Lebensdaten
1870 bis 1929
Geburtsort
Trumau bei Baden (Niederösterreich)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Alpinist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117684937 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfannl, Heinrich

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Zitierweise

Pfannl, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684937.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    N. N.;
    K.

  • Leben

    Nahe dem Wiener Wald aufgewachten, studierte P. Jura in Wien (Dr. iur. 1894) und legte 1896 die Prüfung für das Richteramt ab (1912 Landes-, 1919 Oberlandesger.srat, 1923 Vizepräs, d. Landger. f. Zivilrechtssachen). Nachdem er schon als Student im Rax- und Schneeberggebiet geklettert war, steigerte P. systematisch sein Können und dehnte seine „führerlosen“ Aktivitäten auf schwierige Bergtouren in den östlichen Ostalpen, Dolomiten und Julischen Alpen aus. Seit 1896 gelangen mit Freunden aus dem Kreis des Österr. Alpen-Klubs (Wien) bald namhafte Erst- und Zweitbegehungen. Mit der bis dahin für unmöglich gehaltenen Durchsteigung der Hochtor-Nordwand setzte er 1896 im Gesäuse in den Ennstaler Alpen einen Markstein der Wiener Klettergeschichte. Nach zahlreichen Winterbesteigungen in nordöstlichen Alpengebieten, oft mit Hilfe der damals noch kaum gebräuchlichen Ski, wandte sich P. 1900 und 1901 schweren kombinierten Westalpenfahrten zu. Seine führerlose Begehung des Peutéreygrats am Mont Blanc überraschte die Bergsteigerwelt; mit der ersten frei gekletterten Überschreitung des Dent du Géant übertraf er die besten Führer. In den Ennstaler Alpen bewies er 1901 mit der Reichenstein-Nordwand nochmals seine überragenden Kletterfähigkeiten. 1902 nahm er an der erfolglosen Expedition des Briten Oscar Eckenstein (1859–1921) zum K 2 teil.

    P. hat die Kletterentwicklung der Zeit mitgeprägt. Er lehnte technische Hilfen ab und kletterte soweit wie möglich in Nagelschuhen. Die Qualität seiner etwa 35 neuen Anstiege zeichnet ihn als einen der bedeutendsten Exponenten der „Wiener Schule der Führerlosen“ der Jahrhundertwende aus. P. begeisterte seine Zeitgenossen durch geistvolle Vorträge und Schriften. Nach seinem Ausscheiden aus dem Richteramt stand er seit 1920 dem Österr. Alpen-Klub vor.

  • Werke

    u. a. Was bist du mir, Berg?, Schrr. u. Reden, hg. v. K. Prusik, 1929 (W-Verz., Neutouren-Verz., P);
    Wenn Majas Schleier zerflattern, 1918;
    Autobiogr. in: A. Hess (Hg.), Saggi sulla psicologia dell' alpinista, 1914, S. 435-12;
    Hochtor üb. d. Nordwand, in: Mitt. d. Dt u. Österr. Alpenver. 1896, S. 250 f.;
    Mont Blanc üb. d. Aiguille Blanche de Pétéret, ebd. 1901, S. 192-202;
    Eine Belagerung d. Tschogo-Ri (K 2), ebd. 1904, S. 88-105;
    Ber. üb. d. Mustagh-Expedition 1902 u. Schlußfolgerungen, in: Österr. Alpen-Ztg. 1904, S. 37-43;
    Der Alpinismus u. d. Krieg, ebd. 1914, S. 250-52;
    Der Alpinismus als Kulturerscheinung, ebd. 1923, S. 1-4;
    Aiguille du Géant, ebd. 1925, S. 81-85;
    Idealismus u. Realismus, ebd. 1926, S. 122-25;
    Das Hochgebirge als ästhet. Erlebnis, ebd. 1928, S. 258-61;
    Reichenstein-Nordabsturz, in: Bergsteiger 1927, S. 19-21.

  • Literatur

    E. Pichl, Wiens Bergsteigertum, 1927;
    H. Wödi u. K. Kirschbaum, in: Österr. Alpen-Ztg. 1929, S. 109-19 (P);
    ebd. 1954, S. 79-81;
    J. Soyka, in: Mitt. d. Dt. u. Österr. Alpenver. 1929, S. 104 f.;
    W. Bernoulli-Leupold, in: Alpen 1929, S. 115-17;
    ÖBL;
    Hist. Lex. Wien.

  • Autor/in

    Peter Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Peter, "Pfannl, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 300 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684937.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA