Lebensdaten
1872 bis 1943
Geburtsort
Münster (Westfalen)
Sterbeort
Baierbrunn (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Graphiker ; Maler ; Kunstgewerbler ; Architekt ; Bildhauer
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 11873914X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pankok, Bernhard Wilhelm Maria
  • Pankok, Bernhard
  • Pankok, Bernhard Wilhelm Maria

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Zitierweise

Pankok, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11873914X.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard Anton (1829–1903), Stuhlmacher in M., S d. Johann Heinrich Franz Pankoke (* 1802) u. d. Eva Margarete Krivet (* 1795);
    M Maria Anna Henriette (1838–79), T d. Matthias Hubert Josef Firmans u. d Theresia Arnoldine Rommershausen;
    1) München 1901 Antoinette (Toni) Maria Aloysia Coppenrath (1870–1920), 2) 1924 Marianne Geyer (1891–1941);
    3 T aus 1).

  • Leben

    P. absolvierte 1886-89 eine Lehre als Dekorationsmaler und Restaurator. Anschließend studierte er Malerei in Düsseldorf (1889–91) und Berlin (1891/92) und arbeitete seit 1892 als freischaffender Maler und Graphiker in München. Vorwiegend schuf er Landschaftsbilder und Porträts, unter denen sich zahlreiche Selbstbildnisse befinden. 1895 setzte seine buchgraphische Tätigkeit ein, die 1900 ihren Höhepunkt fand. Seit 1896 arbeitete er für diverse innovative Kunstzeitschriften wie „Pan“, „Münchener Illustrierte“, die „Wochenschrift für Kunst und Leben“ und die „Jugend“. Als sein bedeutendstes buchkünstlerisches Werk gilt die Gestaltung des Katalogs des Deutschen Reiches für die Pariser Weltausstellung 1900. In München knüpfte P. enge Kontakte zu reformorientierten Künstlern wie Richard Riemerschmid, Bruno Paul und Hermann Obrist und gehörte 1897 zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk. Angeregt durch Eduard v. Berlepsch-Valendas, wandte sich P. verstärkt dem Kunstgewerbe zu. Vorwiegend beschäftigte er sich mit Möbelentwürfen und kompletten Innenausstattungen. Seine frühen, um die Jahrhundertwende entstandenen Möbel sind durch den harmonischen Zusammenklang von solider handwerklicher Konstruktion, künstlerisch origineller Formengebung, plastisch gestaltetem Ornament und phantasiereichen Intarsienarbeiten gekennzeichnet. Neben zahlreichen exklusiven Einzelmöbeln, entwarf er auch einfache, auf strenge und schlichte Umrißformen konstruierte Serienmöbel. Seine Innenausstattungen wie das Trauzimmer im Rathaus Dessau (1901/02), besitzen ausgewogene Formen unter Einbeziehung ornamental gestalteter, plastisch hervortretender Wandverkleidungen und dekorativer Farbwirkungen. 1900 erhielt P. seinen ersten Architekturauftrag, das als Villa im Landhausstil konzipierte Haus Lange in Tübingen. Mit dem Umbau und der aufwendigen Innenausstattung von Haus Rosenfeld in Stuttgart (1910/12) gelang P. im Sinne eines Gesamtkunstwerks eine innenarchitektonische Glanzleistung. 1903 übersiedelte er nach Stuttgart, wo er die Leitung der dortigen, 1901 gegründeten „Kgl. Lehr- und Versuchstätten“ übernahm. 1913 wurde er zum Direktor der Stuttgarter Kunstgewerbeschule ernannt, die er bis zu seiner Pensionierung 1937 leitete. Neben seine Lehr- und Bautätigkeit trat seit dem Jahr 1909 die intensive Beschäftigung mit Bühnenausstattungen, mit denen er in Stuttgart, Berlin und Dresden beachtliche Erfolge erzielte.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (1932); Mitgl. d. Kunstak. zu Berlin (1925), Stuttgart (1932) u. München (1933).

