Lebensdaten
1798 – 1866
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Cambridge (Massachusetts, USA)
Beruf/Funktion
Lehrer ; Klassischer Philologe ; Parlamentarier ; Theologe ; Gelehrter ; Philologe
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 1055331069 | OGND | VIAF: 37658375
Namensvarianten
  • Beck, Karl Ludwig
  • Beck, Carl
  • Beck, Charles
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Zitierweise

Beck, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1055331069.html [18.06.2024].

CC0

  • Karl Beck gehörte zur Gruppe junger Gelehrter und Literaten, die in den 1820er Jahren aus Deutschland emigrierten, um der „Demagogenverfolgung“ zu entgehen. Er wanderte 1824 in die USA aus, wo er als Professor für Lateinische Sprache und Literatur an der Harvard University Karriere machte. Daneben erwarb er hohes Ansehen durch sein vielfältiges philanthropisches und soziales Engagement in Boston.

    Lebensdaten

    Geboren am 19. August 1798 in Heidelberg
    Gestorben am 19. März 1866 in Cambridge (Massachusetts, USA)
    Grabstätte Mount Auburn Cemetery in Cambridge (Massachusetts, USA)
    Konfession evangelisch-lutherisch
  • Lebenslauf

    19. August 1798 - Heidelberg

    - 1820 - Berlin

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Friedrichwerdersches Gymnasium

    1820 - 1823 - Berlin; Heidelberg; Tübingen

    Studium der Klassischen Philologie und Evangelischen Theologie

    Universität

    18. 9. 1823 - Tübingen

    Promotion (Dr. phil.)

    Universität

    1822 - 1824 - Basel

    Übersiedlung; Lateinlehrer

    Pädagogium

    1824 - USA

    Emigration

    1825 - 1830 - Northampton (Massachusetts, USA)

    Lehrer für Latein und Turnen

    Round Hill School

    1830

    US-amerikanischer Staatsbürger

    1830 - 1832 - Philipstown (New York, USA)

    Schulgründer und Lehrer

    Knabenschule

    1832 - 1850 - Cambridge (Massachusetts, USA)

    Professor für Lateinische Sprache und Literatur

    Harvard University

    1865 - 1866 - Boston (Massachusetts, USA)

    Verwaltungsrat (Trustee)

    Massachusetts School for Idiotic and Feeble-Minded Youth (später: Walter E. Fernald State School)

    1862 - 1864 - Boston (Massachusetts, USA)

    Abgeordneter der Harvard University, Cambridge

    Repräsentantenhaus von Massachusetts

    19. März 1866 - Cambridge (Massachusetts, USA)
  • Genealogie

    Vater Carl Beck Kaufmann aus Mannheim; wohl noch vor Becks Geburt von seiner Mutter geschieden
    Stiefvater Wilhelm Martin Leberecht de Wette 1780–1849 Evangelischer Theologe
    Mutter Catharina Henriette de Wette, geb. Frisch, geschiedene Beck 25.4.1774–21.10.1825 seit 1809 verh. mit Wilhelm Martin Leberecht de Wette
    Großvater mütterlicherseits N. N. Frisch möglicherweise der Kurhospitalschaffner Jacob Frisch; „Schafner“ aus Heidelberg
    Stiefschwester Anna Dorothea Auguste Heitz, geb. de Wette 1811–1881 verh. mit August Christoph Heitz (1800–1874), Dr. iur., Notar in Basel
    Stiefbruder Ludwig de Wette 1812–1887 Arzt in Basel
    1. Heirat 16.2.1827
    Ehefrau Louisa Augusta Beck, geb. Henshaw 1797–1830
    Schwiegervater Samuel Henshaw 1744–1809 Richter und Landbesitzer in Northampton (Massachusetts, USA)
    Schwiegermutter Martha Hunt Henshaw 1755–1842 Witwe eines Kaufmanns in Boston
    2. Heirat September 1831
    Ehefrau Teresa H. Beck, geb. Phillips 1791–1863
    Tochter Anna Louisa Beck Möring 1833–1891
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Beck, Karl (1798 – 1866)

    • Vater

      Carl Beck

      Kaufmann aus Mannheim; wohl noch vor Becks Geburt von seiner Mutter geschieden

    • Mutter

      Henriette de Wette

      25.4.1774–21.10.1825

      seit 1809 verh. mit Wilhelm Martin Leberecht de Wette

      • Großvater mütterlicherseits

        Frisch

        möglicherweise der Kurhospitalschaffner Jacob Frisch; „Schafner“ aus Heidelberg

    • 1. Heirat

      • Ehefrau

        Louisa Augusta Beck

        1797–1830

    • 2. Heirat

      • Ehefrau

        Louisa Augusta Beck

        1797–1830

  • Biografie

    Beck wuchs seit 1810 bei dem zweiten Ehemann der Mutter, dem Theologen Wilhelm Martin Leberecht de Wette (1780–1849), in Berlin auf, wo er das Friedrichwerdersche Gymnasium besuchte und sich an den patriotischen Turnübungen von Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) beteiligte. Nach dem Abitur studierte er von 1820 bis 1823 Klassische Philologie und Evangelische Theologie in Berlin, Heidelberg und Tübingen. In Heidelberg trat Beck der Burschenschaft bei, in Tübingen schloss er sich der „Germania“ an. 1821 wurde er zudem in den auf Karl Follens (1796–1840) Anregung gegründeten geheimen „Jünglingsbund“ aufgenommen und nahm im September 1821 als Abgeordneter von Tübingen am Burschentag in Streitberg bei Erlangen teil. Wie zahlreiche andere Studenten geriet Beck bald in das Visier der Ermittlungen gegen „demagogische Umtriebe“. Um der Verhaftung zu entgehen, wechselte er 1822 nach seiner Ordination zum Pfarrer nach Basel, wo er zwei Jahre lang als Lateinlehrer am Pädagogium (Gymnasium) tätig war. Am 18. September 1823 wurde er in Tübingen zum Dr. phil. promoviert.

    Ende 1824 emigrierte Beck mit Follen in die USA und arbeitete von 1825 bis 1830 als Lehrer für Latein und Turnen an der Round Hill School in Northampton (Massachusetts, USA). 1830 nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an, amerikanisierte seinen Vornamen und gründete eine Knabenschule in Philipstown (New York, USA). Anfang 1832 erhielt er eine Professur für Lateinische Sprache und Literatur an der Harvard University, die er bis 1850 ausübte. Danach betätigte er sich als Privatgelehrter und übernahm zahlreiche öffentliche Ämter, u. a. die Präsidentschaft der Sparkasse in Cambridge (Massachusetts, USA). Ferner gehörte er verschiedenen Gremien sozialer Einrichtungen an; so war er Mitglied im Verwaltungsrat einer Schule für geistig behinderte Jugendliche. 1862 und 1864 war Beck als Vertreter der Harvard University Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Massachusetts.

    Beck veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Mit mehreren Monografien, u. a. zur lateinischen Grammatik, und, z. T. von ihm in Englische übersetzter und kommentierter, Editionen lateinischer Klassiker, etwa Senecas „Medea“ (1834), Ciceros „De claris oratoribus liber, qui dicitur Brutus“ (1837) und der Manuskripte Petronius Arbiters (1863), erwarb er ein großes wissenschaftliches Renommee. Als respektierter Gelehrter wurde er Mitglied bedeutender wissenschaftlicher Gesellschaften und erhielt die juristische Ehrendoktorwürde der Harvard University. Dies war auch eine Anerkennung für Becks außerordentlich erfolgreiche akademische Lehrtätigkeit und seinen Beitrag zur Etablierung moderner wissenschaftlicher Methoden im US-amerikanischen Universitätswesen. Wegen seines vielfältigen philanthropischen Wirkens bei der Unterstützung Bedürftiger – u. a. durch die finanzielle Förderung junger Handwerker, die Zuwendungen zu der während des Amerikanischen Bürgerkriegs gegründeten Stiftung für die Unterstützung von Soldaten (Soldiers’ Fund) und die Einrichtungen für die Fürsorge und Erziehung der befreiten Sklaven (Freedmen) – war Beck in Boston ein hochangesehener Bürger.

  • Auszeichnungen

    1843 Mitglied der American Oriental Society
    1845 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
    1865 Dr. iur. h. c., Harvard University, Cambridge (Massachusetts, USA)
  • Quellen

    Nachlass:

    Harvard University Archives, Charles Beck Papers. (weiterführende Informationen)

  • Werke

    A Treatise on Gymnasticks, Taken Chiefly from the German of F. L. Jahn, 1828.

    Charles Beck (Hg.), Medea, Tragedy of Seneca, 1834.

    P. Papinii Statii ad Calpurnium Pisonem Poemation. Auctori vindicavit, recognovid et adnotatione instruxit Carolus Beck, 1835.

    An Introduction to the Metres of Horace, 1835.

    Charles Beck (Hg.), M. Tullii Ciceronis De claris oratoribus liber, qui dicitur Brutus, 1837.

    Charles Beck (Übersetzer) Latin Syntax. Chiefly from the German of C. G. Zumpt, 1838.

    The Metres of the Greeks and Romans. A Manual for Schools and Private Study. Translated from the German of Edward Munk by Charles Beck and C. C. Felton, 1844.

    Charles Beck (Hg.), Hercules Furens, A Tragedy of Seneca, 1845.

    The Age of Petronius Arbiter, in: American Association for the Advancement of Science, Memoirs 10, 1857, S. 21–178.

    Bernays’ Chronicle of Septimius Severus, in: Christian Examiner v. Januar 1862, S. 21–40.

    The Manuscripts of Petronius Arbiter Described and Collated, 1863.

  • Literatur

    Adolf Hübschmann, Nachrichten über die Familie de Wette, 1848.

    B. B. Edwards, Life and Character of Dr. de Wette, in: Bibliotheca Sacra and Theological Review 7, 1850, S. 772–799.

    Fred Eugene Leonard, A Guide to the History of Physical Education, 1923, S. 230–235. (P)

    Max Doblinger/Georg Schmidgall, Geschichte und Mitgliederverzeichnisse burschenschaftlicher Verbindungen in Alt-Österreich und Tübingen 1816 bis 1936, 1940.

    Nachrufe:

    N. N., in: Cambridge Chronicle 21, No. 12 v. 24.3.1866.

    N. N., in: Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences 7 (Mai 1865 – Mai 1868), 569. Sitzung v. 29.5.1866, S. 107–110. (Onlineressource)

    William Newell, The Christian Citizen: A Discourse Occasioned by the Death of Charles Beck, LL.D., Delivered March 25, 1866, before the First Parish in Cambridge, 1866. (Onlineressource)

    Lexikonartikel:

    Harold North Fowler, Art. „Beck, Charles“, in: Dictionary of American Biography, Bd. 2, 1928, S. 113 f.

    Adelaide M. Cole, Art. „Beck, Charles (Karl)“, in: John F. Ohles (Hg.), Biographical Dictionary of American Educators, Bd. 1, 1978, S. 105 f.

    Meyer Reinhold, Art. „Beck, Charles“, in: Ward W. Briggs Jr. (Hg.), Biographical Dictionary of North American Classicists, 1994, S. 37 f.

    Helge Dvorak, Art. „Beck, Karl“, in: ders., Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Bd. 1, 1996, S. 68 f.

    Meyer Reinhold, Art. „Beck, Charles“, in: Rutgers School of Arts and Sciences Database of Classical Scholars. (Onlineressource)

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Fotografie, Library of Harvard University, Abbildung in: Fred Eugene Leonard, A Guide to the History of Physical Education, 1923, S. 235. (Onlineressource)

  • Autor/in

    Jürgen Müller (Frankfurt am Main)

  • Zitierweise

    Müller, Jürgen, „Beck, Karl“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.01.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/1055331069.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA