Lebensdaten
1911 bis 1990
Geburtsort
Brixlegg (Tirol)
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Alpinist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139892419 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rebitsch, Mathias
  • Rebitsch, Hias

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Zitierweise

Rebitsch, Mathias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139892419.html [26.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Sägewerkbes., Holzhändler in B.;
    M N. N.; ledig.

  • Leben

    Seit früher Jugend begeisterter Bergwanderer, gelangen R. nach dem Abitur 1931 an der Oberrealschule Innsbruck schwerste Touren in Nordtirol. Erste Neufahrten sowie Winter- und Alleinbegehungen im Rofan, Karwendel, Kaiser und in den Kalkkögeln folgten. „Rebitsch-Führen“ erlangten bald den Ruf höchster Kletteransprüche bei minimaler Hakensicherung. Zu den wichtigsten Erstbegehungen gehören der Öfelekopf-Südpfeiler (1935), die Goldkappel-Südwand (1936), die direkte Nordwand der Lalidererspitze (1946), die Lalidererspitze-Nordverschneidung (1947) und die Fleischbank-„Ostwandrisse“ (1950). Obwohl sein Versuch, die Eiger-Nordwand zu durchsteigen, 1937 scheiterte, bewies R., daß deren Begehung möglich sei. Als Teilnehmer der „Dt. Himalaja Expedition 1938“ erreichte er am Nanga Parbat den höchsten Umkehrpunkt (7350 m). Während des 2. Weltkriegs schulte er nach Fronteinsatz am Eismeer in Fulpmes (Stubaital, Tirol) Heeresbergführer. Nachdem R. von seinen Eltern ein Sägewerk und eine Holzhandlung geerbt hatte und dadurch finanziell unabhängig geworden war, veranstaltete er 1945-50 im Karwendel- und Kaisergebirge berühmte Kletterführen, die zu begehrten Zielen der Kletterelite wurden.

    Nach schweren Unfallverletzungen 1951 wandte sich R. ganz dem Expeditionsalpinismus zu und erstieg 1952 in Südperu erstmals den Solimana (6310 m), den Coropuna (6450 m) und den Ausangate Süd (6180 m). Zwei Jahre später leitete er die „Dt.-Österr.-Himalaya-Karakorum Expedition 1954“ ins Hunzaland (Pakistan). Neben der bergsteigerischen Erkundung gelang einer Wissenschaftlergruppe unter Leitung von Wolfgang Pillewizer (* 1911) die kartographische, geologische, glaziologische und vegetationskundliche Erforschung des Rakaposhi- und Baturagebietes. Der von Eugen Schuhmacher und Martin Schließler gedrehte Expeditionsfilm „Im Schatten des Karakorum“ wurde 1955 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Neben seinen Expeditionen studierte R. Vor- und Frühgeschichte an der Univ. Innsbruck und betreute im Österr. Alpenverein Bergführerausbildung und Expeditionsplanungen.

    1956 entdeckte R. in der Puna de Atacama (Grenzkordillere Argentinien/Chile) auf dem Cerro Gallan in über 6000 m Höhe Spuren altindian. Lebens. In drei folgenden Expeditionen 1958, 1961 und 1965 grub er dort unter schwierigsten Bedingungen archäologische Fundstätten aus und lieferte den Beweis, daß Inkas vor mehr als 500 Jahren bis auf 6700 m Kultstätten und Beobachtungsposten unterhielten. Seine Fundstücke befinden sich im Ethnographischen Museum Buenos Aires, über seine Grabungen hat R., der als „Pionier des archäologischen Andinismus“ gilt, wenig publiziert. In der Alpingeschichtsschreibung revolutionierte er das Kapitel „archaischer Präalpinismus“. – Ehrungen, u. a. durch d. Min.präs. v. Pakistan (1954) u. d. Staatspräs. v. Argentinien; Ehrenmitgl. d. Club Alpino Italiano, d. Karakorum Club (Pakistan); österr. Tit.-Prof. (1972).

  • Werke

    Die silbernen Götter d. Cerro Gallan, 1957;
    Direkte Lalidererspitz, in: Jb. d. Österr. Alpenver. (ÖAV) 1950, S. 53-58;
    Bergfahrten in Süd-Peru, in: Jb. d. Dt. Alpenver. (DAV) 1953, S. 79-85;
    Dt.-Österr. Himalaya-Karakorum-Expedition 1954, ebd. 1955, S. 103-15, sowie in: Berge d. Welt, 1955, S. 19-28;
    Puna de Atacama, in: Jb. d. DAV 1959, S. 101-12;
    Indian. Bergsteiger bereits im MA auf Gipfeln v. 6700 m Höhe, in: Bergkamerad 24, 1962/63, S. 884-88, 929-35;
    Seekarlspitze-Nordwand, in: Alpinismus 1967, H. 4, S. 20-22, 40;
    Schneemenschen u. Götterfiguren, in: Bergsteiger, 1968, S. 424-26;
    Laliderer-Nordverschneidung, ebd. 1981, H. 1, S. 20-22;
    Rofan Ostwandriß, ebd. 1990, H. 8, S. 37 f.

  • Literatur

    T. Hiebeler, in: Alpinismus 1967, H. 4, S. 18 f. (P);
    ders., in: Alpen-Lex., 21983;
    ders., in: Bergsteiger, 1983, H. 8;
    U. Link, ebd. 1979, S. 475, 481;
    O. Wiedmann, ebd. 1990, H. 8, S. 30-34 (P);
    E. Landes, in: Mitt. d. DAV, 1990, S. 225;
    R. Renzler, in: (Österr.) Alpenver. Mitt., 1990, H. 4, S. 24.

  • Autor/in

    Peter Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Peter, "Rebitsch, Mathias" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 226 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139892419.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA