch, 1990.
Emmanuel Dufour-Kowalski, Jeanne Hersch. Présence dans le temps, 1999. (W, P)
Roberta de Monticelli, Jeanne Hersch. La Dame aux Paradoxes, 2003.
Lucienne Hubler, Art. „Hersch, Jeanne“, in: Historisches Lexikon der Schweiz, 2006. (Onlineressource)
Roberta Guccinelli, La forma del fare. Estetica e ontologia in Jeanne Hersch, 2007.
Francesca de Vecchi, La libertà incarnata. Filosofia, etica e diritti umani secondo Jeanne Hersch, 2008.
Charles Linsmayer, À Contre-Sens de l’époque. Jeanne Hersch, ihr Roman „Temps Alternés“ und ihr einsames Leben als berühmteste Schweizer Philosophin ihrer Zeit, in: Jeanne Hersch, Erste Liebe (Temps Alternés), 2010, S. 147–238.
Piergiacomo Severini, Being Is Doing With. Freedom and Existence in Jeanne Hersch, 2023.
Fotografien v. Peter Friedli (1925–2012), Zentralbibliothek Zürich u. Schweizer Nationalbibliothek, Bern.
100 Rappen-Briefmarke der Schweizerischen Post, gestaltet v. Tessa Gerster, 2010.