Lebensdaten
1879 bis 1927
Geburtsort
Thun (Kanton Bern)
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Geophysiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116318147 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • De Quervain, Alfred
  • Quervain, A. de

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Zitierweise

Quervain, Alfred de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116318147.html [30.03.2017].

CC0

Quervain, Alfred de

Geophysiker, * 15.6.1879 Thun (Kanton Bern), 27.1.1927 Zürich. (reformiert)

  • Genealogie

    V Frédéric de Q.-Girard (1839–1909), Pfarrer; M Louise-Elise-Anne Girard; 1911 Elisabeth Nil; 2 S, u. a. Marcel (* 1915), Leiter d. Eidgenöss. Inst. f. Schnee- u. Lawinenforsch., Davos, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bern studierte Q. dort seit 1879 Naturwissenschaften mit Betonung der Geophysik und Meteorologie. Bereits 1897 war er als Praktikant am „Observatoire de Météorologie Dynamique“ in Trappes bei Versailles tätig. Er wurde beauftragt, im Winter 1900/01 in Rußland Registrierballonaufstiege zur Untersuchung der atmosphärischen Zirkulation durchzuführen. Nach der Promotion 1902 bei Eduard Brückner (1862–1927) in Bern (Therm. Effekte d. Massenerhebung im Schweizer. Alpengebiet) absolvierte er ein Praktikum an der Sternwarte Neuenburg. 1905 habilitierte er|sich als Privatdozent für Meteorologie an der Univ. Straßburg (Unters. üb. d. Vergleichbarkeit d. Temperaturregistrierungen in d. freien Atmosphäre, in: Btrr. z. Physik d. freien Atmosphäre 1, 1955, H. 4) und befaßte sich intensiv mit Atmosphärenforschung und der Entwicklung der Aviatik. Seit 1906 war Q. Direktor-Adjunkt bei der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt in Zürich. Seine Tätigkeit umfaßte den Wetterdienst, den Ausbau der Wolken- und Wetterkunde und den Erdbebendienst. Zusammen mit Auguste Piccard (1884–1962), dem späteren Atmosphärenforscher, konstruierte er einen 20 t schweren Universalseismographen, mit dem alle irdischen Fernbeben erfaßt werden konnten. Ferner wirkte er als Dozent für Meteorologie und Seismologie an der Universität und der ETH Zürich.

    Die bekannteste Leistung Q.s ist wohl die von ihm organisierte und geleitete „Schweizerische Grönlandexpedition“ 1912 mit der Durchquerung des Inlandeises von West nach Ost. Diese etwa eineinhalb Monate dauernde erste Traversierung von Mittelgrönland (ca. 800 km) lieferte ein genaues Höhenprofil durch das Inlandeis nebst exakten meteorologischen und glaziologischen Daten dieser Zone. Neben Q. waren der Arzt Hans Hoessly, der Ingenieur Roderich Fick und der Architekt Karl Gaule beteiligt. In seinem letzten Lebensabschnitt widmete Q. sich intensiv der Untersuchung der alpinen Gletscher, von denen einige seit ca. 1910 vehement vorzustoßen begannen. Er setzte sich intensiv für die Schaffung einer multidisziplinären „Hochalpinen Forschungsstation“ auf dem Jungfraujoch ein, die allerdings erst nach seinem Tod 1930 verwirklicht wurde.

  • Werke

    Btrr. z. Wolkenkde., in: Meteorolog. Zs. 25, 1908, S. 433-53; Durch Grönlands Eiswüste, Reise d. Dt.-Schweizer. Grönlandexpedition 1909 auf d. Inlandeis, 1911 (mit A. Stolberg); Quer durchs Grönlandeis, Die Schweizer. Grönlandexpedition 1912/13, 1914, 21998 (mit Btrr. v. P. L. Mercanton u. A. Stolberg); Ergebnisse d. Schweizer. Grönlandexpedition 1912/13, (hg. v. A. Q. u. P. L. Mercanton), 1920; Das neue 20-Tonnen-Universalseismometer nach de Q.-Piccard d. Schweizer. Erdbebenwarte Zürich, in: Verhh. d. Schweizer. Naturforschenden Ges. 103, 1922, S. 186 f.; Résultats scientifiques de l'expédition au Groenland, in: Meddelelser om Groenland 59, 1925, S. 57-251.

  • Literatur

    R. Billwiller, in: Verhh. d. Schweizer. Naturforschenden Ges. 108, 1927, S. 32-41; R. Gautier, in: Bulletin du Globe 66, 1927, S. 28-36; W. Jost, in: Die Alpen 3, 1927, H. 2, S. 48-51; P. L. Mercanton, in: Les Alpes 3, 1927, H. 5, S. 167-69; A. Schaedelin, in: Mbl. d. Philadelphia, Bern 34, 1927, Nr. 11, S. 81-85; Pogg. V, VI.

  • Autor

    Marcel de Quervain
  • Empfohlene Zitierweise

    Quervain, Marcel de, "Quervain, Alfred de" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 42-43 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116318147.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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