Lebensdaten
1919 – 1995
Geburtsort
Eichenau (Oberbayern)
Sterbeort
Münster
Beruf/Funktion
Humangenetiker ; Pädiater ; Arzt
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 137820380 | OGND | VIAF: 12778117
Namensvarianten
  • Lenz, Dietrich Widukind
  • Lenz, Widukind
  • Lenz, Dietrich Widukind
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Zitierweise

Lenz, Widukind, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137820380.html [12.07.2024].

CC0

  • Widukind Lenz war einer der führenden Spezialisten für Gliedmaßen- und Skelettfehlbildungen. Zu seinem Werk zählen ein wegweisendes Lehrbuch zur Humangenetik (1961, 61983) sowie einflussreiche Arbeiten, die ausgehend von klinischen Beobachtungen Umwelt- und Erbfaktoren gleichwertig betrachteten. Internationale Berühmtheit erlangte er in den 1960er Jahren mit der Aufklärung der teratogenen Wirkung des Pharmazeutikums Contergan und seinem Einsatz für dessen Marktrücknahme sowie für Entschädigung der Betroffenen.

    Lebensdaten

    Geboren am 4. Februar 1919 in Eichenau (Oberbayern)
    Gestorben am 25. Februar 1995 in Münster
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Widukind Lenz, LWL-Archivamt für Westfalen (InC)
    Widukind Lenz, LWL-Archivamt für Westfalen (InC)
  • Lebenslauf

    4. Februar 1919 - Eichenau (Oberbayern)

    1925 - 1928 - Herrsching (Oberbayern)

    Schulbesuch

    Volksschule

    1929 - 1929 - Pasing bei München

    Schulbesuch

    Realschule

    1930 - 1937 - Davos (Kanton Graubünden); München; Berlin-Steglitz

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Realgymnasium

    1937 - 1943 - Tübingen; Berlin; Prag; Greifswald

    Studium der Humanmedizin (Abschluss: Staatsexamen)

    Universität

    - 1943 - Greifswald

    Promotion (Dr. med.)

    Universität

    1943 - 1944 - Greifswald; Arles (Département Bouches-du-Rhône, Frankreich); Aubenas (Département Ardèche, Frankreich)

    Truppenarzt

    Luftwaffenlazarett

    1944 - 1948

    Lagerarzt

    US-amerikanische und britische Kriegsgefangenenlager

    1948 - 1950 - Göttingen

    Gastarzt; wissenschaftliche Hilfskraft; wissenschaftlicher Assistent

    Physiologisch-Chemisches Institut der Universität

    1950 - 1951 - Kiel

    Volontärassistent

    Medizinische Universitätsklinik

    1952 - 1953 - Hamburg-Eppendorf

    Volontärassistent

    Universitäts-Kinderklinik

    1954 - 1960 - Hamburg-Eppendorf

    wissenschaftlicher Assistent

    Universitäts-Kinderklinik

    1958 - 1962 - Hamburg-Eppendorf

    Habilitation für Kinderheilkunde und Humangenetik; Privatdozent

    Universitäts-Kinderklinik

    1961 - Hamburg-Eppendorf

    Facharzt für Kinderheilkunde

    Universitäts-Kinderklinik

    1962 - 1965 - Hamburg-Eppendorf

    ordentlicher Professor für Humangenetik

    Universitäts-Kinderklinik

    1965 - 1984 - Münster

    ordentlicher Professor für Humangenetik und Institutsdirektor

    Institut für Humangenetik der Universität

    25. Februar 1995 - Münster
  • Genealogie

    Vater Fritz Gottlieb Karl Lenz 9.3.1887–6.7.1976 Dr. med.; Erbbiologe, Rassenhygieniker, seit 1933 Professor für Rassenhygiene an der Universität Berlin; seit 1946 Professor für Menschliche Erblehre an derUniversität Göttingen, in 2. Ehe verh. mit Kara Lenz, geb. von Borries (geb. 1901)
    Großvater väterlicherseits Wilhelm Lenz 1846–1933 Gutsbesitzer
    Großmutter väterlicherseits Anna Lenz 1866–1927
    Mutter Auguste Emilie Lenz, geb. Weitz gest. 1928
    Bruder Hanfried Lenz 1916–2013 Mathematiker; seit 1969 Professor für Mathematik an der FU Berlin
    Bruder Friedrich Lenz 1922–2014 Dr. rer. nat.; Professor für Theoretische Elektronenphysik an der Universität Tübingen
    Halbbruder Reimar Lenz 1931–2014 Publizist, Schriftsteller
    Halbschwester Uta Lenz geb. 1934
    Heirat 2.8.1952 in Flensburg
    Ehefrau Almuth Margarethe Juliane Lenz, geb. Thomsen von Krohn 5.2.1922–2.8.1952 Kinderärztin
    Schwiegervater Andreas Wilhelm Thomsen Amtsgerichtsdirektor
    Schwiegermutter Ursula Margarete Marie Else Thomsen, geb. von Krohn
    Sohn Andreas Wilhelm Lenz 30.11.1957–8.2.1980
    Kinder eine weitere Tochter
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    Lenz, Widukind (1919 – 1995)

    • Vater

      Fritz Gottlieb Karl Lenz

      9.3.1887–6.7.1976

      Dr.·med.; Erbbiologe, Rassenhygieniker, seit 1933 Professor für Rassenhygiene an der Universität Berlin; seit 1946 Professor für Menschliche Erblehre an derUniversität Göttingen, in 2.·Ehe verh. mit Kara Lenz, geb. von Borries (geb. 1901)

      • Großvater väterlicherseits

        Wilhelm Lenz

        1846–1933

        Gutsbesitzer

      • Großmutter väterlicherseits

        Anna Lenz

        1866–1927

    • Mutter

      Emilie Lenz

      gest. 1928

    • Bruder

      Hanfried Lenz

      1916–2013

      Mathematiker; seit 1969 Professor für Mathematik an der FU Berlin

    • Bruder

      Friedrich Lenz

      1922–2014

      Dr.·rer.·nat.; Professor für Theoretische Elektronenphysik an der Universität Tübingen

    • Heirat

      in

      Flensburg

      • Ehefrau

        Almuth Lenz

        5.2.1922–2.8.1952

        Kinderärztin

  • Biografie

    Lenz besuchte Schulen in Herrsching und Pasing bei München sowie in Davos (Kanton Graubründen), München und Berlin. Nach dem Abitur 1937 in Berlin studierte er dort, in Tübingen sowie an der Deutschen Universität Prag Medizin. An seinem letzten Studienort, Greifswald, legte Lenz 1943 sein Medizinisches Staatsexamen ab und wurde bei Hans Bischoff (1894–1943) mit der Dissertation „Über die Wandlungen des menschlichen Wachstums in der Gegenwart“ zum Dr. med. promoviert. Lenz war Mitglied der SA, von 1933 bis 1937 Mitglied der Hitler-Jugend und von 1937 bis 1943 im NS-Studentenbund. Im Entnazifizierungsverfahren wurde über diese Mitgliedschaften hinaus keine Belastung festgestellt. Über Lenz' Haltung zum Nationalsozialismus ist lediglich bekannt, dass er sich nie öffentlich vom Werk seines Vaters, des führenden Rassenhygienikers Fritz Lenz (1887–1976), distanzierte. Nach seiner Promotion leistete er Kriegsdienst im Luftwaffenlazarett in Greifwald und in Frankreich. Als Medizinischer Offizier der Fallschirmjäger geriet er im Oktober 1944 in Kriegsgefangenschaft.

    Durch seine Tätigkeit als Lagerarzt erhielt Lenz Zugang zu englischsprachiger Medizinliteratur und arbeitete an dem Manuskript für „Ernährung und Konstitution“, das 1949 als Monografie erschien. 1948 entlassen, wurde Lenz als wissenschaftliche Hilfskraft und seit November 1950 als Assistent am Göttinger Institut für Physiologische Chemie angestellt. 1951 wechselte er als Volontärassistent an die Medizinische Klinik der Universität Kiel zu dem Internisten Helmut Reinwein (1895–1966) und 1952 in derselben Funktion an die Universitäts-Kinderklinik Hamburg-Eppendorf.

    Dort schloss sich 1954 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent bei Karl-Heinz Schäfer (1911–1985) an, der Lenz' fachliche Ausrichtung maßgeblich beeinflusste. Während er sich 1958 mit einer Arbeit zum „Einfluß des Alters der Eltern und der Geburtennummer auf angeborene pathologische Zustände beim Kind“ für Kinderheilkunde und Humangenetik habilitierte, wandte er sich verstärkt genetischen Fragen zu, die meist von klinischen Beobachtungen ausgingen. So klärte Lenz u. a. den X-chromosomal dominanten Vererbungsgang mit letaler Wirkung bei hemizygotischen Männern für Incontinentia pigmenti. Zugleich referierte Lenz für das „Zentralblatt für Kinderheilkunde“ englische, spanische, italienische, niederländische und russische Literatur der Humangenetik im großen Umfang, da dessen Herausgeber die von Lenz gemachte Angabe zu dessen Themengebiet, „Konstitution“, im Sinne einer vererbungswissenschaftlichen Konstitutionslehre interpretierten.

    1961 beendete Lenz seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde und nahm den Ruf für die in Hamburg neu geschaffene, ordentliche Professur für Humangenetik an. Im selben Jahr schloss er durch die Veröffentlichung seines Buchs „Medizinische Genetik“ eine Lücke in der deutschsprachigen humangenetischen Lehrliteratur; die Monografie erschien bis 1983 in sechs Auflagen und wurde in das Englische, Spanische, Japanische und Russische übersetzt.

    Im Juni 1961 wurden Lenz bei seiner Tätigkeit in Eppendorf mehrere Fälle von neuen Fehlbildungssyndromen bekannt. Als Fachkollegen aus anderen Städten ähnliche Fälle meldeten, vermutete er einheitliche Umwelteinflüsse als Ursache. Für weitere Untersuchungen vom Direktor der Universitätskinderklinik, Schäfer, freigestellt, erhärtete sich aus Schwangerschaftsanamnesen in 14 Fällen sein Verdacht, dass das Thalidomid-haltige Beruhigungsmittel Contergan die Dysmelien verursachte. Lenz setzte sich unverzüglich bei der vertreibenden Pharmafirma Chemie Grünenthal für die Marktrücknahme des Medikaments ein, die Ende November 1961 erfolgte. Durch weitere Forschungen, Publikationen sowie Vortrags- und Gutachtertätigkeiten trug Lenz in den Folgejahren auch zur Entschädigung der Opfer bei.

    Infolge des Contergan-Skandals stellte Lenz in umfangreichen Studien ein Modell der sensiblen Phasen der unterschiedlichen Gliedmaßenfehlbildungen auf und wurde zum führenden Experten in der Embryopathie, was 1965 seine Berufung zum Direktor des Instituts für Humangenetik an die Universität Münster als Nachfolger Otmar von Verschuers (1896–1969) begünstigte. Hier erforschte er bis zu seiner Emeritierung 1984 schwerpunktmäßig angeborene Fehlbildungen. 1967 beschrieb Lenz mit dem türkischen Pädiater Asım Cenani (geb. 1931) das heute als Cenani-Lenz-Syndaktylie bezeichnete sehr seltene Fehlbildungssyndrom, das sich autosomal-rezessiv vererbt. 1975 formulierte er eine Theorie zu halb-chromatiden Mutationen. Eine wissenschaftshistorische Aufarbeitung von Lenz‘ Wirken abseits der Thalidomid-Embryopathie steht bis heute aus.

  • Auszeichnungen

    1963 Dr. rer. nat. h. c., Universität Tübingen
    1964 Otto-Heubner-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde
    1971 Albert-Einstein-Preis der Internationalen Gesellschaft für soziale Verantwortung in der Wissenschaft
    1972 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, Verdienstkreuz I. Klasse
    1989 Goldmedaille der Haackert-Stiftung zur Förderung der pränatalen Medizin
    1966 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz
    1970 Mitglied der Leopoldina
    1964 Mitglied der National Academy of Science, Buenos Aires
    Mitglied der Congenital Anomaly Research Association of Japan
    Mitglied der American Society of Human Genetics
    Mitglied der Gesellschaft für Anthropologie und Humangenetik
  • Quellen

    Nachlass:

    Universitätsarchiv Münster.

    Weiteres Archivmaterial:

    Universitätsarchiv Münster, Best. 242, Nr. 268; Best. 52, Nr. 271 (Personalakten), Best. 9, Nr. 1974; Best. 4, Nr. 1695 Bd. 6 (Berufungsakten) u. Best. 128. (Korrespondenz und Akten zum Institutsbetrieb)

  • Werke

    Monografien:

    Ernährung und Konstitution, 1949.

    Medizinische Genetik. Eine Einführung in ihre Grundlagen und Probleme, 1961, 61983, engl. 1963, russ. 1984.

    Humangenetik in Psychologie und Psychiatrie, 1978.

    Aufsätze und Artikel:

    Über die Wandlungen des menschlichen Wachstums in der Gegenwart, in: Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre 27 (1943), S. 543–578.

    Wachstum, Körpergewicht und Körperlänge. Proportion, Habitus und das Skelettsystem, in: Joachim Brock (Hg.), Biologische Daten für den Kinderarzt, Bd. 1, 1954, S. 1–132.

    Recessiv-geschlechtsgebundene Mikrophthalmie mit multiplen Mißbildungen, in: Zeitschrift für Kinderheilkunde 77 (1955), S. 384–390.

    Diagnose des Geschlechts aus den segmentkernigen Leukozyten bei Störungen der embryonalen Geschlechtsdifferenzierung, in: Annales Paediatrici 188 (1957), S. 65–88.

    Zur Genetik der Incontinentia pigmenti, in: Annales Paediatrici 196 (1961), S. 149–165.

    Widukind Lenz/Klaus Knapp, Thalidomid-Embryopathie, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 87 (1962), Nr. 24, S. 1232–1242.

    Widukind Lenz/Rudolf Pfeiffer/Wilhelm Tünte, Chromosomenanomalien durch Überzahl (Trisomien) und Alter der Mutter, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 91 (1966), Nr. 28, S. 1262–1267.

    Wilhelm Tünte/Widukind Lenz, Zur Häufigkeit und Mutationsrate des Apert-Syndroms, in: Humangenetik 4 (1967), S. 104–111.

    Asım Cenani/Widukind Lenz, Totale Syndaktylie und totale radioulnare Synostose bei zwei Brüdern. Ein Beitrag zur Genetik der Syndaktylien, in: Zeitschrift für Kinderheilkunde 101 (1967), S. 181–190.

    Lassen sich Mutationen verhüten? Vorgetragen in der Plenarsitzung am 28. Juli 1967. in: Abhandlungen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse, Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, Bd. 4, 1967, S. 57–68.

    Widukind Lenz/Fritz Lenz, Grundlinien der Humangenetik. Zu Definition, Terminologie und Methoden, in: Peter Emil Becker (Hg), Humangenetik. Ein kurzes Handbuch in fünf Bänden, Bd. 1, 1968, S. 1–76.

    Die sensible Phase der Thalidomid-Embryopathie bei Affe und Mensch. Sonderdruck, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 92 (1967), Nr. 47, S. 2186 f.

    Mißbildungen, Genetik und Umwelt, in: Georg Gerhard Wendt/Helmut Baitsch (Hg.), Genetik und Gesellschaft. Marburger Forum Philippinum, 1970, S. 40–52.

    Half Chromatid Mutations May Explain Incontinentia pigmenti in Males, in: American Journal of Human Genetics 27 (1975), S. 690 f.

    Thalidomide Embryopathy in Germany 1959–1961, in: Alan. R. Liss (Hg.), Prevention of Physical and Mental Congenital Defects, Part C, 1985, S. 77–83.

    The Thalidomide Hypothesis. How it Was Found a Test, in: Helmut Kewitz/Ivar Roots/Karlheinz Voigt (Hg.), Epidemiological Concepts in Clinical Pharmacology, 1987, S. 3–70.

    Living History. Biography. Nature and Nurture, in: American Journal of Medical Genetics 37 (1990), S. 356–361.

    Widukind Lenz/Frank Majewski, Fehlbildungen und Gliedmaßen, in: Schinz. Radiologische Diagnostik in Klinik und Praxis, hg. v. Wolfgang Dihlmann/Walter Frommhold, Bd. 6, T. 2: Knochen, Gelenke, Weichteile II, 71991, S. 935–1032.

  • Literatur

    Monografien und Sammelbände:

    Benno Müller-Hill, Tödliche Wissenschaft. Die Aussonderung von Juden, Zigeunern und Geisteskranken 1933–1945, 1984.

    Beate Krik, Der Contergan-Fall. Eine unvermeidbare Arzneimittelkatastrophe? Zur Geschichte des Arzneistoffs Thalidomid, 1999.

    Anne Cottebrune, Der planbare Mensch. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die menschliche Vererbungswissenschaft 1920–1970, 2008.

    Anna Christiane Schulze, Die Rolle Widukind Lenz‘ bei der Aufdeckung der teratogenen Wirkung von Thalidomid (Contergan). Medizinhistorische Betrachtung über die Bedeutung einer Einzelperson im größten deutschen Arzneimittelskandal, 2015.

    Britta Marie Schenk, Behinderung verhindern. Humangenetische Beratungspraxis in der Bundesrepublik Deutschland 1960er bis 1990er Jahre, 2016.

    Niklas Lenhard-Schramm, Das Land Nordrhein-Westfalen und der Contergan-Skandal. Gesundheitsaufsicht und Strafjustiz in den „langen sechziger Jahren“, 2016.

    Thomas Großbölting/Niklas Lenhard-Schramm (Hg.), Contergan. Hintergründe und Folgen eines Arzneimittel-Skandals, 2017.

    Anna Helen Crumbach, Sprechen über Contergan. Zum diskursiven Umgang von Medizin, Presse und Politik mit Contergan in den 1960er Jahren, 2018.

    Aufsätze:

    Gerhard Bettendorf, Lenz, Widukind, in: ders. (Hg.), Zur Geschichte der Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. 256 Biographien und Berichte, 1995, S. 337 f.

    Arthur Daemmrich, A Tale of Two Experts. Thalidomide and Political Engagement in the United States and West Germany, in: Social History of Medicine 15 (2002), Nr. 2, S. 137–158.

    Anne Cottebrune, Eugenische Konzepte in der westdeutschen Humangenetik 1945–1980, in: Journal of Modern European History 10 (2012), Nr. 4, S. 500–518.

    Anne Helen Crumbach, Contergan im Diskurs. Ärzte und ihre öffentliche Verantwortung zu Beginn der 1960er Jahre, in: Dominik Groß/Ylva Söderfeldt (Hg.), „Disability Studies“ Meets „History of Science“. Körperliche Differenz und soziokulturelle Konstruktion von Behinderung aus der Perspektive der Medizin-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte, 2017, S. 67–92.

    Anne Cottebrune, „Doch nun zu Ihrem Altersrisiko“. Zwischen Neutralität und Direktivität in der humangenetischen Beratung am Beispiel der Heidelberger Praxis 1960–1989, in: Medizinhistorisches Journal 54 (2019), H. 1, S. 2–30.

    Lexikonartikel:

    Ernst Klee, Art. „Widukind Lenz“, in: ders. (Hg.), Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, 2003, S. 367.

    Nachrufe:

    Friedrich Vogel, Widukind Lenz, in: European Journal of Human Genetics 3 (1995), S. 384–387. (Onlineressource)

    Jan Murken/Franz Majewski, Widukind Lenz. 4. Februar 1919–25. Februar 1995, in: Klinische Pädiatrie. Zeitschrift für Klinik und Praxis 208 (1996), Nr. 1, S. 1 f. (P)

    John M. Opitz/Hans-Rudolf Wiedemann, In Memoriam. Widukind Lenz 1919–1995, in: American Journal of Medical Genetics 65 (1996), Nr. 2, S. 142–145. (P)

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Fotografie v. Christoph Preker (1945–1996), LWL-Medienzentrum für Westfalen.

  • Autor/in

    Lukas Alex (Bayreuth)

  • Zitierweise

    Alex, Lukas, „Lenz, Widukind“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.04.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/137820380.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA