Lebensdaten
1838 bis 1917
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Mannheim
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 136623069 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lenel, Victor

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Zitierweise

Lenel, Viktor, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd136623069.html [30.08.2016].

CC0

Lenel, Viktor

Industrieller, * 18.6.1838 Mannheim, 17.10.1917 Mannheim. (israelitisch)

  • Genealogie

    V Moritz (1811–76, bis ca. 1820 Löwenthal), Kaufm., erwarb 1833 d. Bürgerrecht in M. u. gründete dort mit seinem Bruder Simon (* 1809) eine Kolonialwarengroßhandlung, später beteiligt an d. Gründung v. Schiffahrts-, Lager- u. Versicherungsunternehmungen sowie d. Rhein. Creditbank u. d. Bad. Bank, seit 1866 Vizepräs., seit 1871 Präs. d. Handelskammer in M., S d. Kaufm. Hertz Löwenthal (1784–1815) in Ladenburg u. d. Sara Therese Simon; M Caroline (1814–57), T d. Bankiers Max Scheuer (* 1784) in Düsseldorf u. d. Johanna Mayer; Ov 2. Grades Zacharias Löwenthal, seit 1857 Karl Friedrich Loening ( 1884), Verlagsbuchhändler, Mitbegr. d. Verlags Rütten & Loening in Frankfurt/M.; B Alfred (1841–1918), Kaufm. in M., Otto (s. 3), Schw Eugenie (1842–1901), 1864 August Daniel Rothschild, 1835–1907, Kaufm. u. Bankier in Frankfurt); - Köln 1867 Helene Michaelis (1844–1917) aus Nieheim (Westfalen); 2 S, 1 T, u. a. Walter (1868–1937), Prof. d. Gesch. in Heidelberg, Richard (s. 2); E Fritz Victor (* 1907), Prof. d. Werkstoffkde. in Troy, N. Y. (USA) (s. BHdE II).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Univ. Heidelberg (bis 1857) trat L. als ältester Sohn in das väterliche Geschäft ein, dessen Teilhaber er 1866 wurde; gemeinsam mit seinem Bruder Alfred übernahm er nach dem Tode des Vaters die Leitung der Firma. Zahlreiche Auslandsaufenthalte (London, Paris, Valencia, Madrid, Holland, Österreich) dienten dem Erwerb neuer Kenntnisse und der Anknüpfung geschäftlicher Kontakte. 1873 gründeten L. und sein Bruder Alfred mit dem Kaufmann Friedrich Bensinger (1841–91) und dem Bankhaus Hohenemser & Söhne die „Rhein. Hartgummi-Waaren-Fabrik“, in der seit den 80er Jahren auch Celluloid und seit 1884 Weichgummi hergestellt wurde. Nach der Zerstörung des Hauptwerkes in Neckarau durch einen Brand (1885) erfolgten der Wiederaufbau unter dem Namen „Rhein. Gummi- und Celluloidfabrik“ und die Neugründung der „Fabrik wasserdichter Wäsche, Lenel, Bensinger & Co.“ (1886, diese Firma wurde 1938 aufgekauft und als „Werksabteilung Dauerwäsche“ in das ältere Unternehmen integriert), die Textilien mit Celluoid kaschierte und damit Großabnehmer dieses Kunststoffes war. Das väterliche Handelsunternehmen wurde unter dem Namen „Gebr. Lenel“ weitergeführt.

    In seinem öffentlich-politischen Engagement folgte L. der Tradition seines Vaters, nach dessen Tod er zum Mitglied der Mannheimer Handelskammer gewählt wurde. Nach seinem Rückzug aus aktiver Geschäftstätigkeit (1896) wurde er 1898 Vizepräsident und war 1903-11 Präsident der Handelskammer. Als solcher war er 1905-09 als erster jüdischer Bürger Badens Mitglied der Ersten Kammer der Landstände, in der er sich besonders für Eisenbahnfragen einsetzte. Außerdem war er als Nationalliberaler Mitglied des Bürgerausschusses (1875–81, 1887-93), Handelsrichter sowie Mitglied bzw. Vorsitzender der Aufsichtsräte mehrerer Aktiengesellschaften. Nach dem Tode des Vaters (1876) stiftete er mit seinen Geschwistern die Studienförderung „Moritz-und-Caroline-Lenel-Stiftung“ und anläßlich seines 70. Geburtstags ein Kinder-Erholungsheim bei Neckargemünd, das 1911 der Verwaltung der Stadt Mannheim übergeben wurde (Vik-tor-Lenel-Stift). – KR (1894), GKR (1906).

  • Autor

    Hermann Schäfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schäfer, Hermann, "Lenel, Viktor" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 203 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd136623069.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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