  • Werke

    Weitere W Erkerraum, 1899, Weltausst. Paris 1900;
    Schlafzimmer Dr. Krug, Freiburg (Br.) 1900/02;
    Damenzimmer, Kunstausst. Dresden, 1901;
    Musikzimmer, Weltausst. St. Louis 1904 (erhaltene Teile: Stuttgart, Württ. Landesmus.);
    Innenausstattung Ferienhaus Pankok, 1906-10;
    Innenausstattung f. zwei Bodenseedampfer, 1908/09 u. 1913;
    Ausstattung d. Passagierkabinen v. Zeppelin-Luftschiffen 1911/19;
    Musikzimmer, Ausst. d. Dt. Werkbundes, Basel u. Berlin 1917;
    Ateliergebäude d. Ver. Württ. Kunstfreunde, Stuttgart, 1906;
    Ferienhaus Pankok, Baierbrunn, 1906;
    Ausst.pavillons in Dresden u. Köln, 1906;
    Projekte z. Stuttgarter Kunstgebäude, 1907-09;
    Kunstgewerbeschule Stuttgart, 1908-13;
    Ausst.gebäude auf d. Interimstheaterplatz, Stuttgart 1925. – Bis auf Haus Lange u. d. Kunstgewerbeschule sind d. Häuser P.s nicht mehr erhalten. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Stuttgart. Württ. Landesmus.

  • Literatur

    K. Lange, in: Dekorative Kunst 8, 1905, S. 129-60;
    E. Gerhäuser, Stuttgarter Bühnenkunst, 1917;
    P. – Riemerschmid – Paul, Interieurs Münchner Architekten um 1900, Ausst.kat. München Villa Stuck 1970 (P);
    S. Günther. Interieurs um 1900, B. P., Bruno Paul u. Richard Riemerschmid als Mitarbeiter d. Vereinigten Werkstätten f. Kunst u. Handwerk, 1971;
    B. P. 1872-1943, Kunsthandwerk, Malerei, Graphik, Architektur, Bühnenausstattungen, Ausst.kat. Württ. Landesmus. Stuttgart 1973 (P);
    H. Schröder, B. R (1872–1943), Ein Lehrer d. Reformzeit, in: Adolf Schneck 1893-1971, Ausst.kat. Stuttgart 1983, S. 20-26;
    B. R – Münster u. d. Münsterland, Ausst.kat. Stadtmus. Münster 1986;
    B. P., Malerei, Graphik, Design im Prisma d. Jugendstils, Ausst.kat. Westfäl. Landesmus. Münster 1986 (P);
    G. Wessing. B. P. als Porträtmaler, 1988 (P);
    D. Weißenberger, Der Fall P., Das Projekt B. P.s z. Neubau d. Kunstgebäudes Stuttgart 1907-1909, 1990;
    M. Heinen, B. P., Das gebrauchsgraph. Werk, Diss. Bonn 1993;
    A. Miehlich, Haus Lange, Mag.arb., Tübingen 1996 (ungedr.);
    A. Niethammer, B. P. u. d. Villa Rosenfeld in Stuttgart. Mag.arbeit, Tübingen 1997 (ungedr.);
    B. P., Gem., Zeichnungen, Graphik, Ausst.kat. Gal. Ostendorf Münster 1998;
    Rhdb.;
    Westfäl. Köpfe (P);
    ThB;
    Vollmer III;
    Riemann, Erg.bd.;
    Lex. d. Kunst;
    Dict. of Art.

  • Portraits

    mehrere Selbstbildnisse, vorwiegend in Öl, ca. 1890-38, Verz. b. G. Wessing (s. L), S. 167-81 mit Abb.;
    zwei Bleistiftzeichnungen v. P. Haustein, 1937 u. 1941 (beide Stuttgart, Württ. Landesmus.);
    Bronzebüste v. A. Lörcher, 1932 (ebd.).

  • Autor/in

    Andrea Tietze
  • Empfohlene Zitierweise

    Tietze, Andrea, "Pankok, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 32 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11873914X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA